Robustheit des iPhone 4: Über Unfallschäden, Defekte und "Glassgate"

Florian Matthey
18

Wer ein iPhone 4 kauft, kann mit deutlich weniger technischen Mängeln als Käufer von Konkurrenzprodukten rechnen – sollte aber dennoch besonders vorsichtig mit dem Gerät umgehen. Der Produkt-Versicherungsanbieter SquareTrade Warranties zeigt, dass die Zahl der Unfallschäden besonders hoch liegt. Unter der Fragilität leiden dabei auch Hersteller von iPhone-Schutzhüllen.

SquareTrade hat die Schadensmeldungen der Kunden analysiert, die sich ihre Smartphones bei dem Dienstleister versichert haben. Bereits im Oktober teilte das Unternehmen mit, dass die Zahl der Unfallschäden beim iPhone 4 um 68 Prozent höher liege als beim iPhone 3GS. Auch bei der Hochrechnung auf 12 Monate zeigt sich eine klare Tendenz.

Bis dahin rechnet SquareTrade mit einer Quote Unfall-Schadensquote in Höhe von 13,8 Prozent der Kunden, die ein iPhone 4 versichert haben. Beim iPhone 3GS lag die Zahl noch bei 9,4 Prozent. Mit technischen Defekten, die nicht auf Unfälle zurückzuführen sind, sollten in den ersten zwölf Monaten aber nur 2,1 Prozent der iPhone-4-Besitzer rechnen – beim iPhone 3GS lag der wert bei 2,3 Prozent und somit ebenso hoch wie die Smartphones von Motorola. Die Ausfallrate der BlackBerry-Smartphones liege mit 6,3 Prozent vergleichsweise hoch, HTC kommt auf 3,7 Prozent. Unfallschäden gebe es bei jeweils 12,2 Prozent der Motorola- und HTC-Smartphones, aber nur bei 6,7 Prozent der BlackBerry-Geräte.

Über die fragile Glas-Rückseite des iPhone 4 ärgern sich vor allem Hersteller von Schutzhüllen, die anders als Apples Bumper auch die Rückseite des Geräts verdecken. Sie schützen diese zwar vor Stößen, allerdings führen Staubpartikel zwischen Rückseite und Schutzhülle zu Glaskratzern, die sogar zu Sprüngen im Glas führen können. Aufgrund dessen hat Apple alle entsprechenden Schutzhüllen und Batterie-Packs aus den eigenen Stores entfernt – nach den Empfangsproblemen unter dem Schlagwort “Antennagate” sprechen viele Beobachter schon von “Glassgate”.

Cult of Mac zitiert Hersteller von Hüllen, die einen großen Rückschlag für ihr Weihnachtsgeschäft sehen und sich über Apples Produktdesign ärgern: Wäre die Rückseite nicht aus Glas, bestünde das Problem einfach gar nicht. Den Quellen von Cult of Mac zufolge untersuche Apple entsprechende Schäden, die in erster Linie durch solche Hüllen auftreten, in die der Benutzer das iPhone hereinschiebt. Solche, die sich aufs Gehäuse “schnappen”, führten nicht zu Schäden.

Weitere Themen: iPhone, Apple

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz