HTC Sensation XE: Testbericht zum ersten „beats audio“-Smartphone

Daniel Kuhn
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Mit dem HTC Sensation XE haben die Taiwanesen das erste Smartphone mit der Sound verbessernden „beats audio“-Integration auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich schlussendlich lediglich um eine leicht modifizierte Version des im Sommer dieses Jahres herausgekommenen HTC Sensation. Ob die verbesserte Hardware und der Audio-Schwerpunkt als erneutes Kaufargument herhalten können, oder ob man getrost beim Vorgänger bleiben darf, klären wir in diesem Testbericht.

HTC Sensation XE: Testbericht zum ersten „beats audio“-Smartphone

Wenn ein Smartphone einen verstärkten Fokus auf Audioqualität verspricht, werde ich generell neugierig, vor allem aber hellhörig(!) – denn viele Smartphones klingen tatsächlich nicht unbedingt gut und die mitgelieferten Kopfhörer kann man in der Regel auch gleich originalverpackt im Plastiktütchen liegen lassen. Nachdem HTC sich mit einer stolzen Summe am Unternehmen beats by dr. dre beteiligt hatte, wurde umgehend versprochen, wohlklingendere Smartphones auf den Markt zu bringen. Neben den akustischen Veränderungen hat HTC gleich noch die verbaute Hardware etwas aufgefrischt. Um diesen Testbericht nicht ausufern zu lassen werden wir uns hauptsächlich auf die Unterschiede zum Vorgänger konzentrieren, da wir davon ausgehen, dass das HTC Sensation den meisten Lesern bekannt sein dürfte.

Hier könnt ihr vorab erneut unser Unboxing- und Hands-On-Video bestaunen:

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Hardware

Optisch hat das Sensation XE ein paar kleine Detailänderungen erfahren: An der Vorderseite präsentieren sich sowohl das Gitter vor dem Ohrhörer als auch die kapazitiven Tasten in einem schicken Rot. Die Rückseite ist nicht mehr in verschiedenen Grauschattierungen sondern in lebensbejahendem Schwarz gehalten und wird von dem roten Kameraring und einem beats audio-Logo verziert. Damit sind die äußeren Unterschiede zwischen HTC Sensation und Sensation XE auch schon abgehandelt.

Innerlich wurde der Snapdragon Dual Core-Prozessor von 1,2 GHz auf 1,5 Ghz hochgetaktet. Dieser Unterschied ist in der alltäglichen Benutzung zwar kaum zu spüren – ein kleiner Performance-Schub dürfte sich aber bei so manchem grafikintensiven Spiel positiv auswirken.

Deutlicher fällt im Alltag dagegen die gestiegene Akkuleistung auf: Statt der ursprünglichen 1.520 mAh verfügt der im Sensation XE verbaute Akku über 1.730 mAh – dadurch hat er bei normaler Nutzung (inklusive Telefongesprächen, Browsen über HSPA-Verbindung, GPS und Musikkonsum) zwei volle Tage gehalten. Eine weitere positive Veränderung, die in Anbetracht der Audio-Ausrichtung des Sensation XE auch nötig ist, ist die größere SD-Karte; diese fasst mit 16 GB nun doppelt so viele Daten. Leider ist der interne Speicher nach wie vor mit einem GB quasi nicht vorhanden – man muss sich den Platz auf der SD-Karte also gut einteilen.

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Software

Bei der Software wurde genau nichts geändert. Die installierte Android-Version ist 2.3.4, die HTC Sense-Oberfläche liegt nach wie vor in der – nicht mehr aktuellsten – Version 3.0 vor und wurde gegenüber dem Vorgänger nicht weiter modifiziert. Aus diesem Grund wird dieser Punkt in unserem Test auch ganz frech unter den Tisch fallen gelassen. Einzig die Tatsache, dass bei einem Gerät mit Audio-Schwerpunkt keine Möglichkeit geboten wird, Musik auch über einen angebundenen Shop zu kaufen, könnte hier als Negativpunkt angesehen werden.

