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Bescherung im Sommer

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Schneller, besser, billiger: Die Ankündigungen auf der Entwickler-konferenz WWDC erschienen vielen Besuchern wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest – auch wenn Apple nicht alle Wünsche erfüllen konnte.

Nach der Absage von Apple an die MacWorld Expo, die im Januar die Kunden und Partner von Apple nach Kalifornien trieb, gibt es nur noch einen Apple-Event mit globaler Strahlkraft: die Worldwide Developers Conference (WWDC). Über 5000 Entwickler aus aller Welt kommen zu dieser Konferenz nach San Francisco, um von der Apple-Führung verlässliche Aussagen zur künftigen Produktpolitik zu bekommen – und dann in zahllosen Vor-lesungen und Seminaren die detaillierten Auswirkungen auf ihre Arbeit als Programmierer zu erfahren und zu diskutieren.Die Keynote hielt Phil Schiller, der Marketingchef von Apple.

Er präsentierte sich als Teamplayer. Zusammen mit Bertrand Serlet, der bei Apple für OS X verantwortlich ist, und Scott Forstall, bei Apple für die iPhone-Software zuständig, stellte Schiller eine Reihe von Neuheiten vor, die vom WWDC-Publikum begeistert aufgenommen wurden: das iPhone 3G S, iPhone OS 3.0, eine renovierte MacBook-Pro-Linie und attraktive Preise für das neue ­Betriebssystem MacOS X 10.6 Snow Leopard und das bisherige iPhone 3G.

Pimp my iPhone

Mit dem neuen Betriebssystem iPhone OS 3.0 beseitigt Apple nicht nur Schwachstellen des iPhones, sondern legt mit neuen Features die Latte für die Wettbewerber noch ein ganzes Stück höher. Mit den beiden ersten iPhones hat Apple den Mobilfunkmarkt komplett aufgemischt. Noch nie zuvor war es so einfach, mit einem Smartphone Webseiten aus dem Internet anzuschauen, E-Mails zu empfangen und gleichzeitig auf seine Musik- und Videoinhalte unterwegs zuzugreifen. Doch auch wenn das iPhone als „Jesus-Phone“ gepriesen wurde – perfekt war es noch lange nicht. So bemängelten viele, dass ihr iPhone keine Zwischenablage für den Transport von Informationen zwischen verschiedenen Anwendungen bietet.

Mit einem großen Software-Update auf die Version 3.0 beseitigt Apple nun fast alle Schwachstellen. Tippt man in einer beliebigen Anwendung ein Wort doppelt an, wird dieses für eine Zwischenablage markiert. Mit Hilfe von zwei Markern können Anfang und Ende der Auswahl präzise bestimmt und dann kopiert respektive ausgeschnitten werden. Das Betriebssystem stellt die „Cut, Copy & Paste“-Funktion systemweit für Texte zur Verfügung.Auf der WWDC betonte Scott Forstall, der bei Apple für die iPhone-Software zuständige Senior Vice President, wie leicht künftig Entwickler die neuen Bedienelemente für die Zwischenablage in Form einer sprechblasenähnlichen Palette in ihre eigenen Anwendungen integrieren und für eigene Datentypen wie Video, Audio oder andere Inhalte erweitern können.Auch das Fehlen einer MMS-Funktion kann nun von der Mängelliste gestrichen werden. Fotos und Audiodateien – aber auch Kontaktinformationen aus dem Adressbuch oder Standort-Koordinaten aus der Google-Map – können künftig als Multimedia-Message ver-sendet werden. Und im Gegensatz zum US-Provider AT&T unterstützt der hiesige Apple-Partner T-Mobile dieses Feature auch sofort. Die wichtigste Innovation dürfte aber die neue Suchfunktion sein. Anwendungen wie Mail erhalten nun einen Suchschlitz, um die ­Inhalte auf dem iPhone, aber auch die Mails, die sich noch auf dem Server befinden, zu durchsuchen. Außerdem aktiviert man von der Startseite des iPhones aus mit einer Fingerbewegung nach rechts die systemweite Suchfunktion Spotlight. Mit Spotlight kann man nicht nur die Inhalte auf dem iPhone durchstöbern, sondern auch einfach iPhone-Anwendungen starten, die sich irgendwo auf einer der hinteren iPhone-Homepages befinden.

