Kritik an Siri: “Steve Jobs wäre verrückt geworden”

Apple bewirbt Siri als wichtigste Neuerung des iPhone 4S – unter anderem in Werbespots mit Prominenten. Doch nicht alle sind vom Spracherkennungs-Assistenten begeistert: Einem “Insider” zufolge “schämen” sich viele Apple-Mitarbeiter für die Qualität des Produkts – und Steve Jobs wäre “verrückt geworden”.

Kritik an Siri: “Steve Jobs wäre verrückt geworden”

Siri ist nicht für jeden die beste Freundin

Siri mag gerade im Vergleich mit Konkurrenzprodukten gut zu funktionieren. Viele halten die Spracherkennung dann aber doch zu ungenau und störanfällig, um sie wirklich sinnvoll nutzen zu können. Der Autor dieser Zeilen besitzt beispielsweise eine iPhone 4S, benutzt Siri aber so gut wie nie. Zugegebenermaßen soll er sich damit aber einer Umfrage zufolge in der Minderheit befinden.

Werbespots zeichnen verzerrtes Bild

Wie dem auch sei – auch Apple verweist oft darauf, dass sich Siri noch in einer “Beta”-Phase befinde. Und eines ist klar: So gut, wie Apple Siri in seinen Werbespots darstellt, funktioniert die Software nicht. Einige iPhone-4S-Kunden ärgern sich darüber sogar so sehr, dass sie Apple wegen mutmaßlich irreführender Werbung verklagt haben. Ein Blogger hat zu Testzwecken versucht, ähnlich wie Samuel L. Jackson in dessen iPhone-4S-Werbespot mit Siri zu kommunizieren.

Vor allem Jacksons Bitte an Siri, eine Erinnerung zu erstellen, dass er Gapzacho auf Eis legen möchte, dürfte viele echte Siri-Benutzer verblüfft haben: Soll Siri das wirklich beim ersten Versuch verstanden haben? Der Blogger versuchte mehrere Male, sein Siri das gleiche Kommando verstehen zu lassen, Siri verstand aber nur Sätze wie “Put the spot show on ice”, “Put the spots on Icenhour” oder “Put tickets botulinum”. Selbst die Aufnahme aus dem Werbespot selbst konnte Siri auch nach mehreren Versuchen nicht verstehen.

Tim Cook: Bruch mit Steve Jobs’ Qualitäts-Vorstellungen?

Nun hat Apple eigentlich den Ruf, Funktionen nur dann in die eigenen Produkte zu integrieren, wenn sie auch wirklich gut funktionieren. Eine “Beta”-Version lässt Apple die Endkunden eigentlich fast nie testen. In einem Artikel über Apples neuen CEO Tim Cook stellt der Fortune-Redakteur Adam Lashinsky die These auf, dass Steve Jobs das iPhone 4S in dieser Form mit dieser Siri-Version vielleicht nicht veröffentlicht hätte – und zitiert einen “früheren Insider” mit den Worten, dass “die Leute sich für Siri schämen. Steve wäre mit Siri verrückt geworden”.

Laut Lashinsky werde die Bewertung von Cooks Leistung entscheidend von der Qualität zukünftiger Apple-Produkte abhängen. Insgesamt zeichnet Lashinsky in dem Artikel aber ein positives Bild über Cooks bisherige Führung: Der neue CEO versuche, Apples “Magie” weiter leben zu lassen und zeige sich in dieser Position zunehmend selbstbewusster.

Überhaupt stellt sich die Frage, ob Jobs selbst nicht noch in die Entscheidung, das iPhone 4S mit der Siri-Beta zu veröffentlichen, involviert war: Als Apple die Firma Siri im April 2010 übernommen hatte, war Steve Jobs noch in vollem Umfang aktiver CEO des iPhone-Herstellers. Und ein iPhone 4S ohne Siri hätte vielleicht zu wenige Neuerungen gebracht, um Kunden zu überzeugen.

Hinzu kommt, dass es auch unter Jobs immer wieder neue Produkte gab, die mit Qualitätsproblemen zu kämpfen hatten – in Sachen Hardware sei beispielsweise das iMac-Flimmern der 2009er-Modelle genannt, in Sachen Software beispielsweise das nicht ganz ausgereifte Final Cut Pro X.

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