HTC One mini 2 im Test: Mittelklasse für Stilbewusste

Andreas Floemer
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HTC hat nach seinem neuen Flaggschiff One (M8) erwartungsgemäß eine Mini-Variante seines edlen Smartphones vorgestellt. Das Gerät hört auf den Namen HTC One mini 2 und seine Optik ist stark an das Design des Topmodells HTC One (M8) angelehnt. Technisch ist es jedoch schwächer ausgerüstet. Ob sich das One mini 2 dennoch bewährt, verrät unser Test.

HTC One mini 2 im Test: Mittelklasse für Stilbewusste

Fangen wir an damit, das Offensichtliche zu statuieren: Wie der Name HTC One mini 2 impliziert, haben wir es mit der zweiten Generation eines Mini-Modells der One-Serie zu tun. Das erste One mini (Test) wurde im Juli letzten Jahres enthüllt und orientierte sich rein äußerlich am One (M7, Test). Bei seinem Nachfolger verhält es sich ähnlich: In Sachen Optik erscheint das One mini 2 wie der geschrumpfte Bruder des HTC One (M8, Test). Was die Ausstattung anbelangt, orientiert es sich aber eher an seinem direkten Vorgänger, dem HTC One mini als an den High End-Spezifikationen des One (M8).

Unser Testgerät läuft auf Android 4.4.2 mit Sense 6 und der Firmware-Version 1.16.401.2. Wir haben das One mini 2 über einen Zeitraum von zwei Wochen getestet. Das Testgerät stammt von HTC – an dieser Stelle vielen Dank für die Bereitstellung.


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HTC One mini 2 im Video

Zunächst ein paar Bewegtbild-Eindrücke vom Gerät, hier unser Hands-On-Video mit dem HTC One mini 2:

Verarbeitung, Design und Haptik des HTC One mini 2

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Ungleiche Geschwister: HTC One mini 2 (links) und HTC One (M8) im Größenvergleich

Das HTC One mini 2 muss sich in Sachen Optik und Design zweierlei Vergleiche gefallen lassen: Einerseits den mit seinem Vorgänger One mini, andererseits den mit dem aktuellen Flaggschiff One (M8). Was den Vergleich mit dem 2013er Mini-Modell anbelangt, so ist das One mini 2 nicht mehr mit einem Polycarbonat-Rand umgeben. Entsprechend ist das Erscheinungsbild des One mini 2 hochwertiger als das seines Vorgängers, was sich auch im positiven Sinne auf die Haptik auswirkt.

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Nichtsdestotrotz ist das Verarbeitungsniveau etwas niedriger als beim aktuellen Topmodell HTCs. Während die vorhandenen Kunststoffelemente beim M8 mit den Unibody bündig abschließen und so eine ebene Oberfläche bilden, sieht es beim One mini 2 ein wenig anders aus. Denn rückseitig sind die Übergänge von gebürstetem Aluminium zu Polycarbonat deutlicher zu spüren. Ferner ist anstelle von Metalleinfassungen oben und unten am Gerät bei unserem Testgerät in Gunmetal Grey mattschwarzer Kunststoff vorzufinden. Den beim One (M8) verbauten Metallrahmen rund um das Gerät sucht man vergebens. Die nicht abnehmbare, metallene Rückseite schmiegt sich wie beim M8 um den Gehäuserand und verleiht dem Gerät ein „abgerundetes“ Erscheinungsbild, das auch der Haptik zuträglich ist.

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Auf der linken Seite des One mini 2 befindet sich der Einschub für die – Achtung: – nano-SIM-Karte.

Trotz dieser geringen Abstriche in Sachen Verarbeitung und Materialwahl fasst sich das Gerät dennoch sehr gut an und ist wie sein großer Bruder ein regelgerechter „Handschmeichler“, nicht zuletzt aufgrund der Wölbung auf der Rückseite. An dieser Stelle sei jedoch angemerkt, dass das One mini 2 je nach Humiditätsgrad der Handflächen zu rutschen droht. Insbesonder wenn man sehr trockene Hände besitzt, sollte man es gut festhalten. Aufgrund seiner Größe und schmalen Bauweise gelingt dies allerdings recht gut, überdies passt es auch in kleinere Hände und ist einhändig relativ leicht bedienbar. Wie es Geräten aus Metall zueigen ist, spürt man die Oberfläche bei kalten Außentemperaturen allerdings deutlich und mitunter unangenehm.