Zu den bekannten Neuerungen des 3.0er-OS gehört auch der sogenannte Landscape-Modus der virtuellen Tastatur. Bislang stand die Tastatur nur im mobilen Browser Safari im Quer­for⁠mat zur Verfügung. Künftig kann man auch E-Mails, Notizen und SMS mit der bequemeren Breitformat-Tastatur schreiben.Interessant dürfte auch die Option sein, das iPhone künftig als mobiles Internet-Modem einzusetzen. Über die von Apple „Tethering“ genannten Funktion kann man vom Mac oder PC aus ohne Zusatzsoftware eine bestehende Internet-Verbindung des iPhones nutzen. Die Verbindung wird entweder über das weiße USB-Kabel oder eine Bluetooth-Software hergestellt. T-Mobile wird dies in absehbarer Zeit unterstützen. Allerdings legte der rosa Riese zum Start der 3.0-Software für das iPhone noch keinen Tarif vor. Daher bleibt das Tethering-Feature bei T-Mobile zunächst deaktiviert. Aber noch im Sommer 2009 will T-Mobile in diesem Punkt nachlegen.Auf der Wunschliste der iPhone-Anwender bleibt unerfüllt die Forderung nach einem Flash-Player für den Safari-Browser stehen, damit Online-Videos nicht nur in der YouTube-Anwendung betrachtet werden können. Adobe und Apple scheinen sich hier nicht näher gekommen zu sein. Experten verwiesen auf der WWDC darauf, dass das Flash-Plug-in schon auf einem aktuellen Mac für eine ungewöhnlich hohe Auslastung der CPU sorge.
Daher wehre sich Apple dagegen, das iPhone mit einem solchen Ressourcenfresser bestücken zu lassen. Immerhin kündigte Forstall die Unterstützung für HTTP-Streaming für Audio und Video an. Dabei sorge das Übertragungsprotokoll je nach verfügbarer Bandbreite (EDGE, UMTS oder WLAN) für die richtige Bit-Rate und Darstellungsqualität.Für Furore wird auch ein Feature der neuen iPhone-Software sorgen, mit der man sein verloren gegangenes Smartphone wieder aufspüren lassen kann. In Verbindung mit MobileMe kann man mit „Find My iPhone“ sein Handy zunächst grob auf einer Google Map lokalisieren lassen. Damit sieht man schnell, ob man sein iPhone bei einem Restaurant-Besuch am anderen Ende der Stadt vergessen hat oder ob sich das gute Stück doch irgendwo in der eigenen Wohnung befinden muss. Über das Web-Frontend von MobileMe kann man dann sein iPhone zwei Minuten lang laut piepsen lassen, selbst wenn man das Gerät zuvor auf den Lautlos-Modus gestellt hatte.
Für einen ehrlichen Finder kann man zusätzlich eine Mitteilung auf das Display des iPhone senden und Hinweise für die Rückgabe übermitteln. Sollte das iPhone gestohlen oder endgültig verschwunden sein, kann man via MobileMe einen „Remote Wipeout“ aktivieren, mit dem die Inhalte auf dem iPhone sofort gelöscht werden. „Find My iPhone“ wertet nicht nur die neue iPhone-Software auf, sondern verschafft nun auch MobileMe ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem sich der Apple-Onlinedienst künftig besser von kostenlosen Onlinediensten wie Hotmail absetzen kann.Das Update auf iPhone OS 3.0 ist für alle iPhone-Nutzer kostenlos. Besitzer eines iPod touch müssen im iTunes Store 7,95 Euro zahlen.

iPhone on Steroids

Das neue iPhone 3G S sieht von außen aus wie das Vorgängermodell. Doch unter der Haube hat sich eine Menge getan. Normalerweise lässt Apple sich bei wichtigen Neuerungen eines Produkts einen aussagekräftigen Marken-namen einfallen. Beim neuen iPhone macht jedoch nur der Buchstabe „S“ den Unterschied aus. Und „S“ steht nicht für Small (klein), sondern für „Speed“ (Geschwindigkeit).Tatsächlich hat Apple an mehreren Stellen auf die Tube gedrückt.

