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Huawei Ascend Mate 7 Test - Das edle Flagschiff aus China

Franz Feuerer

Der chinesische Hersteller Huawei ist mittlerweile definitiv auch auf dem deutschen Smartphone- und Tabletmarkt kein Unbekannter mehr. Mit Geräten wie dem Ascend P7 hat man erst vor Kurzem wieder gezeigt, dass man es versteht, hochwertig verarbeitete Geräte mit Highend-Hardware zu einem relativ attraktiven Preis auf den Markt zu bringen. Das Huawei Ascend Mate 7, welches im Rahmen der IFA 2014 offiziell vorgestellt wurde, setzt die Strategie konsequent fort. Für eine UVP von 499€ bekommt man ein sehr hochwertiges 6″ Phablet, das zumindest auf dem Papier, ganz weit vorne mitspielt. Ob es dann auch im Alltag überzeugen konnte, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Huawei Ascend Mate 7 Test.

Testgerät: Huawei Ascend Mate 6 – Silber – ab 499€€ bei Notebooksbilliger | Cyberport | Amazon
Software: Android 4.4 mit Emotion UI 3.0

Huawei Ascend Mate 7 Testbilder:

(Link zum YouTube-Video)

Hardware

Mate 7 Back

Huawei setzt beim Rahmen und der Rückseite des Mate 7 größtenteils auf gebürstetes Aluminium. Das lässt das gesamte Gerät extrem hochwertig wirken und erinnert, nicht nur wegen dem ähnlichen Design, an das HTC One Max. Das Ascend Mate 7 hat uns in Sachen Haptik allerdings nochmal besser gefallen, es ist ein wahrer Handschmeichler. Die Verarbeitung ist ebenfalls super. Zu große Spaltmaße gibt es nicht und die Tasten haben einen hervorragenden Druckpunkt.

Mate 7 Back 2

Das Mate 7 misst 157mm x 81mm und hat damit ganz klar Phablet-Maße. Es ist allerdings auch nur 7,9mm dünn und wiegt 185g. Für ein 6″ Gerät ist es also noch relativ kompakt, was nicht zuletzt an den dünnen Displayrändern und dem hohen Displayoberflächenverhältnis liegt. In Anbetracht der Abmessungen liegt es auch noch relativ gut in der Hand, wobei eine Einhandbedienung natürlich quasi unmöglich ist.
Huawei setzt auf On-Screen-Tasten und verbaut neben einer ganz dezenten Benachrichtigungs-LED auch eine 5 Megapixel Frontamera. Die macht zwar relativ ordentliche Aufnahmen, der automatische Weißabgleich ist aber teilweise nicht wirklich akurat.

Mate 7 Frontkamera

Das Gerät kommt vorerst in den Farben Silber und Schwarz mit 16GB an internem Speicher, der über microSD erweitert werden kann. Eine goldene Version mit 32GB internem Speicher und 3GB statt 2GB Ram ist ebenfalls verfügbar. Ob und wann diese nach Deutschland kommt ist momentan allerdings noch nicht bekannt.
Der Lautsprecher sitzt auf der Rückseite und konnte klangtechnisch durchaus überzeugen. Er ist relativ laut, klingt bei voller Lautstärke dann aber etwas blechern. Was aber vor allem gestört hat, ist die Positionierung auf der Rückseite. Das war bei so schmalen Displayrändern auf der Vorderseite aber vermutlich einfach nicht anders möglich.

Mate 7 Dicke

Der Akku hat eine Kapazität von phänomenalen 4100mAh und ist fest verbaut. LTE Cat6 ist ebenfalls mit an Bord. WLAN- und Mobilfunkempfang sowie Sprachqualität waren prinzipiell auch zufriedenstellend. Teilweise haben wir allerdings bemerkt, dass das Gerät kurzzeitig den Mobilfunkempfang verloren hat und sich dann einige Sekunden später, am gleichen Standort, wieder ins Netz eingebucht hat. Das kann aber natürlich auch an unserem Testgerät liegen. Die UVP für das 16GB-Modell beträgt, wie bereits erwähnt, 499€. Das Gerät sollte eigentlich noch im Oktober nach Deutschland kommen, momentan geben einige Shops aber bereits den November an.