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Rechtsseitig sind microSD-Kartenslot und die Lautstärkewippe angebracht. Auf der Oberseite des Geräts befinden sich Power-Button und der 3,5 mm-Klinkenausgang.


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Das Gehäuse des One mini 2 misst 137,4 x 65 x 10,6 Millimeter und umfasst ein 4,5 Zoll in der Diagonale messendes HD-Display. Im Unterschied zum Vorjahresmodell mit 4,3 Zoll-Screen und 132 x 63,2 x 9,3 Millimetern ist es deutlich größer und dicker. Kurios: Das HTC-Flaggschiff des letzten Jahres, das One (M7) mit seinem 4,7 Zoll-Display ist mit 137,4 Millimetern genauso lang und mit 9,3 Millimetern sogar etwas schlanker als das One mini 2. Nur in der Breite von 68,2 Millimetern übertrifft das One (M7) das neue Mini-Modell um zwei Millimeter. Dass das neue Modell genauso hoch ist wie das alte Topmodell, dürfte darin begründet liegen, dass HTC seinem neuen Mini-Gerät zwar Onscreen-Navi-Buttons verpasst, darunter jedoch weiterhin eine rund 1 Zentimeter breite schwarze Blende belassen hat, auf der lediglich das Hersteller-Logo zu finden ist. Im vergangenen Jahr beherbergte diese Leiste noch die kapazitiven Buttons. Unter diesem Streifen soll zwar laut HTC-Manager (zumindest beim One (M8)) viel Technik stecken – hätte HTC auf dieses Element verzichtet, wäre das Gerät aber um einiges kompakter geworden und der Namenszusatz „mini“ auch gerechtfertigt. Mit der gegebenen Bauform wirkt das Gerät eher wie ein „HTC One midi“.

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Frontseitig befinden sich oberhalb des Displays einer der BoomSound-Stereo-Lautsprecher, gerahmt von der obligatorischen Frontkamera sowie zweierlei Sensoren. Unterhalb des Displays und besagtem schwarzen Balken mit HTC-Logo ist der andere Speaker integriert.

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Auf der gewölbten Rückenpartie des HTC One mini 2 sitzt mittig oben die 13 MP-Kamera mitsamt LED-Blitz, sowie eine weitere winzige Mikrofon-Öffnung. Jene Sekundärkamera, die beim großen M8 Tiefeninformationen aufnehmen konnte, fehlt. Wie es sich für ein HTC-Gerät gehört, prangt auf der Rückseite vertikal zentriert ein großes HTC-Logo, auf der Unterseite des Geräts liegt lediglich ein microUSB-Anschluss.

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Unterm Strich lässt sich festhalten, dass das One mini 2 ein hervorragend verarbeitetes Smartphone ist, das sich dank des wertigen Gehäusematerials gut anfasst und zudem auch schön anzusehen ist. Dieser Style-Faktor ist das größte Pfund, mit dem das One mini 2 wuchern kann, aufgrund seiner Größe gibt es jedoch Abzüge in der B-Note, denn die Abmessungen liegen beinahe auf dem gleichen Niveau wie das HTC-Flaggschiff des vergangenen Jahres – und das, obwohl die Displaydiagonale des HD-Screens um 0,2 Zoll geringer ist. Ferner ist zu kritisieren, dass der Power-Button weiterhin wenig ergonomisch auf der Oberseite des Geräts angebracht ist. Nahezu jeder Hersteller hat mittlerweile verstanden, dass dies unpraktisch ist; HTC scheint von dieser Positionierung weiterhin auf eine irrationale Weise überzeugt zu sein.

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Das Display des One mini 2

Mit einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln und der daraus resultierende Pixeldichte von 326 ppi reicht das 4,5 Zoll in der Diagonale messende IPS-Display (HTCs Marketing-Abteilung nennt es SLCD3) nicht an den High End-Boliden One (M8), geschweige denn an das LG G3 heran – das will und muss es auch gar nicht. Denn das Mittelklasse-Gerät macht auch mit HD-Auflösung eine gute Figur, zumal ein Full HD-Display bei dieser Bilddiagonale sicherlich zuviel des Guten gewesen wäre. Sowohl die Bildschärfe als auch Farbwiedergabe des Screens gehen vollkommen in Ordnung. Auch die Schwarzwerte können sich für einen LC-Display sehen lassen. Was die Darstellung von Weiß anbelangt, so ist jedoch ein leichter Blaustich zu erkennen, der aber nur wahrgenommen wird, wenn ein Vergleichsgerät vorliegt.

