HTC One: Stock-ROM für Sense-Geräte möglich, Nachteile der Google-Version

Frank Ritter
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Gestern Abend haben HTC und Google das HTC One in einer Version angekündigt, die mit einem puren Android ohne Herstelleranpassungen in der Software ausgestattet ist. Nun gibt es neue Details: So soll es eventuell möglich sein, dass Besitzer des regulären HTC One ihr Gerät per Firmware-Update auf die Google-Version umflashen können. Des Weiteren gibt es neue Details zu der Frage, in welchen Punkten das Vanilla-HTC One der Original-Firmware unterlegen sein wird.

HTC One: Stock-ROM für Sense-Geräte möglich, Nachteile der Google-Version

Wer das HTC One haben will, aber auf dessen Software-Gimmicks keinen Wert legt, hat nun eine neue Option: Wie gestern Abend bekannt wurde, will Google ab dem 26. Juni, vorerst nur in den USA, das One in der „Nexus User Experience“-Edition mit Stock Android, 32 GB Speicher und der Aussicht auf Android-Updates direkt von Google verkaufen. Preis: 599 US-Dollar, verkauft wird das SIM-entsperrte und Bootloader-entsperrbare Gerät über den Play Store.

Ob die Google-Variante des Smartphones auch nach Europa kommt, ist derzeit noch völlig unklar, offenbar will man erst einmal abwarten, wie der Zuspruch der Konsumenten ausfällt. Immerhin überlegt man laut eines Artikel-Updates bei The Verge bei HTC aber, dass Besitzer des One mit Sense ihr Gerät per ROM auf die Google Experience-Version umflashen können. Aber selbst wenn HTC diesen Schritt nicht geht, dürfte die Stock-Android-Version als Firmware-Dump eine hervorragende Grundlage für Custom ROMs vom Schlage der CyanogenMod sein.

Die Google Experience-Version mag freilich nichts für jeden sein, denn man wird dabei einige Einschränkungen in Kauf nehmen müssen, zu denen jetzt neue Details bekannt wurden. So wird die Klangverbesserungstechnologie beats audio zwar aktiv sein, sich aber nicht mehr über ein entsprechendes Icon deaktivieren lassen. Da sich Beats im HTC One aber in erster Linie als Software-Equalizer bemerkbar macht, der zudem recht gut klingt, ist das kein sonderliches Ärgernis. Schwerer wiegt das Fehlen der Kamera-Erweiterungen des HTC One, etwa Zoe und offenbar auch der Burst Shot-Modus – dafür erhält man die Photosphere-Funktion von Stock-Android. Zudem wird der IR-Blaster nicht funktionieren. Was ebenfalls mancher als Nachteil betrachten wird: Die etwas exotische Belegung der kapazitiven Buttons des One bleibt dieselbe wie beim Nicht-Vanilla-One. Das bedeutet also leider auch, dass in Apps, die noch nicht an Googles Holo-Stil angepasst sind, weiter die zusätzliche Menübutton-Leiste angezeigt wird.

Am 26. Juni kommt nicht nur die Google Edition des One, sondern auch die des Samsung Galaxy S4 auf den Markt – hoffentlich dann schon mit Android 4.3 ausgestattet. Es wird interessant sein zu sehen, welches der beiden Geräte mit Stock-Android sich besser verkauft.

Darüber, dass Top-Geräte wie das Samsung Galaxy S4 und das HTC One in einer Variante auf dem Markt sind, die sie praktisch zu Nexus-Geräten machen, kann man nur froh sein. Google geht damit einen der größten Kritikpunkte gegenüber Android an, nämlich die langsamen Geräte-Updates für Nicht-Nexus-Geräte. Wir hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht und zukünftig weitere Geräte als Google Edition bzw. Nexus Experience Device auf den Markt kommen. Insbesondere von Sony, die für ihren hervorragenden Developer-Support bekannt sind, können wir uns ein solches Gerät gut vorstellen.

[via Android Police, The Verge, danke für den Hinweis an Daniel]


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