HTC One S Android ohne 4.2.2 Update: pfui HTC, pfui Community

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Ich habe mit dem HTC Desire die Android Welt kennengelernt und bin, wenn man es so sieht, nur wegen HTC hier an diesem Platz und schreibe bei GIGA ANDROID über die Themen, die mich antreiben, bewegen und interessieren. HTCs Update-Debakel existiert leider seit den ersten Geräten. HTC One S Update: Von hetzenden Nutzern und ignoranten Unternehmen.

HTC One S Android ohne 4.2.2 Update: pfui HTC, pfui Community

Rudern wir ganz kurz zurück: Die Taiwaner haben schon beim HTC Desire Probleme mit dem Gingerbread Update gehabt. Von Android 4 aka Ice Cream Sandwich konnte gar nicht erst die Rede sein. Google verlangte mehr Arbeitsspeicher als im Desire eingebaut wurde, damit war das einstmalige High-End Gerät schnell von der Liste. Schon damals hatte HTC übrigens Probleme mit unterschiedlichen Displays, Samsung hatte wohl den Hahn bei der AMOLED Versorgung zugedreht. Die alternative HTC Desire-Version kam mit SLCD.

Auch das HTC Desire HD bekam kein Ice Cream Sandwich, was vielen wirklich sauer aufstieß. Vor allem, weil HTC mehrmals beteuerte, dass das Desire HD unterstützt werde und leistungsfähig genug für die kommende Sense- und Android-Version sei. Jetzt wiederholt sich die Update-Miesere erneut: Das HTC One S bekommt kein Android 4.2.2 und bleibt damit auf der ersten Jelly Bean Version hängen. Im PR-Text wird eine optimale Nutzung des One S angepriesen, die kein weiteres Update benötige.

We can confirm that the HTC One S will not receive further Android OS updates and will remain on the current version of Android and HTC Sense. We realize this news will be met with disappointment by some, but our customers should feel confident that we have designed the HTC One S to be optimized with our amazing camera and audio experiences.

Das Schlimmste was HTC machen kann, ist zu sagen,
dass ein Update eigentlich unnötig ist

Auf der einen Seite: Das HTC One S ist die gehobene Mittelklasse des Jahres 2012 und bekommt ein Jahr später schon keine Unterstützung mehr. Der Mehrwert durch Updates ist mal mehr und mal weniger groß, doch vor allem für geschlossene Sicherheitslücken, Feature-Updates und Performance-Schübe erwartet man als zahlender Kunde über einen Zeitraum von 2 Jahren Updates. So lange hält mein Smartphone-Vertrag und so lange behalte ich auch mein Handy.

HTC sagt jetzt: Das One S läuft sehr gut und sei so auf sich abgestimmt. Never change a running system. Da ich wenig mit dem One S gearbeitet habe, kann ich dazu leider keine Stellung nehmen, hier würde ich mich über eure Erfahrung in den Kommentaren freuen. Doch mit Bezug auf die letzten Update-Diskussionen kann man doch anstelle von HTC nicht einfach mit solch einer Wischiwaschi-Aussage daherkommen. Warum gibt es kein Update? Wo ist das Problem? Will HTC einfach nicht? Können sie nicht? Gehen sie Pleite oder konzentrieren sie sich zu sehr auf das Line-Up 2013?

In diversen Foren, unter den Kommentaren bei anderen Tech-Blogs, überall regt man sich auf, verteufelt HTC und wird „nie wieder ein taiwanesisches Smartphone in die Finger nehmen“.

Auf der anderen Seite: Sollte das HTC One S wirklich gut laufen, muss dann wirklich unbedingt ein Update her? Ein Großteil der Käufer wird sich mit dem System und Smartphone-Updates gar nicht auseinander setzen. Wer mehr will, wird auch nicht nur auf Sense zurückgreifen wollen, sondern den Bootloader dank HTCdev.com entsperren und Custom Roms drauf spielen. Das Verlangen nach Updates ist vor allem bei der eher kleineren, Tech-affinen Käuferschicht zu finden. Ist HTC Opfer unserer Update-Gier?

Samsung zeigt vorbildlich, wie man Updates verteilt

Nun ja, Samsung hat beim Galaxy S4 schon 3 Updates auf die Verbraucher losgelassen. Vorbildlich, oder? Man könnte es auch so sehen, dass Samsung bisher 3 Updates nötig hatte, um das S4 halbwegs ruckelfrei zu bekommen. Natürlich kann ich da nur von meiner Erfahrung sprechen, doch in diversen Foren und Twitter-Antworten auf meine Fragen nach der Stabilität des S4 scheint dies Einige zu betreffen.

Aber selbst das Galaxy S4 und weitere zwei Jahre alte Geräte werden heute noch mit Updates (Android 4.2.2) unterstützt. Das muss man Samsung lassen! Was ist also der Grund für HTC, sich den Zorn der Medien/Verbraucher auszusetzen und auf ein Update zu verzichten? Bei meiner Recherche zu dem Thema kam ich auf den Hinweis, dass das One S in zwei Varianten verkauft wurde. HTC One S (C1) und HTC One S (C2) – Grund dafür war die Prozessorknappheit des Snapdragon S4 (C1), weshalb man in der Folgegeneration auf den Snapdragon S3 ausgewichen war. Auch wir berichteten darüber.

Ein Grund könnte sein, dass HTC nicht die passenden 4.2.2 Treiber für den S3 CPU von Qualcomm bekommt. Der S3 Prozessor könnte hier der ausschlaggebende Grund für HTC sein, das Update für das HTC One S vollends zu stoppen. Dabei könnte man immerhin eine Hälfte der Kunden mit dem HTC One S (C1) zufrieden stellen. HTC geht hier einen konsequenten Weg und lässt es einfach sein.

HTC One S Testbericht

Im Forum der XDA-Developer ist Android 4.2.2 in der Cyanogenmod Version für den Snapdragon S3 verfügbar, HTCdev bietet die Möglichkeit mit dem Kernel und Bootloader Unlock tief in das System einzugreifen. Wenn man also wirklich will, bekommt man seine Updates auch noch. Nicht offiziell, aber es ist möglich.

Wenn Qualcomm wirklich der Sündenbock hinter dem Problem ist, sollte HTC Rückgrat beweisen. Dann bekommt eben nur eine Hälfte das Update und die andere Hälfte darf sich gern bei Qualcomm beschweren! Ich als großer und treuer Fan des HTC One möchte auch im nächsten Jahr noch Updates und Neuerungen für mein Smartphone bekommen, ein Update-Stopp würde mich ebenfalls mit gemischten Gefühlen zurück lassen. Welch ein glücklicher Zufall, dass wir ausgerechnet jetzt das Android Update 4.2.2 für das HTC One erhalten…

HTC-One-Update

 

Bilder via Shutterstock: Update Tafel / Update me
via II

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