HTC Sensation XE: Testbericht zur Beats Audio-Maschine

Robert Weber
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Beats Audio — Das ist das besondere Merkmal der neuen High-End Smartphones aus dem Hause HTC. Und das erste Telefon aus dieser Reihe ist das HTC Sensation XE. Ich konnte es ausgiebig testen und präsentiere euch hiermit meinen ausführlichen Testbericht zu diesem Smartphone.

HTC Sensation XE: Testbericht zur Beats Audio-Maschine

Für die Leihstellung des HTC [link id=1207322]Sensation XE, möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei HTC Deutschland bedanken.

Video Review

Bevor ich mit dem ganz ausführlichen Test beginne, möchte ich euch noch mein Video Review zum HTC Sensation XE zeigen:

Hardware

Verarbeitung und Haptik

Da ich das normale HTC Sensation jetzt seit ca. einem halben Jahr im täglichen Einsatz habe, kann ich die Verarbeitung der beiden “Schwester-Modelle” mit einander vergleichen. Und ich muss sagen, dass sich die Verarbeitung weder verschlechtert, noch verbessert hat. Man kann mit gutem Gewissen sagen, dass die Verarbeitung auf dem gleichen Niveau geblieben ist. Ich bin schon mit der Verarbeitung meines Sensation zufrieden und ich bin auch mit der Verarbeitung des ersten Beats Audio-Smartphones zufrieden.

Das Aluminium Unibody Gehäuse macht einen guten Eindruck und verleiht dem Telefon in neuer Farbe einen besonders edlen Look. Die gewählten Materialien sind, wie man es von HTC auch erwartet, sehr hochwertig. Zu dem Staub-Problem kann ich euch leider zum Glück nur soviel sagen, dass mein Testgerät keinerlei Staub unter dem Display hatte. Ob der Staub mit der Zeit kommen würde, kann ich euch nicht sagen. Ich gehe aber davon aus, dass dieses Problem nur bei der ersten Sensation-Generation aufgetreten war und HTC beim Sensation XE nicht die gleichen Fehler machen würde. Es gibt aber immer Produktionsfehler, deshalb seid ihr bei keinem Smartphone und bei keinem Hersteller sicher vor Staub unter dem Display.

Bei den Abmessungen hat sich ebenfalls nichts verändert. Das HTC Sensation XE ist, wie schon das normale Sensation, genau 126,1 mm hoch, 65,4 mm breit und 11,3 mm dick. Wegen dem stärkeren Akku, wiegt es jedoch ganze 3 Gramm mehr, inklusive Akku nämlich 151 Gramm. Das sehr kurvige Gehäuse lässt das Sensation XE sehr gut in meiner Hand liegen, sodass eine einhändige Bedienung problemlos möglich ist.

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Die Zusammenarbeit zwischen HTC und Beats Electronics LLC macht sich nicht nur in der Beats Audio-Technologie bemerkbar, sondern auch im Design des Telefons. So haben wir auf der Rückseite ein Beats Logo, die Hauptkamera hat einen roten Ringt verpasst bekommen, die Sensor-Tasten sind nun auch rot, genauso wie das Gitter der Ohrmuschel. Sowohl das Aluminium Gehäuse, als auch die Kunststoff-Elemente sind jetzt in schönem Schwarz gehalten. Diese Farbkombination lässt das Sensation XE sehr schick aussehen.

Das Aluminium Unibody Gehäuse lässt sich genauso öffnen, wie es schon beim normalen Sensation der Fall war. Die komplette Rückseite wird dabei vom Telefon gelöst. So bleiben nur noch die Vorderseite und die Innereien übrig. Wenn man es genau nimmt, ist es kein Unibody Gehäuse im eigentlichen Sinne mehr, sondern eher eine Rückseite aus Aluminium — das kann man aber sehen wie man will.

Display

Auf der Vorderseite des HTC Sensation XE, finden wir neben der Frontkamera, der roten Ohrmuschel und den roten berührungsempfindlichen Tasten noch das 4,3 Zoll große Super LCD-Display. Dieses Display löst natürlich in qHD (540 x 960 Pixel) auf und sorgt damit für ein gestochen scharfes Bild. Die Pixeldichte ist nämlich relativ hoch und wir nur von wenigen Smartphones überboten.

