iPhone 3G: Die verlorene Generation

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Entschleunigung – für den Prototyp des Apple-Fans ein Fremdwort. Unentwegt befindet er sich auf der Hatz nach dem neuesten Gadget, der Blick gen Apple Store gewandt, die Kreditkarte immer griffbereit. Und doch gibt es sie, Anwender die archaische Geräte à la iPhone 3G noch heute nutzen wollen oder müssen – arme Irre.

iPhone 3G: Die verlorene Generation

Mit dem originalen iPhone bewies Apple Mut zur Innovation, trotz anfänglicher Kritik reifte das Telefon aus dem Hause Apple zum Vorbild aller moderner Smartphones, die Konkurrenz wurde kalt erwischt und benötigte Jahre, um aufzuholen. Letztlich unterstrich auch das Nachfolgegerät im Jahre 2008 den Anspruch auf die Führung. Funktionen wie UMTS- und GPS-Unterstützung machten das iPhone 3G komplett, der neu geschaffene App Store begründete ein vollkommen neues Geschäftsmodell. Der Rest ist Geschichte.

Update-Politik: Es fing so gut an...

Vorbildhaft war zu diesen Zeiten auch die Update-Politik Apples. Im Gegensatz zum androiden Rivalen konnten Käufer sich sicher sein, auch zukünftig noch die neueste Softwareversion des iPhone OS, später iOS zu erhalten. Erst mit der Einführung von iOS 4 in 2010 wurde mit dieser Tradition gebrochen, denn das originale iPhone konnte diese Systemversion nicht mehr nutzen. Ein Umstand, der zu verschmerzen war – lag die Produktionseinstellung des Urvaters aller iPhones doch schon beinahe zwei Jahre zurück.

Das iPhone 3G hingegen durfte sich glücklich schätzen, diese Systemversion noch spendiert zu bekommen, musste aber auf die meisten neuen Funktionen (Multitasking, Bluetooth-Keyboard-Unterstützung etc.) verzichten. Immerhin wurde das iPhone 3G auch erst zu diesem Zeitpunkt aus dem Programm genommen, denn nach der Vorstellung des iPhone 3GS in 2009 verblieb es noch ein Jahr lang als Einstiegsmodell im Portfolio. Konnte also das iPhone 3G damit rechnen, noch über einem Zeitraum von zwei Jahren bis mindestens zum Sommer 2012 von Apple mit Softwareupdates unterstützt zu werden, wie einst zuvor das originale iPhone?

iOS 4.3: Zopf ab!

Besitzer eines solchen Prachtstücks kennen die grausame Antwort, denn iOS 4.3 schaffte nicht mehr den Sprung auf das iPhone 3G. Zu diesem Zeitpunkt (Anfang 2011) lag die Produkteinstellung gerade mal ein halbes Jahr zurück. Ein Schlag in die Magengrube für die einst stolzen Besitzer, besonders für die „Glücklichen“, die noch im Jahre 2010 zum 3G griffen – wie der Autor dieser Zeilen.

Doch welche Bedeutung hat dies für die Nutzer? Vor allem wichtige Sicherheitsupdates gelangen so nicht mehr auf das Gerät und auch zahlreiche Apps werden nicht mehr unterstützt. Nicht wenige davon verlangen mindestens iOS 4.3 – so auch unsere geschätzte und beliebte .

Die Moral von der Geschicht...

Ohne Frage lässt sich auch heute noch ein iPhone 3G nutzen, schließlich befindet sich ja kein terminierter Selbstzerstörungsmechanismus im Gerät – soweit wir wissen. Dennoch, vertrauensbildend ist diese Maßnahme nicht für den Käufer. Das perfide: Egal wie man es wendet, Apple gewinnt. Ein Großteil der iPhone-3G-Nutzer dürfte wiederum alsbald ein neues iPhone erwerben, denn ungeachtet der fragwürdigen Update-Politik dürfte die Markenbindung ungehalten funktionieren.

Mittlerweile hat Apple gar drei Geräte im Portfolio: iPhone 3GS, iPhone 4 und iPhone 4S. Welches wird der „gehörnte“ 3G-Nutzer nehmen? Er wird sich am aktuellsten und somit kostenintensivsten Modell orientieren. Noch mal begeht er nicht den Fehler und greift zum Budget-Modell. Garantien gibt auch Apple nicht, aber wert- und schmerzvolle Erfahrungswerte. Und wer profitiert davon? Apple, denn ein verkauftes iPhone 4S beinhaltet eine wesentlich höhere Marge für den Hersteller.

Eines zeigt die Geschichte deutlich: Waren Apple-Kunden bisher von Fragmentierungsproblemen weitestgehend nicht betroffen, so hat sich und wird sich dies zukünftig ändern. Eine Bitte an Apple in diesem Zusammenhang: Filtert doch bitte im App Store das Angebot per Gerätekennung. Es ist schlicht frustrierend, Apps präsentiert zu bekommen, die man doch nicht nutzen kann. Oder ist dies Teil der Marketingstrategie? Soll dieser Umstand mich zum Hardware-Upgrade nötigen? Da wären wir wieder bei der anfänglich erwähnten Hatz. Was war zuerst da: Die Henne oder das Ei, die App oder das iPhone, das Hase oder der Igel?

PS: Nicht, dass ich doch noch zum Androiden greifen würde, denn vom Regen in die Traufe ist wahrlich nun auch keine Lösung.

Bildquellen:
• „cry“ – Emory Photo (Flickr), veröffentlicht unter CC BY 2.0.
• „iPhone 3G“ – Apple

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Weitere Themen: iPhone 4s, iPhone 3GS, iPhone 5, iPhone 4


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