Kältetest: iPhone 4S verabschiedet sich bei minus 10 Grad

Florian Matthey
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Kalt ist es in diesen Tagen, sehr kalt: In einigen Gebieten Deutschlands gehen die Minusgrade sogar in den zweistelligen Bereich. Wer raus muss, sollte sich warm anziehen – und sich nicht zu sehr auf sein iPhone verlassen. Im Kälte-Vergleichstest mit anderen Geräten schneidet das iPhone 4S nicht sonderlich gut ab.

Kältetest: iPhone 4S verabschiedet sich bei minus 10 Grad

Als Betriebstemperatur fürs iPhone 4S nennt Apple einen Rahmen von 0 bis 35 Grad Celsius. Das ist kein sonderlich niedriger und kein sehr hoher Wert – vor allem angesichts dessen, dass HTC und Nokia für ihre Geräte zum Teil Werte von minus 20 bis 50 Grad Celsius angeben. Allerdings liegt es nahe, dass das iPhone 4S tatsächlich größere Temperaturschwankungen aushält und Apple nur seine eigene Verantwortung begrenzen will.

Vergleichstest im Wetterzimmer

Es bietet sich also ein Härtetest an. MikroPC, die finnische Ausführung der Zeitschrift PCWorld, ging mit einem iPhone 4S und diversen Konkurrenzprodukten in ein “Wetterzimmer”, in dem sich verschiedene Umweltbedingungen simulieren lassen. Wenig überraschend funktionierten alle Handys bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ohne Probleme – das hat auch Apple noch so angegeben.

iPhone 4S gibt bei minus 10 Grad auf

Wenn die Temperatur auf minus 5 Grad sinkt, bekommen einige schon erste Probleme. Das iPhone 4S konnte die SIM-Karte plötzlich nicht mehr erkennen, das Nokia N9 zeigte eine fast leere Batterie an. Bei minus 10 Grad verabschiedete sich das iPhone 4S dann aus dem Test: Es vermeldete, dass die Batterie leer sei und schaltete sich ab. Die LC-Displays anderer Geräte hatten bei noch niedrigeren Temperaturen zu kämpfen, wobei AMOLED-Displays besser mit entsprechender Kälte umgehen konnten. Zusätzlich treten bei entsprechender Kälte aber auch Verbindungsprobleme auf.

Am besten konnten günstigere Handys mit niedrigeren Temperaturen umgehen. Während sich bei minus 15 und minus 20 Grad weitere Smartphones verabschiedeten, funktionierten einige günstige Geräte noch bei minus 25 Grad – lediglich das Display reagierte langsamer. Überraschenderweise hielten Samsungs Geräte diese Temperaturen noch besser aus als Nokias – obwohl letzteres Unternehmen immerhin aus dem kalten Finnland stammt.

Das beste Smartphone für die Kälte: Samsung Galaxy S II

Das einzige Smartphone, das in diesen Temperaturen noch funktionierte, war Samsungs Galaxy S II – dieses versagte erst bei minus 35 Grad. Die letzten regulären Handys verabschiedeten sich wiederum bei minus 40 Grad.

Dass die Geräte in der Kälte Probleme bekommen, lässt sich durch einfache physikalische Gesetze erklären: Die chemische Reaktion in den Batterien verlangsamt sich, weshalb die Handys “glauben”, dass diese nicht geladen sind. Auch die Flüssigkristalle in den Displays werden bei Kälte träge.

Wer also mit einem iPhone in die Kälte geht und dort verweilen will, sollte darüber nachdenken, ein Zweit-Handy mitzunehmen. Abgesehen von Samsungs Android-Gerät Galaxy S II scheinen wieder einmal günstigere Handys robuster als Smartphones zu sein. Der Effekt lässt sich allerdings auch verringern, wenn das iPhone die meiste Zeit in der Hosentasche bleibt. Dort wärmt es dann die Körpertemperatur.

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