Das neue iPhone 3G S unterstützt den UMTS-Turbo HSDPA (bis zu 7,2 MBit/s), was bei einer guten 3G-Verbindung einen spürbaren Geschwindigkeitsvorteil im Vergleich zum iPhone 3G bringen soll. Aber nicht nur das Funkmodem wurde beschleunigt. Durch eine bessere Hardware kann das neue Smartphone nach Angaben von Apple beispielsweise eine Excel-Tabelle im Anhang einer E-Mail 3,6-mal schneller öffnen als ein iPhone 3G. Die Website der „New York Times“ werde um den Faktor 2,9 schneller geladen. Im Gespräch mit der MACup räumte Produktmanager Greg „Joz“ Joswiak auf der WWDC ein, dass nicht alle Anwendungen in diesem Umfang von der neuen Hardware profitieren. Im Durchschnitt könne man aber schon von einer Verdopplung der Geschwindigkeit sprechen. Auf die Frage, welche Hardware Apple nun konkret im iPhone 3G S einsetzt, wollte Joswiak gar nicht im Detail eingehen. „Wir sprechen nicht von Prozessortypen oder Taktfrequenzen – weil es dem User letztlich egal sein kann. Er will nur, dass das Gerät einfach und schnell zu bedienen ist.“ Wen die technischen Details trotzdem interessieren: Im neuen iPhone 3G S steckt ein neuartiger Mikroprozessor von Samsung mit einem ARM-Cortex-A8-Prozessorkern und einem Grafikkern PowerVR SGX von Imagination, war am Rande der WWDC zu hören.Auch bei der neuen Kamera will Joswiak die Qualität nicht allein an Zahlen, also der neuen Auflösung von drei Megapixeln, festmachen lassen. „Es gibt Hersteller von Digitalkameras, die die Pixelzahl so in die Höhe getrieben haben, dass die Pixel letztlich so klein geworden sind, dass sie nicht mehr richtig die Bildin­formationen aufnehmen können.“ Beim iPhone 3G S habe man mit einer guten Optik und einer intelligenten Software dafür gesorgt, dass die Qualität der Fotos deutlich gesteigert werden konnte. Die Autofokus-Funktion der Kamera kann nun vom Anwender beeinflusst werden. Tippt er auf einen bestimmten Bildbereich, wird dieser scharf gestellt und optimal belichtet. Kommt man einem Motiv auf einen Abstand von zehn Zentimeter nahe, schaltet die Kamera automatisch in einen Makromodus.Das iPhone 3G S kann nun auch Videos in VGA-Auflösung (640 × 480 Pixel) mit einer Geschwindigkeit von maximal 30 Bildern/s aufnehmen. Die Videos können noch auf dem iPhone geschnitten und auf Onlinedienste wie YouTube oder MobileMe hochgeladen werden.Das iPhone 3G S wird in zwei Varianten (16 und 32 Gigabyte) jeweils in Schwarz oder Weiß angeboten. Apple verspricht längere Akkulaufzeiten. Statt sechs Stunden soll man nun neun Stunden per WLAN im Internet surfen können. Bei den UMTS-Verbindungen saugt aber auch das neue iPhone genauso gierig am Akku wie das Vorgängermodell.Mehr Speed und eine bessere 3D-Grafik verspricht Apple durch Unterstützung des Standards OpenGL ES 2.0. Weiterhin verfügt das neue iPhone 3G S über einen digitalen Kompass, der in Verbindung mit dem GPS-Empfänger nicht nur die exakte Position des iPhones ermitteln kann, sondern auch die Richtung, in die das Gerät gehalten wird. Diese Informationen können von anderen iPhone-Apps über eine Schnittstelle abgegriffen werden. Damit sind nun auch auf dem iPhone Anwendungen möglich, die User eines Google-Handys von Vodafone (HTC Magic) bereits kennen. Dort kann man etwa via Google Street View Gebäude auf einem öffentlichen Platz durch die Kamera erfassen und exakt bestimmen lassen. Interessant dürfte die Kompassfunktion auch für die neuen Navigationsanwendungen von TomTom, Navigon und anderen Herstellern sein, die Apple nun auf dem iPhone zulässt.Neu ist auch eine Sprachsteuerung für das iPhone 3G S, mit der man nicht nur das Telefon bedienen, sondern auch die iPod-Funktion im iPhone steuern kann. Dabei kann man nicht nur Interpreten oder Alben-Titel aufrufen, sondern auch mit dem Befehl „Spiel etwas Ähnliches wie dieses“ die Genius-Funktion aktivieren, die dann entsprechende Vorschläge unterbreitet.Natürlich durfte auf der WWDC der Hinweis nicht fehlen, wie umweltfreundlich das iPhone 3G S geraten ist: kein Arsen mehr im Glas des Displays, keine bromierten Flammschutzmittel mehr im Gerät selbst. Das LCD enthält kein Blei mehr. Außerdem benötigt das iPhone kein PVC-Plastik mehr. Und schließlich wurde die Verpackungsgröße noch einmal um 23 Prozent reduziert. Das sollte auch Greenpeace beim nächsten Ranking der Elektronik-Hersteller beeindrucken.Michael Gartenberg, der als Analyst die Geschäfte von Apple verfolgt, wertete auf der WWDC das neue Modell als gelungene Weiterentwicklung der iPhone-Plattform, die den Programmierern der Apps neuen Spielraum gebe. Ebenso wichtig sei aber, dass Apple die Vorgängerversion 3G in den USA um hundert Dollar preiswerter anbiete. „Das wird Wettbewerber wie Palm erheblich unter Druck setzen.“ Zwei Tage vor Beginn der WWDC hatte Ex-Apple-Manager Jon Rubinstein als neuer Palm-CEO den Verkauf des Palm Pre über den US-Mobilfunkprovider Sprint gestartet.T-Mobile bietet seinen Kunden ebenfalls noch das alte iPhone 3G an. Je nach Tarifstufe gewährt die Telekom-Tochter bei Abschluss eines Zweijahresvertrags Rabatte und Gutscheine zwischen 25 und 295 Euro. Die iPhone-Pioniere, die gleich im November 2007 ihr erstes Apple-Handy bei T-Mobile erworben haben, können von sofort an zu Konditionen wie Neukunden ein iPhone 3G S erwerben (siehe Tariftabelle). Allerdings müssen sie damit auch den Vertrag um weitere zwei Jahre verlängern.