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In Sachen Blickwinkelstabilität können keine Farbverfälschungen wahrgenommen werden, nur bei äußerst spitzen Winkeln ist sehr leichte Schattenbildung zu sehen. Die automatische Helligkeitsregelung ist indes eine Nuance zu dunkel, wobei dies zugegebenermaßen ein subjektive Einschätzung ist. Ebenso ist die Maximalhelligkeit dunkler als bei manchen Konkurrenten. Positiv ist allerdings hervorzuheben, dass man die Helligkeit in fünf Stufen via Tap auf das Quick-Setting-Element im Nu manuell einstellen kann.

Auch wenn wir an dieser Stelle etwas Kritik am Display üben – die Qualität des Screens ist unterm Strich doch sehr gut und kann es mit der Konkurrenz zweifelsohne locker aufnehmen. Dies hätten wir bei einem Smartphone aus dem Hause HTC aber auch nicht anders erwartet, denn die Taiwaner sind bekannt dafür, ihren Mittel- respektive Oberklasse-Geräten gute Displays zu verpassen.

Performance und Hardware des HTC One mini 2

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Auch wenn der Name des HTC One mini 2 angesichts der Nähe zu seinem optischen Vorbild One (M8) mehr erwarten lässt, entspricht die Ausstattung bei weitem nicht der des taiwanischen Flaggschiff-Modells mit seinem 5-Zoll-Display. Das ist nichts Neues, auch beim direktem Vorgänger One mini und Samsungs Galaxy S Mini-Reihe verhält es sich ähnlich – nur Sony macht hier mit seinem Xperia Z1 compact eine Ausnahme. Neben der Displaydiagonale wurde also auch die restliche Ausstattung reduziert. Anstelle eines Snapdragon 801-SoC und 2 GB RAM wie im One M8 kommen im One mini 2 ein Snapdragon 400 Quad Core-Prozessor mit einer Taktung von 1,2 GHz und 1 GB RAM zum Einsatz. Dem SoC entsprechend ist also auch keine Adreno 330-GPU, sondern die schwächere Adreno 305-Grafikeinheit integriert.

Setzen wir das in Relation zu Konkurrenzgeräten, besitzt beispielsweise auch das rund halb so teure Motorola Moto G (Test) sowie Sonys 280-Euro-Modell Xperia M2 auf diese technischen Kerndaten. Was den internen Speicher anbelangt, so ist dieser immerhin mit 16 GB auf der gleichen Höhe wie beim Flaggschiff – ebenso kann dieser mittels microSD-Karte um bis zu 128 GB erweitert werden. Mit diesen Speicheroptionen dürften die meisten Nutzer auf der sicheren Seite sein.

Trotz dieser frugaleren Ausstattung erweist sich das One Mini 2 im Alltagsgebrauch als ausreichend performant – nichts ruckelt, lange Wartepausen sind auch nicht festzustellen. Sicherlich sind aufgrund der geringeren Rechenpower und vor allem dem knappen Arbeitsspeicher manche Apps nicht blitzschnell geladen, hier fällt hin und wieder doch eine subtile „Denkpause“ auf. Doch wir haben es schließlich auch nicht mit einem Gerät mit High End-Ausstattung zu tun. Das One mini 2 ist dennoch nicht nur für Standard-Aufgaben wie Surfen, E-Mail-Korrespondenz und der regelmäßigen Dosis Facebook, Twitter und Google+ zu gebrauchen. Auch zum Zocken eignet sich das Smartphone. Games wie Riptide GP2, Table Top Racing und CSR Racing laufen flüssig und ohne Ruckler, jedoch bei leicht reduzierter Grafikauflösung, was allerdings bei dem mittlerweile als klein zu bezeichnenden 4,5 Zoll-HD-Display kaum ins Gewicht fällt.

Der Vollständigkeit halber einige Benchmark-Resultate, die sich in etwa im gleichen Rahmen wie das Moto G oder das Nexus 4 bewegen. Hier bestätigt sich unser subjektiver Eindruck: das One mini 2 ist beileibe kein Leistungswunder, liefert aber einer der Ausstattung entsprechende solide Leistung.

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Im Folgenden Resultate aus relevanten Benchmarks, im Vergleich halten wir das Moto E als Repräsentanten der Einsteigergeräte und dem Samsung Galaxy S5 als Vertreter der Oberklasse dagegen.