Bei jeder Display-Technologie muss man gewisse Abstriche machen. Das Display kann zwar hoch auflösen, doch werden die Farben nicht so kräftig und hell dargestellt, wie es bei einem Super AMOLED Plus-Display der Fall ist. Dafür sehen die Farben echt aus, auch wenn das Display dadurch etwas blass wirkt. Den Unterschied zu einem AMOLED-Display merkt man jedoch nur bei einer direkten Gegenüberstellung. Die höhere Auflösung, die für mich wichtiger als AMOLED ist, merke ich aber jeden Tag — beim Surfen im Internet, beim Lesen von Mails und beim Zocken. Hier muss aber jeder für sich selbst entscheiden, was für ihn wichtiger ist.

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Konnektivität

Bei den Anschlüssen hat sich gegenüber dem Vorgänger nichts verändert. Wir haben hier immer noch einen MHL-Anschluss (Kombi aus microUSB und HDMI) und einen 3,5 mm Audio-Anschluss. Letzterer gibt jedoch deutlich besseren Sound aus, zumindest in Kombination mit dem mitgelieferten Beats Audio-Headset. Mithilfe von DLNA können wir unsere Medien-Inhalte — Bilder, Musik und Videos — auf ein anderes DLNA-fähiges Gerät streamen. Dies könnten zum Beispiel ein Fernseher oder der HTC Media Link sein.

Die mobile Internetverbindung war dank 3G und HSPA immer akzeptabel und meistens auf hohem Niveau. Ich musste mich eher selten mit 2G zufrieden geben — das lag aber eher an meinem Mobilfunkanbieter und nicht am Sensation XE.

Gesprächs- und Soundqualität

Das war und ist bei HTC Smartphones ein sehr heikles Thema. Für viele Anwender ist die Qualität des Lautsprechers sehr sehr wichtig, deshalb hoffe ich, dass HTC in Zukunft weiter daran arbeiten wird. Einige meinen, dass der Medien-Lautsprecher sich gegenüber dem normalen Sensation nicht verbessert hätte. Doch ich bin hier ganz klar anderer Meinung. Ich finde, dass HTC hierbei zumindest einen kleinen Schritt nach vorne gemacht hat. Das ist natürlich nur eine subjektive Meinung. Es kann natürlich auch daran liegen, dass der Lautsprecher meines Sensation unter dem Durchschnitt liegt. Jedenfalls kam der Sound aus dem Lautsprecher des Sensation XE deutlich lauter und klarer raus.

Der 3,5 mm Audio-Anschluss wurde dagegen deutlich verbessert. Es wurde ein spezieller DSP-Chip eingebaut, damit man in Kombination mit dem Beats Audio-Headset seine Musik und Videos wirklich genießen kann. Das In-Ear iBeats Headset ist qualitativ hochwertig und ist auch sehr gut verarbeitet. Ich habe das Headset auch in anderen Smartphones, sowie in meinem Notebook getestet und konnte deutliche Unterschiede zum normalen HTC Headset feststellen. Ob das Headset die ca. 130 Euro bei Amazon rechtfertigt, kann ich nicht beurteilen, da ich kein Kopfhörer-Profi bin. Da das Headset aber bereits im Lieferumfang dabei ist, müsst ihr euch darüber keinen Kopf machen.

Die Gesprächsqualität lag ebenfalls auf einem hohen Niveau. Meine Gesprächspartner konnte ich meistens sehr natürlich, klar und deutlich hören. Natürlich nur bei ausreichendem Empfang. Ja, man kann mit diesem Telefon auch noch ordentlich telefonieren. Die Freisprechfunktion ist dagegen immer noch etwas zu leise, obwohl HTC meiner Meinung nach auch an dieser Stelle nachgebessert hat.