beats Audio

Kopfhörer

Als erstes fallen die Kopfhörer auf – diese sind im Vergleich zu den üblicherweise mitgelieferten Headsets deutlich hochwertiger. Bereits hinsichtlich Verarbeitung wird deutlich, dass diese nicht wie üblich aus Plastik bestehen, sondern ein solides Metallgehäuse besitzen. Diese Qualitätssteigerung setzt sich dann auch im Klang fort. Zwar tönen die beats-Ohrstecker tendenziell ziemlich basslastig, davon abgesehen aber war der Sound erstaunlich gut und dürfte für so manches Aha-Erlebnis sorgen (nein, das war keine Anspielung auf die norwegische Pop-Band).

Ein bisschen ärgerlich ist das lange Kabel zwischen Kopfhörern und dem Bedienelement samt Mikrofon: Bei einem Telefonat hört der Gesprächspartner einen nur dann gut, wenn man das Mikro zum Mund hochhält oder es mit der mitgelieferten Klammer in Kopfnähe angeklippt wird (was allerdings nicht so gut aussieht). Verwendet man die Kopfhörer an einem anderen Gerät, funktionieren die Vor- und Zurück-Tasten der Kabelfernbedienung leider nicht.

DSP-Chip

Im HTC Sensation XE befindet sich ein dezidierter DSP-Chip, der auch bei der Verwendung anderer Kopfhörer für einen deutlich besseren Klang sorgt: Musik klingt insgesamt um einiges fetter als zum Beispiel auf meinem LG Optimus Speed.

Klangverbesserung

Die von HTC selber hochgelobte optionale Klangverbesserung kann mit der Loudness-Funktion, die von vielen Stereoanlagen bekannt ist, verglichen werden: Bestimmte Frequenzen werden bei aktiver Funktion angehoben und der Klang dadurch subjektiv verbessert. Soweit die Theorie – in der Praxis hat diese Option in Kombination mit den mitgelieferten Beats-Kopfhörern den Klang nicht wirklich optimiert, sondern vielmehr das Trommelfell unter der plötzlichen Basslast der Musik erdrückt. Bei der Verwendung anderer Kopfhörer waren die Ergebnisse dagegen deutlich brauchbarer – hier ist also Ausprobieren angesagt und wie so oft spielt der subjektive Geschmack auch eine wichtige Rolle. Die Klangverbesserung steht im Übrigen lediglich bei der Verwendung des HTC-eigenen Musik-Players zur Verfügung — wer lieber Alternativen wie Google Music, PowerAmp oder Songbird verwendet, muss sich mit dem vorhandenen Klang zufrieden geben.

Fazit

Wie auch beim Vorgänger kann man das HTC Sensation uneingeschränkt empfehlen. Das Smartphone muss auch nach wie vor den Vergleich mit der Konkurrenz nicht scheuen. Auch die beats-Integration kann durchaus überzeugen und dürfte für alle, die auf der Suche nach einem schnellen, hochwertig verarbeiteten Smartphone sind und vorhaben, mit diesem viel Musik zu hören, ein zusätzlicher Kaufanreiz sein. Wer allerdings das erste HTC Sensation bereits besitzt, findet eigentlich keinen Grund für ein Upgrade, da der Geschwindigkeitszuwachs des Prozessors sich in der Praxis eher wenig bemerkbar macht und der etwas größere Akku den Aufpreis in Höhe von derzeit ca. 120 Euro Straßenpreis gegenüber dem HTC Sensation () dann doch nicht wert ist.

Bewertung

  • Display: 4/5
  • Verarbeitung und Haptik: 5/5
  • Software/Performance: 5/5
  • Mobilität: 5/5
  • Konnektivität: 4/5
  • Alltagstauglichkeit: 5/5
  • beats audio: 4/5
  • Gesamt 4,5/5

Pro

  • Hochwertige Verarbeitung
  • Sehr gute Kopfhörer
  • Starker Akku

Contra

  • Klangverbesserung mit beats-Kopfhörern zu basslastig
  • Kein Musik-Store
  • “Nur” HTC Sense 3.0

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