Benchmark HTC One mini 2 Moto E Samsung Galaxy S5
Antutu 4.5.1 Total 16795 12247 34839
Antutu UX (Multitask/Runtime) 2962/1054 2087/1273 7231/3814
Antutu CPU (integer/float) 1796/1443 826/661 3503/3695
Antutu RAM (Operation/Speed) 1101/989 502/802 1552/2361
Antutu IO (Storage/Database) 757/625 762/605 1046/660
CF-Bench 1.3 Overall 14271 6753 37579
CF-Bench Java 10130 4744 35717
CF-Bench Native 20484 9768 40374
GFXBench v3.0.16
T-Rex Offscreen 1080p
327 Frames
5,8 fps
252 Frames
4,5 fps
1544 Frames
27,6 fps
GFXBench
Manhattan Offscreen 1080p
104 Frames
1,7 fps
83 Frames
1,3 fps
725 Frames
11,7 fps
GFXBench
T-Rex Onscreen
613 Frames
11 fps
619 Frames
11 fps
1566 Frames
28 fps
GFXBench
Manhattan Onscreen
238 Frames
3,8 fps
311 Frames
5 fps
725 Frames
11,7 fps

Fassen wir zusammen: Das One mini 2 ist kein Performance-Tier wie sein großer Bruder, allerdings stellt der Snapdragon 400-Prozessor genügend Rechenpower zur Verfügung, damit das Smartphone in allen Lagen „rund“ läuft. Wer sich bei seinem One mini 2 wundert, dass nicht alles so flüssig läuft wie beschrieben, der sollte einen Blick in die Benachrichtigungsleiste oder die „Power“-Einstellungen werfen, denn es ist gut möglich, dass der Energiesparmodus eingestellt ist – diese ist unter Umständen standardmäßig aktiviert.

Kamera des HTC One Mini 2

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Während im Vorjahresmodell des One mini noch, wie im Schwestermodell One (M7), eine Ultrapixel-Kamera mit 4 MP zu finden war, geht der taiwanische Konzern in diesem Jahr einen anderen Weg: Die UltraPixel-Duo Camera bleibt exklusiv dem Flaggschiff-Modell One (M8) vorbehalten. Im One mini 2 kommt stattdessen eine herkömmliche 13 MP-Kamera mit BSI-Sensor zum Einsatz, wie sie derzeit wohl als Standard im Smartphone-Sektor bezeichnet werden kann. Die One mini 2-Kamera besitzt ferner eine 23 Millimeter-Linse und einen LED-Blitz. Die Blende ist mit f/2.2 relativ lichtstark. Auf einen optischen Bildstabilisator verzichtet HTC leider.

In puncto Bildqualität sticht die Kamera nicht aus der Masse der 13 MP-Kameras hervor. Bei schönem Wetter – sprich: guter Belichtung – produziert die Hauptkamera durchaus brauchbare Bilder. Im Unterschied zum Vorgänger und auch zum aktuellen Flaggschiff mit seiner 4 MP-Duo Kamera, kann aufgrund der höheren Pixelzahl näher in das Bild herangezoomt werden, sodass mehr Details zum Vorschein kommen. In diesem Punkt macht das One mini 2 sogar eine etwas bessere Figur als das M8.

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Bei widrigen Lichtverhältnissen und Dunkelheit macht sich aber der fehlende Bildstabilisator im Mini-Modell bemerkbar: Es erweist sich als nicht sonderlich leicht, unverwackelte Bilder zu produzieren, ferner ist auch deutliches Bildrauschen zu erkennen und Details sind weniger gut auszumachen. In diesem Punkt schlägt sich das One (M8) wiederum besser – hier spielt der lichtempfindlichere UltraPixel-Sensor seine Stärke aus.