Kamera

Ich möchte ganz klar sagen, dass das HTC Sensation XE auch keinen Kamera-Preis gewinnen wird. Ich finde, dass die Qualität der Fotos und Videos, die mit diesem Gerät aufgezeichnet werden, auf dem Niveau des normalen HTC Sensation liegt. Hier wird höchstwahrscheinlich die gleiche Hardware verwendet, deshalb ist es auch nicht verwunderlich. Ich möchte die Kamera hier aber weder schlecht-, noch gut-reden. Es muss jeder selbst wissen welche Ansprüche er oder sie an eine “Handykamera” stellt. Mir persönlich reicht das Sensation XE für schnelle Schnappschüsse völlig aus.

Die 8 Megapixel Hauptkamera nimm Fotos mit 3264 x 1840 Pixeln auf und wird dabei von einem doppelten LED-Blitz unterstützt. Die Fotos können wir natürlich auch wieder mit verschiedenen Effekten versehen — so wie wir es von aktuellen HTC Smartphones auch gewohnt sind. Hier sind noch einige Sample Fotos, die ich mit dem HTC Sensation XE für zur Demonstration der Qualität der Kamera aufgenommen habe:

Die VGA Frontkamera macht keine tollen Bilder und eignet sich deshalb auch nur für Video Gespräche. Für genau dieses Einsatzgebiet wurde die Frontkamera auch verbaut — nicht mehr und nicht weniger. Eine Kamera-Taste fehlt bei diesem Telefon leider.

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Videos können maximal in Full HD 1080p bei 30 Frames pro Sekunde aufgezeichnet werden. Ich habe für euch sowohl ein Video in 1080p als auch in 720p aufgezeichnet, damit ihr euch die Qualität der Videos anschauen könnt.

HTC Sensation XE HD 720p Sample Video:

HTC Sensation XE Full HD 1080p Sample Video:

Performance

Kommen wir zu dem Testbereich, in dem mich das HTC Sensation XE voll und ganz überzeugt hat. Der Qualcomm Snapdragon MSM8260 Prozessor, der auf ganze 1,5 GHz pro Kern getaktet ist, sorgt für ordentlich Dampf unter der Haube. Wenn ich es mit meinem Sensation vergleiche, dessen Prozessor mit “nur” 1,2 GHz pro Kern taktet, so merke ich, dass das Sensation XE auf jeden Fall flüssiger arbeitet. Ruckler sind diesem Telefon fremd, zumindest war es bei meinem Testgerät so. Die HTC Sense 3.0 Oberfläche konnte sehr geschmeidig dargestellt werden. Alles lief so, wie es bei einem aktuellen Smartphone auch sein muss.

Beim Zocken konnte ich das Potenzial des Dual-Core Prozessors zumindest teilweise rauskitzeln und auch hier war ich stets zufrieden. Leider bin ich mit dem Arbeitsspeicher nicht ganz zufrieden, denn ich hätte mir wirklich mindestens 1 GB gewünscht — verbaut sind nämlich nur 768 MB. Ansonsten gibt es bei der Performance nichts zu meckern.

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Akkulaufzeit

Ein kompletter Tag ist drin und das ist das mindeste, was eine High-End Maschine auch schaffen sollte. Klar wünscht man sich in Zukunft eine Akkulaufzeit von mindestens zwei Tagen oder sogar mehr, doch ich lade eh jeden Abend auf, deshalb reicht mir ein Tag aus. Der 1730 mAh starke Akku hält auch mindestens einen Taglang durch. Selbst bei ordentlichem Einsatz, musste ich nicht zwischendurch mal aufladen.

Ordentlicher Einsatz heißt bei mir folgendes: 4x Mail, 2x Twitter, 1x Facebook, 1x Disqus, 1x Whatsapp und 1x Wetter werden automatisch synchronisiert — im 15-30 Minuten-Takt. Hinzu kommt noch das Surfen im Internet und das Hören von Musik. Und bei diesem Einsatz bleibt am Ende des Tages noch etwas Akkuladung übrig, sodass dieser am nächsten Tag mindestens bis zum Mittag durchhalten könnte.