Attacke mit Schnee-Leopard

Mit Mac OS X Snow Leopard macht Apple die Intel-Macs fit für Großunternehmen und wagt sich damit ins Revier von Microsoft. In großen Unternehmen und Organisationen sind Rechner von Apple immer noch die große Ausnahme. „Zu teuer“ und „nicht kompatibel“ zur Windows-Infrastruktur – das sind die beiden größten Vorbehalte, die häufig der Beschaffung der Macs entgegenstehen, obwohl sich viele Mitarbeiter in den Unternehmen einen Rechner mit dem Apfel-Logo wünschen. In Zukunft könnte sich das ändern, denn mit der auf der WWDC 2009 in San Francisco vorgestellten Version des Macintosh-Betriebssystems Mac OS X Snow Leopard passen Macs künftig viel besser in die IT-Infrastruktur von Großunternehmen – insbesondere wenn die Firmen auf Exchange, die Kommunikations-Infrastruktur von Microsoft, setzen.Snow Leopard wird künftig mit Systemprogrammen wie Mail, Adressbuch und Kontakte ohne Zusatzsoftware Microsoft Exchange Server 2007 unterstützen. In Mail sieht man nicht nur die E-Mails, sondern auch alle Exchange-Ordner, To-Do-Listen und Notizen.