Die HTC-Kameras sind bekannt dafür, immens schnell auszulösen – schon das erste HTC One und dessen Vorgänger One X und One S konnte sich mit dieser Eigenschaft brüsten und auch beim One mini 2 ist dies der Fall. Allerdings holen die Mitbewerber in puncto Auslösegeschwindigkeit und Fokussierung mittlerweile auf, sodass dies im Grunde kaum noch eine Besonderheit ist – dennoch macht es Spaß mit dem One mini 2 Schnappschüsse zu Knipsen. Im direkten Vergleich mit dem One M8 zieht das Mini-Modell allerdings den Kürzeren, da das Gerät in Sachen Performance und Autofokus etwas schwachbrüstiger ist. Zukünftig wird eine besonders schnelle Auslösezeit erst recht keine Besonderheit mehr sein, denn mit Android L hält ein neues Camera-API Einzug, mit der „von Haus aus“ das Schießen von bis zu 30 Bildern pro Sekunde bei voller Auflösung möglich sein wird. Entsprechend müsste HTC sich verstärkt auf eine Optimierung der Bildqualität konzentrieren, auch wenn das Unternehmen diesbezüglich schon Fortschritte gemacht hat.

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Videoaufnahmen in Full HD-Auflösung lassen sich ebenso mit der Hauptkamera aufnehmen. Die Video-Qualität könnte besser sein, eine wie erwähnt fehlende optische Bildstabilisierung wäre beispielsweise auch sehr willkommen – für das gelegentliche Video genügt die Kamera allerdings allemal:

Nicht zu vergessen ist die Frontkamera, die mit ihren 5 MP eine stattliche Auflösung an den Tag legt. Zudem kann sie mit Auslösetimer und Weitwinkelaufnahme aufwarten, sodass Selfies und „Groufies“ (sogenannte „Gruppenselfies“) möglich ist.

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Bei der Kamera-App gibt es kaum Unterschiede zur Anwendung, die auf dem One (M8) installiert ist, denn sie ist Bestandteil der hauseigenen Sense-UI in Version 6.0. Jedoch sind einige Abstriche hinsichtlich des Funktionsumfangs zu verzeichnen: Weder die Zoe-Funktion noch Pan 360 sind in die Kamera-App des One mini 2 integriert worden. Dies ist zum Teil schade, denn 360°-Panoramaaufnahmen sind durchaus ein „Nice-to-Have“ – wer nun hofft, mit Googles Camera-App und der dort integrierten PhotoSphere-Funktion diese gewünschte Funktionalität aufs One mini 2 zu bringen, der wird enttäuscht sein, auch in dieser Anwendung steht dieses Feature nicht zur Verfügung. In HTCs Kamera-App sind hingegen weiterhin die angenehmen Komfortfunktionen wie der Wechsel zwischen Front- und Hauptkamera per Wischbewegung vom Rand und Burst-Aufnahmen per längerem Druck auf die Auslösetaste vorhanden.

Die Zoe-Funktion, die aus Fotos und Videos automatisch mit Sound unterlegte Collagen erstellt, ist zwar vorhanden, jedoch nicht voll funktionsfähig. Nur über die Alben-App können Zoe-ähnliche Videos erstellt und mit Dritten geteilt werden. Kurios hingegen: Im App-Drawer befindet sich eine dedizierte Zoe-App, die jedoch noch keine Funktionalität besitzt – nach dem Öffnen der Anwendung wird lediglich ein „In Kürze…“ eingeblendet. Die App soll im funktionalen Zustand irgendwann im Sommer 2014 im Play Store veröffentlicht werden und dann das gemeinsame Erstellen von Zoes mit mehreren Nutzern ermöglichen, selbst wenn diese Nicht-HTC-Smartphones verwenden.

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Zusammenfassend kann die Kamera in puncto Bildqualität als Mittelmaß bezeichnet werden, wobei sie bei Tageslicht durchaus anständige Resultate zu Tage fördern kann. Bei Dunkelheit zeigt die One mini 2-Kamera aber ihre Schwächen. Die Kamera-Software an sich kann hingegen auf ganzer Linie überzeugen.


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Software des HTC One mini 2: Sense 6.0 mit reduzierten Funktionen

Das One mini 2 wird mit der gleichen Nutzeroberfläche ausgeliefert wie das One (M8) – sprich mit HTC Sense in Version 6.0. Das Design des UI wurde im direkten Vergleich zu Sense 5.x noch weiter zurückgefahren und reduziert sowie flacher gestaltet, was uns durchaus gefällt. Wir verweisen an dieser Stelle auf unseren Test des HTC One (M8), da das Gros der Software sich kaum unterscheidet. Allerdings hat HTC aber den Rotstift angesetzt und einige Features des M8 nicht übernommen.