Display

Mate 7 Display

Auch wenn der Name etwas anderes suggeriert, hat das Display eine Diagonale von 6″. Es ist ein IPS-Panel und löst mit 1920×1080 bei 368ppi auf. Auch wenn man bei 6″ darüber nachdenken könnte, auf QHD zu setzen, hat uns die Pixeldichte des Ascend Mate 7 im Test absolut ausgereicht. Die Darstellung ist scharf und detailreich, hier gibt es nahezu nichts zu kritisieren.

Mate 7 Blickwinkel

Anders sieht das beim Thema Farbechtheit und Farbkorrektheit aus. Ab Werk ist das Display deutlich zu warm kalibriert, weiß wirkt schon leicht gelblich. Glücklicherweise kann man in den Displayeinstellungen die Farbtemperatur dem eigenen Geschmack nach anpassen. Stellt man hier den Regler ganz weit nach links in Richtung “kalt” sieht das Ganze schon deutlich besser aus. Trotzdem: Verglichen mit einem iPhone 6 (Plus) oder HTC One M8 wirkt bei unserem Testgerät alles etwas zu kontrastlos.

Mate 7 Sonne

Auch die Displayhelligeit ist nur durchschnittlich. An wirklich sonnigen Tagen hatten wir teilweise durchaus Probleme, Inhalte vom Display abzulesen – meist reicht die Helligkeit aber aus. Die Blickwinkelstabilität ist ordentlich, kann aber auch nicht ganz mit der Konkurrenz von HTC, Samsung oder Apple mithalten. Insgesamt ist das Display also ordentlich, aber nicht ganz auf dem Niveau der Konkurrenz. Irgendwo musste man vermutlich sparen, um die vergleichsweise niedrige UVP zu realisieren.

Performance

Mate 7 Back 3

Als SoC verbaut Huawei den hauseigenen HiSilicon Kirin 925 Octa-Core mit vier A15-Kernen á 1,8GHz und vier A7-Kernen á 1,3GHz. Dazu gibt es, wie bereits erwähnt, 2GB oder 3GB Arbeitsspeicher. Die Performance hat uns im Huawei Ascend Mate 7 Test alles in Allem ziemlich gut gefallen. Egal ob beim Starten und Schließen von Apps, beim Navigieren durch die Homescreens oder beim Surfen, Ruckler und Verzögerungen sucht man größtenteils vergeblich.

Auch die Gaming-Performance kann sich sehen lassen. Modern Combat 5 überzeugt mit ansehnlicher Grafik und relativ flüssigem Gameplay. Auch wenn die Kirin-Prozessoren in letzter Zeit nicht immer überzeugten, können wir hier nicht wirklich viel kritisieren. Wie sich das Ascend Mate 7 in den bekanntesten Benchmarks geschlagen hat, seht ihr in den folgenden Tabelle:

LG G3 Huawei Ascend Mate 7 HTC One (M8) Samsung Galaxy S5 Sony Xperia Z3 OnePlus One
Quadrant Standard Benchmark 23,317 11229 23535 23528 19985 24598
Antutu 32,530 42348 34534 35817 35478 32382
SunSpider 900,8ms 612,3ms 595,0ms 395,3ms 867,4ms 878,9ms
Peacekeeper: 657 1308 1165 855 898 964

Akku

Der Akku hat eine Kapazität von 4100mAh und ist zweifelsohne eines der Highlights des Ascend Mate 7. Bei unserer alltäglichen Nutzung kamen wir meist problemlos auf eine Laufzeit von 2 Tagen. Das ist mit der Konkurrenz kaum möglich. Lediglich das Sony Xperia Z3 oder LG G Flex konnten hier in letzter Zeit mithalten. Auch im Vergleich zu diesen hat das Mate 7 aber etwas die Nase vorne.

