Reddit AMA: Chronik des iPhone-4-Leaks

Flavio Trillo

Vor drei Jahren fand ein 21-Jähriger in einer Bar ein Telefon. Am 19. April 2010 brachte Gizmodo den Artikel, der das iPhone 4 zeigte — zwei Monate vor der offiziellen Präsentation. Brian Hogan berichtet jetzt von seinen Erfahrungen als iPhone-Leaker.

Reddit AMA: Chronik des iPhone-4-Leaks

Bei Reddit stellte sich Hogan einem so genannten AMA („Ask me anything“, „frag’ mich irgendwas“). Anwender konnten ihre Fragen loswerden zum Vor- und Nachspiel des verhängnisvollen Fundes in einer kalifornischen Bar. Ganz zu Anfang wussten Hogan und sein Freund gar nicht, was sie da in Händen hielten.

Als sie herausfanden, dass es sich vermutlich um ein Originalgerät von Apple handelte, versuchten sie, den Hersteller zu kontaktieren. Sie wollten kein Geld, nur das iPhone zurückgeben. Dort nahm man die beiden allerdings nicht ernst.

Also wandten sie sich an verschiedene Tech-Blogs, von denen Gizmodo als erster anbiss. Nach einem ersten Treffen versprach man ihm 5.000 Dollar vorab und 3.000 Dollar nach der Bestätigung durch Apple, dass es sich um einen echten Prototyp handele.

Zur zweiten Zahlung kam es nie — Gizmodo muss klar gewesen sein, dass Hogan nach der Veröffentlichung des Prototyps das Geld nicht mehr ohne erhebliches Risiko verlangen konnte.

Statt dessen wurde er von einer Sonderkommission der Polizei verfolgt, die sich um High-Tech-Verbrechen kümmert.

Am Ende mussten er und sein Freund, mit dem er den Prototypen des iPhone 4 gemeinsam absetzen wollte, je 125 Dollar Schadensersatz zahlen und 40 Sozialstunden ableisten. Weitere zivilrechtliche Konsequenzen folgen eventuell noch. Aber bei Hogen sei „nichts zu holen“. Vermutlich ist der Großteil der Schwierigkeiten für ihn also vorüber.

Trotzdem, leicht war es nicht. Die Presse belagerte sein Haus und das seiner Eltern. Seine damalige Freundin hielt den Stress nicht aus, sie trennten sich wenige Monate nach dem Vorfall.

Hogan stellt sich der Verantwortung für sein Handeln. Rückblickend hätte er vermutlich vieles anders gemacht. „Hinterher ist man immer schlauer“, gibt er zu.

Heute ist er ein Android- und PC-Nutzer mit einem Samsung Galaxy S3. Bereut er die Aktion? „Die kurze Antwort lautet: Ja, auf jeden Fall.“ Er hätte das Telefon dem Eigentümer der Bar geben sollen, dann hätte der glücklose Apple-Mitarbeiter es dort abholen können. Dieser wurde übrigens zwischendurch gefeuert, inzwischen aber wohl wieder eingestellt.

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