Huawei Mate S als iPhone-Ersatz: „iTry“-Fazit eines Apple-Redakteurs zum Android-Smartphone

Sebastian Trepesch
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In den letzten Wochen hatte ich das Huawei Mate S als Zweit-Smartphone im Einsatz. Es gab mir einerseits Einblicke in die Android-Welt, andererseits sehe ich die Apple-Welt nun etwas anders.

Huawei Mate S als iPhone-Ersatz: „iTry“-Fazit eines Apple-Redakteurs zum Android-Smartphone

Das Huawei Mate S ist ein Android-Smartphone der Oberklasse. Wie bewertet man das Gerät, wenn man ein iPhone gewöhnt ist? Findet man sich schnell zurecht? Lockt vielleicht sogar ein Systemwechsel? In den letzten Wochen fand ich Antworten auf diese Fragen – hier Teil 3 des „iTry“, in dem ich als Apple-Redakteur ein Android-Gerät unter die Lupe nehme.

Das Android-Smartphone wurde mir von Huawei zur Verfügung gestellt.

iTry und Test des Huawei Mate S

Als Test darf dieser Artikel nicht verstanden werden. Mein Kollege Frank von GIGA ANDROID hat das Gerät für euch aber schon kurz nach Veröffentlichung genau untersucht. Eine Zusammenfassung seht ihr hier im Video

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Huawei Mate S: Test

… oder lest seinen ausführlichen Test des Huawei Mate S.

Viele Aussagen von Frank kann ich nur unterstreichen, wobei man als Apple-Redakteur natürlich mit einem anderen Blickwinkel auf das Mate S blickt. Somit lag ein Großteil der Auseinandersetzung mit dem Gerät für mich ganz einfach im Betriebssystem Android. Und eine Kaufentscheidung für oder wider das Gerät wäre nicht nur „iPhone gegen Mate S“, sondern auch „iOS gegen Android“. Im folgenden nun ein paar zentrale Punkte, die mich in den letzten Wochen Nutzung beschäftigt haben.

Huawei Mate S: Gehäuse und Fingersensor

Ansprechend, gut verarbeitet – am Gehäuse kann man nicht meckern. Klar, vor allem die Rückseite sieht irgendwie typisch nach Android aus. Der Kamera wurde viel Platz gegönnt, und dort liegt auch der Fingersensor zum Entsperren des Geräts.

Der Fingersensor: Im Gegensatz zum iPhone öffnet sich nicht animiert der Bildschirm, sondern wir gelangen sofort auf die Bedienoberfläche. Eine gute Umsetzung, denn das Gerät ist somit schneller bedienbar. Ja, der Sensor wirkt wirklich sehr schnell – sofern er den Finger erkennt. Die Fehlerrate liegt doch etwas höher als bei dem iPhone 6.
Die Position auf der Rückseite hat Vor- und Nachteile: Einerseits spart das Platz auf der Vorderseite und der Zeigefinger liegt bei normaler Haltung recht nah am Scanner. Andererseits verlangt sie, das Gerät auszubalancieren. Besonders mit der zugehörigen Klapphülle ist das nicht so einfach.

Die Schutzhülle ist übrigens eine nette Beigabe im Lieferumfang. Das Gerät erkennt das Sichtfenster und passt die Display-Anzeige hierfür an – cool. Der beigelegte Kopfhörer ähnelt stark Apples EarPods-Erfindung...

huawei-mate-s-lieferumfang

Schönes Display, Touchscreen mäßig

Highlight ist das große Display mit dem Hochglanz-Eindruck. Dafür ist es nicht so flach, nicht so unmittelbar, wie das iPhone: Bei letzterem wirkt die Oberfläche dünner. Die Bildschirmdiagonale des Huawei Mate S misst 5,5 Zoll. Dank schmaler Ränder ist das Gerät aber nicht so groß wie das iPhone 6s Plus.

Alle Spezifikationen und Infos zum Huawei Mate S

Eine Entdeckung zum Touchscreen: Mir ist aufgefallen, dass meine Zahl der Fehlbedienungen auf dem Mate S größer als auf dem iPhone ist. Und das bei Apps, die ich vom selben Entwickler auf beiden Geräten installiert habe (Facebook u.ä.). Ich vermute, dass ein schlechterer Touchscreen oder Firmware des Mate S im Gegensatz zum iPhone die Schuld trägt. Apple hat in der Entwicklung große Bemühungen auf die Interpretation der Nutzereingaben aufgewendet.

Kamera des Huawei Mate S im Vergleich mit dem iPhone

13 Megapixel und optischen Bildstabilisator bietet die Kamera – doch gerade bei Fotos darf man nicht so viel Augenmerk auf die technischen Daten als auf die Ergebnisse aus der Praxis werfen. Voilà, hier zwei Beispiele von Mate S und iPhone 6 im Vergleich (jeweils Automatikeinstellungen; Anklicken für größere Darstellung):

Das Huawei Mate S schießt für ein Smartphone gute Fotos. Tagsüber sind die Bilder eher neutral-kühl, teilweise etwas fahl. Bei starken Kontrasten hat das Mate S deutlich mehr zu kämpfen als das iPhone. Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen sind dagegen wärmer und sehen besser aus als die des iPhones (Helligkeit, Farbe, Details). Vereinzelt ist das Bildrauschen etwas höher.

Warum wird ein Android-Smartphone bei Anschluss an einen Rechner eigentlich nicht standardmäßig als „Kamera“ von der Fotosoftware erkannt? Apple hat das gut gelöst.

Zweite Seite: Android versus iOS sowie Fazit zum Huawei Mate S und iTry

Weitere Themen: Android 5.1 Lollipop, iOS, Huawei