In Kombination mit iCal ist die Vereinbarung eines Termins mit mehreren Personen einfacher als in Outlook, dem Exchange-Client für Windows. Mit iCal kann man auch bequem Exchange-Ressourcen wie Konferenzräume verwalten. Obwohl Apple inzwischen die Dominanz von Microsoft mit Exchange akzeptiert, konnte sich Bertrand Serlet, der bei Apple für die Entwicklung von Mac OS X verantwortlich ist, bei seiner Präsentation mehrere Seitenhiebe auf Microsoft nicht verkneifen.
Zum einen machte er sich darüber lustig, dass auch Windows 7 immer noch auf überholte Technologien wie DLLs und Registry-Einträge setzt, die vielen Win­d⁠ows-Anwendern immer Ärger bereiten. Kein Anwender solle daran denken müssen, seine Festplatte zu defragmentieren. Und während Apple die Exchange-Unterstützung ohne Zusatzkosten ins Betriebssystem einbaue, müssten Windows-Anwender dafür bezahlen, denn der kostenlose Mail-Client Outlook Express unterstützt die Exchange-Infrastruktur nicht – nur der kostenpflichtige Client Outlook.Ohnehin war Microsoft der unsichtbare Gegner auf der WWDC, der aber irgendwie ständig anwesend schien. Mit einer massiven Preis­sen⁠kung für die MacBook-Pro-Familie reagierte Apple auf die provokanten Werbespots von Microsoft in den amerikanischen TV-Sendern, in denen die Apple-Laptops als superteures Yuppie-Spielzeug verhöhnt wurden. Auch mit Enterprise-Features für das iPhone (Hardware-Verschlüsselung, Remote-Lösch-Funktion) schien Apple auf Microsoft zu zielen. Und bei der Präsentation von Snow Leopard erst recht.Zum einen ging es Apple darum, den Start-Termin von Windows 7 zu schlagen. Microsoft wird mit seinem neuen System am 22. Oktober 2009 an den Start gehen. Apple hat Snow Leopard nun für „September“ angekündigt. Gravierender als der Zeitpunkt dürfte der Preis des Updates sein. Beide Systeme, Windows 7 und Snow Leopard, bieten nicht revolutionär neue Funktionen, sondern sind die besseren Varianten ihrer Vorgänger Windows Vista und OS X Leopard. Doch während Microsoft sich in einem Durcheinander von sechs verschiedenen Windows-7-Versionen verzettelt und Upgrade-Preise von bis zu hundert Dollar im Gespräch sind, sieht die Upgrade-Politik von Apple sehr einfach aus: Anwender von Leopard werden nur 29 Dollar für Snow Leopard zahlen müssen. Das Family Pack, mit dem bis zu fünf Rechner bestückt werden können, kostet 49 Dollar. „Das lässt die Upgrade-Politik von Microsoft sehr schräg aussehen“, sagte Analyst Michael Gartenberg der MACup.Die Entwickler auf der WWDC reagierten auf die Ankündigungen zu Snow Leopard denn auch gelassen. Zum einen waren die meisten Aspekte nicht neu. Nur der Preis und das Aussehen des neuen QuickTime-Clients waren vorab nicht bekannt gewesen. „Apple hat hier keine Revolution vorgestellt, sondern ist den bekannten Weg konsequent weitergegangen“, sagte Serguei Beloussov, CEO von Parallels, der MACup. Als Hersteller einer Virtualisierungs-Software für Windows sei er gespannt, wie viele Anwender in großen Unternehmen tatsächlich ihre Workflows auf dem Exchange-Server auf Apple-Programme umstellen werden. Er gehe davon aus, dass viele User die Infrastruktur Exchange und den Windows-Client Outlook als eine Einheit sehen. Beloussov glaubt, dass insbesondere für kleinere Unternehmen das Server-Angebot von Apple interessant ist. „Xserve ist nicht zu teuer und bietet einige interessante Features wie ein eingebautes Wiki-Sys­tem und andere Tools für die Kooperation in Arbeitsgruppen.“Mit Snow Leopard verabschiedet sich Apple aber auch endgültig von der Generation der Macs mit einem PowerPC-Prozessor, denn das neue System läuft nur noch auf Macs mit einem Intel-Chip. Vier Jahre nach der Ankündigung des großen Wechsels der CPU-Plattform macht Apple einen Schnitt, während Microsoft aus Rücksicht auf seine Unternehmenskunden noch immer Support für Uraltsysteme wie Windows NT 4.0 und Windows XP leistet.Durch die Hallen des Moscone Centers in San Francisco wehte weiterhin die Goldgräber-Stimmung. In der Mac-Entwicklerszene wird derzeit vor allem gefragt, wie man es nur schafft, mit seiner Anwendung in einen Werbespot von Apple aufgenommen oder auf der Startseite des iTunes App Stores gelistet zu werden.

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