iPhone-Event: Die letzten Gerüchte vor der Präsentation

iPhone 3GS
Eine Kombination alle Gerüchte der letzten Wochen ergibt, dass Apple in Zukunft gleich vier verschiedene iPhones verkaufen könnte: Zum einen könnte Apple das iPhone 3GS weiterhin als besonders günstiges iPhone verkaufen, daneben könnte es ein dann vergünstigtes, geringfügig überarbeitetes iPhone 4 mit dem Codenamen ““N90A” geben. Und dann gibt es natürlich noch die Gerüchte, dass Apple heute Abend nicht nur ein, sondern zwei neue iPhones vorstellen möchte. Mit den iPhone-Modellen 3GS, 4, 4S und 5 würde Apple immerhin ein breites (Preis-)Spektrum abdecken können.

iPhone 4
Was das iPhone 4 betrifft, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass das Gerät aus dem Jahr 2010 auch in den kommenden noch erhältlich sein wird. Aus dem Foxconn-Werk in Brasilien sind Bilder von Einzelteilen des “N90A”-iPhones aufgetaucht, bei dem es sich einfach um eine neue Version des iPhone 4 – womöglich mit nur 8 Gigabyte Kapazität und vielleicht mit neuem Antenenndesign – handeln dürfte. Ähnlich wie bisher das iPhone 3GS dürfte Apple dieses Gerät neben dem (den?) neuen iPhone(s) zu einem günstigeren Preis verkaufen.
iPhone 4S
Dass Apple heute Abend aber auch ein iPhone mit neuem Innenleben vorstellen wird, das sich äußerlich kaum vom iPhone 4 unterscheidet, gilt mittlerweile als wahrscheinlichste Variante. Das iPhone 4S soll unter anderem einen Apple-A5-Prozessor, eine 8-Megapixel-Kamera und vielleicht mehr Arbeitsspeicher bekommen. Dafür, dass das iPhone mit A5-Chip kein neues Design bekommen wird, spricht unter anderem der Eintrag “iPhone 4S” in den Einstellungen der jüngsten iTunes-Betas sowie der Verweis auf den Codenamen N94 in Apples Inventar. N94-Prototypen soll Apple schon im Frühjahr an ausgewählte Entwickler verteilt haben – und diese Geräte sollen aussehen wie das iPhone 4. Auch beim deutschen Mobilfunkbetreiber Vodafone sind zwischenzeitlich Einträge eines schwarzen und weißen iPhone 4S mit den Flash-Speicher-Kapazitäten 16, 32 und 64 Gigabyte aufgetaucht.
Was den Preis betrifft, soll das iPhone 4S mit 64 Gigabyte laut 9 to 5 Mac das iPhone 4 mit 32 Gigabyte und das iPhone 4S mit 32 Gigabyte das iPhone 4 mit 16 Gigabyte – jeweils zum gleichen Preis – ersetzen. Für Deutschland würde das bedeuten, dass es das iPhone 4S mit 32 und 64 Gigabyte Flash-Speicher ohne Vertragsbindung* für 629 und 739 Euro gäbe. Das 16-Gigabyte-iPhone 4S dürfte dann dementsprechend, sollte es tatsächlich kommen, rund 100 Euro weniger kosten. Die Veröffentlichung stehe nicht schon in dieser Woche, sondern erst am 14. Oktober an – zumindest in den USA.
iPhone 5
Für die Veröffentlichung eines iPhone 5, also eines Modells mit A5-Chip und neuem Erscheinungsbild, sprechen wiederum die Schutzhüllen, die asiatische Produzenten für ein dünneres Gerät mit größerer Grundfläche hergestellt haben. Wie ein solches Gerät aussehen könnte, verdeutlicht unser Design-Prototyp. Von Herstellern aus Asien ist allerdings nichts über die Produktion eines Modells mit diesem Design zu hören, weshalb es mittlerweile nicht mehr so aussieht, als würde Apple dieses in naher Zukunft veröffentlichen.

iOS 5, iCloud, iTunes Match und Assistant
Was für heute anstehende Software-Neuerungen betrifft, dürfte das meiste bereits bekannt sein. Das iOS 5 dürfen registrierte Entwickler bereits seit Juni testen, auch über Apples Cloud-Computing-Angebot iCloud wissen wir bereits durch Beta-Tests Bescheid. Neuigkeiten zu iTunes Match dürften vor allem Kunden außerhalb der USA interessieren – jüngsten Gerüchten zufolge soll es das Cloud-Musik-Angebot bereits diesen Monat in Deutschland geben.
Auch Nicht-Beta-Tester konnten bereits von Apples Cloud-Initiative profitieren: Seit der Vorstellung des Cloud-Computing-Angebots im Juni können sich Apple-Kunden bereits auf einem Apple-Gerät gekaufte Apps und iBooks auch auf anderen Apple-Geräten herunterladen, ohne dass eine manuelle Synchronisation mittels Kabel nötig wäre. In den USA funktioniert das Ganze auch schon mit Musik – in Deutschland fehlen dafür bislang die auch für iTunes Match nötigen Lizenzabkommen mit der Musikindustrie.
Als ich meinen Rechner heute morgen einschaltete und iTunes öffnete, begann dieses selbständig mit dem Download eines einzigen Titels, den ich bereits im Jahr 2005 im iTunes Store erworben hatte – ohne, dass ich einen erneuten Download in Auftrag gegeben hätte. Der Titel befand sich allerdings immer noch in meiner Musikbibliothek, iTunes ersetzte ihn lediglich. Möglicherweise war das nur ein Fehler, allerdings ist es bemerkenswert, dass dieser ausgerechnet heute auftrat.
Die wichtigste Software-Neuerung in Sachen iPhone dürfte jedoch die Integration des “digitalen Sekretärs” Assistant sein. Die Spracherkennung soll es dem Benutzer ermöglichen, das iPhone mit Sprachkommandos zu steuern. Um vernünftig zu funktionieren, soll Assistant allerdings den schnelleren A5-Chip und vielleicht auch den größeren RAM des neuen iPhones voraussetzen, so dass es das Feature nur für Apples neues Smartphone geben dürfte.
Steve Jobs

Dass das heutige Event auf Apples Campus in Cupertino und nicht in einem großen Saal in San Francisco stattfinden wird, sehen einige als Zeichen dafür, dass Apple dem früheren CEO und heutigen Verwaltungsratschef Jobs die Anreise erleichtern wollte und der Apple-Mitgründer zwischenzeitlich ebenfalls die Bühne betreten könnte. Der Blogger Robert Scoble will allerdings erfahren haben, dass der erkrankte Apple-Manager sich nicht gut genug fühle, um in der Öffentlichkeit aufzutreten.
Kein Live-Stream
Wer derweil hofft, die Präsentation live am heimischen Bildschirm sehen zu können, muss sich auf eine Enttäuschung vorbereiten: Auch dieses Mal wird Apple voraussichtlich keinen Live-Stream anbieten. Erfahrungsgemäß wird das Unternehmen kurz nach der Präsentation aber eine Zusammenfassung veröffentlichen. Bei macnews.de gibt es wie gewohnt einen Live-Ticker mit allen Informationen aus Cupertino.
Florian Matthey