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Allen voran fehlt dem One mini 2 die Gestensteuerung namens „Motion Launch“, über die man durch Streichen über oder Klopfen auf den ausgeschalteten Screen des One M8 aus dem Standby wecken und dann je nach Geste direkt zu bestimmten Anwendungen geführt wird. Diese Funktion hätte sich sehr gut auf dem One mini 2 gemacht, denn auf diese Weise lassen sich Smartphones noch eleganter und praktischer bedienen. Hier hätte sich HTC an LG orientieren können, der südkoreanische Konzern bringt vergleichbare Funktionalität auch auf viele günstigere Geräten.

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Doch die Gestensteuerung ist nicht die einzige Funktion, die auf der Strecke geblieben ist, denn auch der Activity Tracker mit Fitbit-Support wurde gestrichen – entsprechende Daten konnten unter anderem im BlinkFeed angezeigt werden. Abgesehen von den genannten Funktions-Abstrichen hat HTC dem One mini 2 eine Nutzeroberfläche verabreicht, die stilistisch wie aus einem Guss wirkt und auch praktisch in der täglichen Nutzung ist.

Speicher, Konnektivität & Telefonie

Beim One mini 2 hat HTC wie auch beim One (M8) 16 GB internen Speicher verbaut, von dem für den Nutzer laut Hersteller 10,57 GB zur Verfügung stehen. Wem das nicht genug ist, muss sich jedoch nicht grämen: Der Speicher lässt sich mittels microSD-Karte um bis zu 128 GB erweitern. Damit scheinen die Taiwaner manch einem Kritiker der Vorjahresmodelle entgegen zu kommen, denn bei diesen musste man mit dem fest integrierten Flash-Speicher auskommen. Darüber hinaus wird auch USB-On-The-Go weiterhin unterstützt, sodass man mittels eines Adapters Daten vom USB-Stick auf das Smartphone übertragen kann. Überdies bietet der Hersteller 50 GB kostenlosen Google Drive Cloud-Speicher für einen Zeitraum von zwei Jahren.

Um mit dem One mini 2 ins mobile Internet zu kommen, stehen WLAN 802.11 a/b/g/n mit den Frequenzen 2,4 und 5 GHz bereit – der ac-Standard bleibt offenbar dem One (M8) vorbehalten. Wo keine WLAN-Verbindung in Reichweite ist, kann man optional mit LTE Cat4 mit bis zu 150 Mbit/s oder HSPA+ mit bis zu 42 Mbps ins Netz gehen. Alle Verbindungsarten funktionierten im Testzeitraum problemlos.

Zur Verbindung mit Kopfhörern, externen Lautsprechern, Gamepads und Co. steht Bluetooth 4.0 mit LE und aptX zur Verfügung. Ebenso sind DLNA, NFC und MHL im One mini 2 zu finden. Zur Ortung sind GPS und GLONASS an Bord – ersteres lieferte unter freiem Himmel rasch stets korrekte Ortungsdaten. Der im One (M8) zu findende Infrarot-Sensor, mit dem sich in Kombination einer App Fernseher diverser Hersteller steuern lassen, fiel auch dem Rotstift zum Opfer. Allerdings können sich Anhänger des Hörfunks freuen: denn HTC hat ein UKW-Radio integriert – als Antenne fungiert ein drahtgebundener Kopfhörer.

Was die Telefonie anbelangt, so ist die Tonqualität auf beiden Seiten stets gut. Sowohl auf Seite des Empfängers als auch des Senders sind die Stimmen deutlich zu verstehen, Umgebungsgeräusche werden ausreichend gefiltert.

Multimedia, Akkulaufzeit und Alltagstauglichkeit

Seit dem HTC One (M7) setzt das taiwanische Unternehmen in seiner Premiumreihe auf Stereo-Frontlautsprecher, die breitbeinig „BoomSound“ getauft wurde. Auch im One mini 2 sind diese selbstredend standesgemäß an Bord und liefern, wie es sich gehört, einen satten Sound, der nicht nur eine großartige Atmosphäre beim Zocken von Games bringt, sondern auch beim Ansehen von Videos auf dem Gerät wahre Freude bereitet. Überdies kann das One mini 2 somit auch für den Musikgenuss unterwegs verwendet werden – selbst ohne Kopfhörer. Aufgrund des geringeren Gehäuse-Volumens kommt das kleinere Modell in Sachen Sound zwar nicht an den Klang des One (M8) heran, abgesehen von der Konkurrenz aus eigenem Haus gibt es aber derzeit keine Smartphones, die einen so runden Sound von sich geben.

