Q3/2010: Umsatzrekord und keine Kannibalisierung durch das iPad

Tizian Nemeth
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Auch diesmal übertrumpft Apple das Vorjahresquartal und steigert sowohl Gewinn als auch Umsatz: Vor allem bei den Mac-Verkäufen hat Apple zulegen können und auch das iPhone ragt wieder aus der Bilanz heraus. Zudem schlagen erstmals auch die iPad-Verkäufe zu Buche. Wir schauen auf und hinter die Zahlen.

Am 20. Juli um 23 Uhr hat Apple-CFO Peter Oppenheimer die Ergebnisse des abgelaufenen dritten Quartals präsentiert. Und erneut konnte Oppenheimer ein Rekordergebnis verkünden, das noch über den eigenen Erwartungen lag. Der Hersteller aus Cupertino hatte einen Umsatz von rund 13,5 Milliarden Dollar und einen Gewinn pro Aktie von 3,33 Dollar angepeilt. Erreicht hat man einen Umsatz von 15,7 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 3,25 Milliarden Dollar, das entspricht 3,51 Dollar pro Aktie.

Beim Umsatz schlägt Apple nun sogar das erfolgreiche zweite Quartal, in dem man 13,5 Milliarden Dollar erzielen konnte und im Vergleichszeitraum von April bis Juni im Jahr 2009 konnte Apple den Umsatz um 78 Prozent steigern.

Einmal mehr sorgen vor allem die guten Verkaufszahlen beim iPhone für das gute Gesamtergebnis. Daran konnten auch die Probleme rund um das iPhone 4 wenig ändern, da Apple das Smartphone erst Anfang Juni vorgestellt hat. Auch bei den Mac-Verkäufen kann Apple zulegen, lediglich die iPod-Zahlen sind im Vergleich zu Q3/2009 leicht rückläufig.

Mac – Kein Kannibalismus durchs iPad

Erneut verkauft Apple 33 Prozent mehr Macs als im gleichen Zeitraum bis Juni 2009. Damit fanden 3,47 Millionen Rechner einen neuen Besitzer, im Vergleichsquartal 2009 waren es noch 2,6 Millionen. Vor allem die mobilen Macs waren wiederum gefragte Ware: 2,47 Millionen MacBooks-, MacBook Pro- und MacBook Air-Modelle gingen über die Ladentische rund um den Globus. Ebenfalls erfreut zeigt sich Apple darüber, dass rund die Hälfte aller Macs an Neukunden gingen.

Von der befürchteten Kanibalisierung bei den Macs durch das iPad ist derweil keine Spur, was auch Apple während der Fragerunde bestätigt. Man konzentriere sich derzeit vielmehr auf Synergieeffekte.

Traditionell ist die Nachfrage nach Desktop-Rechnern geringer – eine Millionen Geräte wurden von April bis Juni verkauft – allerdings liegen die Neuauflagen beim iMac und Mac Pro bereits über ein halbes Jahr zurück. Lediglich dem Mac mini hat Apple zuletzt eine Frischzellenkur spendiert.

iPhone 4 beeinflusst iPhone-Verkäufe

Das iPhone ist erneut Verkaufsschlager im Apple Portfolio. 8,4 Millionen Geräte hat Apple verkaufen können. Das sind m Vergleich zu den ersten beiden Quartalen zwar weniger Handys, aber im Vergleich zum Vorjahresquartal ist es dennoch ein Plus von 61 Prozent. “Es war ein phänomenales Quartal, welches unsere Erwartungen in allen Bereichen übertroffen hat, inklusive der erfolgreichsten Produkteinführung in der Firmengeschichte von Apple mit dem iPhone 4,” sagt Apple-Chef Steve Jobs

Allerdings dürfte das iPhone 4 auch der Grund für den leichten Rückgang von Q2 zu Q3 sein. Aufgrund der zahlreichen Berichte im Vorfeld der Veröffentlichung unter anderem durch Gizmodo dürften Käufer auf das neue iPhone gewartet haben. In der aktuellen Bilanz schlagen sich die Verkaufszahlen allerdings nur zum Teil wider, da Apple das iPhone 4 erst Anfang Juni der Öffentlichkeit präsentiert hat und der Verkauf durch Lieferschwierigkeiten gebremst wurde.

Eine Auswirkung auf die Bilanz des vierten Quartals haben die Empfangsprobleme beim iPhone 4. Apple rechnet mit Kosten von 175 Millionen Dollar für die kostenlosen Schutzhüllen, die der Hersteller an iPhone-Besitzer verteilen möchte. Zu den Verkaufszahlen aufgrund dieser Probleme wagt Apple allerdings noch keine Prognose.

iPad feuert den Umsatz an

Erstmals tauchen nun auch die iPads in der Bilanz auf: 3,27 Millionen Geräte haben seit dem Verkaufsstart im April einen neuen Besitzer gefunden. Bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 640 Dollar erreicht der Hersteller aus Cupertino mit den iPads einen Umsatz von 2,1 Milliarden Dollar. Damit steuern die Tablet-Geräte bereits rund ein Sechstel zum Gesamtumsatz bei. “Das iPad hat einen hervorragenden Start hingelegt,” bestätigt Steve Jobs den Erfolg des neuen Produkts im Apple-Portfolio.

iPod – Erneut stagnierende Verkaufszahlen

Die 9,41 Millionen verkauften iPods bestätigen einmal mehr, dass Apple in diesem Segment die Spitze bereits erreicht hat. Die Verkaufszahlen sanken im Vergleich zu Q3/2009 um acht Prozent und Apple schaffte es nicht die 10-Millionen-Grenze zu halten. Dank des iPod touch konnte man allerdings den Umsatz erneut steigern.

Ein Erfolg ist nach wie vor der App Store Rund 5 Milliarden Apps haben sich Anwender heruntergeladen, das ist eine Milliarde mehr als noch im zweiten Quartal. Insgesamt stehen 225.000 Programme für das iPhone und 11.000 Programme für das iPad zum Download bereit.

Eine eigene Welt innerhalb der Apple-Welt sind die internationalen Online- und Retail-Stores: Insgesamt zogen sie im dritten Q21. Juli)uartal 60,5 Millionen Besucher an, das ist ein Plus von 57 Prozent zum Vergleichquartal 2009.

Ein Blick auf das dritte Quartal

“Wir sind sehr zufrieden über 4 Milliarden Dollar an zusätzlichen Barmitteln in diesem Quartal erwirtschaftet zu haben,” fasst Peter Oppenheimer das Ergebnis zusammen. Für das nun folgende Quartal rechnet er mit einem Umsatz von 18 Milliarden Dollar sowie einem Gewinn pro Aktie von 3,44 Dollar. Neben dem iPad und dem iPhone 4 sollen auch neue Produkte den Umsatz weiter voran bringen, bestätigt Stve Jobs. Mit dieser Aussicht dürften auch Aktieninhaber mehr als zufrieden sein. Direkt nach Verkündung der Quartalszahlen konnte die Aktie um 4 Prozent zulegen, aktuell steht sie bei 251,89 US-Dollar (Stand: 21. Juli)

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