Software

Als Software kommt natürlich Android zum Einsatz, und zwar in der Version 2.3.4 Gingerbread. Über Android wird die HTC Sense 3.0 Benutzeroberfläche gelegt. Bei diesem Testbericht möchte ich nicht noch einmal zu viele Wörter zu HTC Sense verlieren, denn meine Meinung hat sich seit dem HTC EVO 3D Testbericht nicht geändert. Und da sowohl auf dem HTC Sensation XE, als auch auf dem HTC EVO 3D die gleiche Sense-Version läuft, zitiere ich einfach den Software-Teil aus meinem EVO 3D Testbericht:

Die Meinungen zu HTC Sense gehen zwar weit auseinander, doch ich bleibe dabei: Sense ist mit Abstand die beste OEM-Benutzeroberfläche für Android. Für mich ist es sogar die schönste und funktionalste überhaupt, denn bisher konnte mich kein einziger Launcher überzeugen. HTC Sense bietet dem Anwender einfach sehr viele Möglichkeiten sein Smartphone so zu gestalten, wie er es möchte. Es gibt so viele Details, die für mich mittlerweile selbstverständlich sind, welche ich aber bei anderen Android-Smartphones nicht vorfinden kann. Dann wundere ich mich immer: Ach, ist das nur ein HTC Sense-Feature? Schon wieder? In Android 4.0 Ice Cream Sandwich haben wir zum Beispiel auch einige Features gesehen, die HTC schon längst eingeführt hatte.

Mit HTC Sense 3.0 wird das ganze nochmal aufgewertet und der “3D-Effekt“ sieht wirklich schick aus, vor allem auf dem qHD-Display. Viele Android- werden durch HTC-Anwendungen ersetzt. Zum Beispiel finde ich die HTC Mail-App sehr sehr gut gelungen. Der Lockscreen wurde ebenfalls erweitert und bietet nun Platz für vier Verknüpfungen zu Apps, die sofort gestartet werden können. Außerdem können dort zum Beispiel das Wetter oder Friendstream-Einträge angezeigt werden.

Ich hoffe, dass ihr mir meine Liebe zu HTC Sense nicht übel nehmt. Doch ich kann und will HTC Sense auf einem Android Smartphone einfach nicht mehr missen und ich bin mir sicher, dass ich da nicht der einzige bin.

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Beats Audio

Was kann ich euch zu Beats Audio sagen? Auf jeden Fall ist es ein tolles Feature. Zumindest hatte ich persönlich viel Spaß gehabt an dem Sound, der mithilfe des Beats Audio-Headsets ausgegeben wurde. Wer den etwas Bass-lastigen Sound aber nicht mag, der kann diesen einfach ausschalten. Vor allem bei Action Filmen kam das iBeats Headset zur Geltung. Aber auch ruhige Songs hören sich richtig gut an — auch dann, wenn mann den Beats Audio-Effekt ausschaltet.

Das Headset hatte ich drei Wochen lang im absoluten Dauereinsatz und konnte bisher keinen Verschleiß feststellen. An der Qualität und Verarbeitung mangelt es also auf keinen Fall. Ich hoffe, dass HTC diese Technologie noch perfektionieren wird, damit die nächsten Geräte noch bessere Multimedia Superphones werden.

Fazit

Für mich persönlich ist das HTC Sensation XE nichts. Es ist deshalb aber auf keinen Fall ein schlechtes Smartphone. Im Gegenteil, es ist ein sehr gelungenes Smartphone. Für mich ist es nichts, weil ich bereits das normale Sensation besitze. Der Umstieg lohnt sich für mich einfach nicht. Ich warte eher auf die nächste Generation. Für diejenigen, die aber jetzt vor der Entscheidung stehen und nicht wissen, welches Smartphones es werden soll, ist das Sensation XE durchaus interessant. Es ist vor allem dann sehr interessant, wenn ihr euch zwischen dem normalen Sensation und dem Sensation XE entscheiden müsst. Das Sensation XE punktet dabei mit dem größeren Akku, der höher getakteten CPU, der Beats Audio-Technologie und dem Beats Headset. Doch das HTC Sensation punktet vor allem mit dem Preis. Ansonsten sind die beiden Geräte so ziemlich gleich. Das Sensation XE bekommt von mir aber auf jeden Fall eine Empfehlung.

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Bildergalerie

Zum Schluss habe ich noch alle Bilder für euch:

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