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Kommen wir zur Akkulaufzeit des One mini 2, dieser Faktor wird für viele Nutzer zu einem immer wichtiger werdenden Kaufargument. Das One mini 2 ist in dieser Hinsicht jedoch nur in der Mittelklasse anzusiedeln, auch wenn der recht sparsame Snapdragon 400-Prozessor und das 4,5 Zoll-Display mit HD-Auflösung weniger Energie benötigen als beispielsweise ein Full HD-, oder WQHD-Screen. Mit dem 2.100 mAh-Akku, der im One mini 2 fest verbaut ist, kommt man bei normaler Mischnutzung gut über einen Tag, mitunter schafft man sogar anderthalb, ohne die Ladestation aufzusuchen. Bei intensiver Nutzung wie beim Zocken rechenintensiver Games oder kontinuierlichem Anschauen von Videos, kann sich die Laufzeit jedoch auch auf einige Stunden reduzieren, wie es im Grunde bei jedem derzeit erhältlichen Gerät der Fall ist.

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Falls man unterwegs mit einem zur Neige gehenden Akku zu kämpfen hat, kann man aus zwei Energiesparmodi wählen, mit der man die Laufzeit ein wenig verlängern kann. Der „normale“ Energiesparmodus reduziert unter anderem die Displaygrundhelligkeit und regelt den Prozessortakt herunter – letzter Aspekt wirkt sich jedoch negativ auf das reibungslose Nutzungserlebnis aus – Startzeiten von Apps verlängern sich, auch ist teils ein Ruckeln zu beobachten. Im sogenannten „extremen Energiesparmodus“ werden alle nicht lebensnotwendigen Funktionen deaktiviert und die Nutzeroberfläche auf das Notwendigste reduziert – lediglich die Telefon-, Nachrichten-, Mail-, Kalender-App und der Taschenrechner stehen zur Nutzung bereit – so erhält man praktisch ein Feature-Phone im Smartphone-Mantel.

Was die Alltagstauglichkeit des HTC One mini 2 anbelangt, so bietet das kleine Phone alles, was man von einem Mittelklasse-Gerät verlangen kann: Es hält einen Tag durch, ohne an die Steckdose zu müssen. Es passt dank seiner schlanken Form sehr gut in die Hosentasche und im Unterschied zu vielen größeren Geräten, die derzeit auf den Markt geschwemmt werden, ist es noch relativ handlich. Lediglich die bereits erwähnte etwas zu lange Bauform für ein Mini-Gerät, die schlechte Positionierung des Power-Buttons sowie die Kälte des Gerätes bei niedrigen Außentemperaturen trüben den Spaß etwas.

Fazit

Auch wenn HTC sein One mini 2 als kleinen Bruder des One (M8) bewirbt, kann es allenfalls in Sachen Design mithalten. Was die Ausstattung angeht, so ist das Gerät in puncto Performance „nur“ solide Mittelklasse und auf einem Niveau mit Motorolas Preis-/Leistungsknaller Moto G – kostet dabei aber mit einem aktuellen Straßenpreis von aktuell rund 380 Euro knapp das Doppelte. Dafür erhält man freilich eine bessere Verarbeitung und den nicht zu leugnenden Style-Faktor des HTC-Modells. In der Kompaktklasse ebenfalls sehr gut verarbeitet ist aber auch das Sony Xperia Z1 compact – zu einem vergleichbaren Preis erhält man hier ein wasserdichtes Gehäuse und bessere Spezifikationen. Im Saldo richtet sich das HTC One mini 2 zuvorderst an eine stilbewusste Klientel, die mehr Wert auf Optik und Haptik eines Gerätes denn technische Spezifikationen legen. HTC hat nur leider das Pech, sehr gute Konkurrenz in diesem Preisbereich zu haben; wir rechnen dem HTC One mini 2 aufgrund dessen erst dann größere Chancen am Markt aus, wenn der Preis sinkt.

Wertung

  • Display: 4/5
  • Verarbeitung, Haptik und Design: 5/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 3/5
  • Telefonie und Audio: 5/5
  • Kamera: 3/5
  • Konnektivität und Speicher: 4/5
  • Akku und Alltagstauglichkeit: 4/5

Gesamt: 4,0/5

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Pro

  • Schickes Design
  • Gute Software
  • BoomSound-Lautsprecher

Contra

  • Mittelmäßige Kamera
  • Nur durchschnittliche Leistung
  • Unausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis


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