Kamera

Mate 7 Hauptkamera

Die Hauptkamera hat eine Auflösung von 13 Megapixeln und kommt selbstverständlich mit einer Foto-LED. Die Bildqualität bei guten Lichtbedingungen kann durchaus überzeugen. Der Autofokus ist sehr schnell, die Bilder werden ziemlich scharf und auch in Sachen Farbechtheit haben sie uns gefallen. Was aber stört ist, dass die Software die Bilder immer etwas nachschärft.

Bei schlechten Lichtbedingungen konnte das Mate 7 aber nicht ganz überzeugen. Hier tritt ziemlich schnell ein starkes Bildrauschen auf und die Aufnahmen lassen an Details vermissen. Das fällt vor allem dann stärker als bei einigen Konkurrenten auf, wenn wirklich wenig Licht verfügbar ist.

Einige Beispielaufnahmen findet ihr in der folgenden Galerie:

Software

Mate 7 Homescreen

Huawei setzt beim Mate 7 auf Android 4.4 und die hauseigene Emotion UI in der Version 3.0. Hier setzt sich der Trend, den wir schon bei älteren Versionen beobachten konnten fort: Die UI wird immer flacher und sieht immer moderner aus. Das Icon-Design ist zwar noch immer sehr rundlich, verspielt und etwas asiatisch angehaucht, Huawei bietet aber diverse Themes an, mit denen sich dies anpassen lässt. Alternativ kann man auch einfach einen anderen Launcher inkl. Icon-Pac installieren.

Mate 7 Notification Bar

In der Benachrichtigungsleiste findet man zahlreiche Shortcuts, um bspw. WLAN oder Bluetooth zu aktivieren oder zu deaktivieren oder um die Displayhelligkeit zu justieren. Alle Apps werden übrigens, wie man es von Huawei kennt, auf dem Homescreen abgelegt, einen App-Drawer gibt es ab Werk nicht.

Mate 7 Fingerprint 2

Zu guter Letzt kommen wir noch zu unserem persönlichen Highlight des Mate 7: Der Fingerabdrucksensor, über den das Gerät bspw. entsperrt werden kann . Der sitzt, ähnlich wie schon beim HTC One Max, auf der Rückseite unter der Kamera, hat aber ansonsten relativ wenig mit diesem zu tun. Ihr müsst einfach nur kurz eueren Finger auf den Sensor halten und das Gerät wird entsperrt. Kein nerviges Aufwecken über den Power-Button. Das Ganze funtioniert sogar noch schneller und komfortabler als Touch-ID beim iPhone 6. Den Fingerabdruckscannern in Samsungs-Geräten oder eben im HTC One Max, ist der des Mate 7 aber fast schon um Welten voraus. Hier waren wir echt beeindruckt.

Huawei Ascend Mate 7 Test Fazit

Prinzipiell hat uns das Huawei Ascend Mate 7 im Test wirklich gut gefallen. Für eine vergleichsweise niedrige UVP bekommt man ein extrem hochwertiges Gerät mit guter Verarbeitung, ordentlicher Performance und starker Akkulaufzeit. Der überragende Fingerabdrucksensor ist definitv ein Alleinstellungsmermal.

Etwas enttäuscht waren wir vom Display. Einige könnten sich an der an manchen Stellen noch immer verspielten UI stören. Ansonsten können wir das Ascend Mate 7 aber definitiv weiterempfehlen. Gerade diejenigen, die große Smartphones mögen, dürften hier auf ihre Kosten kommen.

Huawei Ascend Mate 7
Gut
85%
08/2016
Preis: 499€ In unserem Huawei Ascend Mate 7 Test gefiel es uns vor allem in Sachen Haptik und Performance
Vorteile- Wertiges Design & Verarbeitung
- Guter Fingerabdrucksensor
- Performance
- Akkulaufzeit
Nachteile- Fest verbauter Akku
- Display mit Luft nach oben

Haptik / Verarbeitung 9 Display 7 Kamera 8 Batterie 10 Performance 9 Konnektivität 8 Software 8 Preis / Leistung 9

Weitere Themen: Tabtech.de News-Archiv, Huawei Ascend Mate , Huawei

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