iPhone 4S gegen eine Kompaktkamera: Testfotos

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Bei dem neuesten iPhone hat Apple die Kamera nochmal gründlich überarbeitet: neuer Sensor mit 8 Megapixel, verbessertes Objektiv, zusätzliche Funktionen. Kann sich das Smartphone damit schon gegenüber einer Kompaktkamera behaupten? Und sind gegenüber des Vorgängers die Verbesserungen überhaupt im Bild zu sehen? In unserem Kameratest haben wir das iPhone 4S genauer unter die Lupe genommen.

Unser iPhone 4Smusste für den Vergleich gegen die Nikon P7000 antreten – laut Fotozeitschriften aktuell eine der besten Kompaktkameras auf dem Markt, und nicht ganz billig ().

. Einige Daten im Vergleich:

Smartphone gegen Kompaktkamera
iPhone 4S Nikon P7000
Auflösung 8 Megapixel 10,1 Megapixel
Zoom Festbrennweite, Digitalzoom 28 – 200mm (entsprechend Kleinbild) + Digitalzoom
Größte Blende 1:2,4 1:2,8
ISO (keine Herstellerangabe) 100 – 3200 (+Hi)
Autofokus Fokussieren per Fingertipp Einzelautofokus, permanenter Autofokus; versch. Messfeld-Optionen
Bildstabilisator ja, digital ja, bewegliche Linsengruppe und digital
Blitz LED-Licht Blitz, Blitzschuh
Dateiformate JPG JPG, RAW (NRW)
Besonderheiten Geotagging, HDR, Apps für Bildbearbeitung und Effekte Motivprogramme, RAW-Entwicklung, Nachtmodus, Objektiv-Korrektur

Die Bilder wurden nicht korrigiert, nur (teilweise) verkleinert. Viele Einstellungen standen auf “Automatik”.

Schönwetter und Schatten (iPhone 4S, Kompaktkamera, iPhone 4)

Bei guten Lichtverhältnissen schlägt sich das iPhone 4S sehr gut. Das Bildrauschen ist deutlich höher als bei der Kompaktkamera, aber Detailzeichnung und Farben sind überzeugend. Hier das Ausgangsmotiv (iPhone 4S):

Und nun 100-Prozent-Ausschnitte. Die unterschiedlichen Motivgrößen resultieren aus den unterschiedlichen Pixelzahlen.

iPhone 4S mit erkennbarem Bildrauschen:

Deutlich glattere Flächen und schöne Schärfe bei der P7000 (die kühle Farbe ist dem manuellen Weißabgleich geschuldet – Fehler des Fotografen):

Zum Vergleich das iPhone 4: Noch höheres Bildrauschen als bei dem neuen Smartphone:

Das gleiche Spiel nocheinmal mit einem anderen Bild, 100 Prozent, in der Reihenfolge Nikon, iPhone 4S, iPhone 4:

Fazit: Die Kamera des iPhone 4S ist in der Tat besser als die des Vorgängermodells. Je nachdem, wie gut welcher Autofokus arbeitet, liegen 4S und Kompaktkamera bei guten Lichtverhältnissen qualitativ nah beieinander. Lediglich das Bildrauschen ist bei dem Smartphone merklich höher.

Nachtgeschichten von iPhone 4S und Kompaktkamera

Jetzt wird es schwierig: Wenig Licht, ein kleiner Kompaktkamera-Sensor und noch viel kleinerer iPhone-Sensor. Kann das etwas werden? Wir verwenden die , sowohl für die Nikon (), als auch das iPhone 4S (. Damit können wir die Kameras an einer Laterne befestigen.

Lange Belichtungszeiten sind somit fast kein Problem (es war recht windig…). Die P7000 löst mit 1,26 Sekunden bei rauscharmen ISO 100 aus und erziehlt schöne Wischeffekte der Autos. Bei dem iPhone können längere Belichtungszeiten nicht eingestellt werden. 1/15 Sekunde scheint die kurzmöglichste Zeit zu sein. Eine Angabe zum ISO-Wert ist in den Metadaten des Fotos leider nicht zu finden.

Kompaktkamera (für größere Ansicht bitte 2x hintereinander auf das Bild klicken):

iPhone (mit HDR):

In dieser moderaten Anzeigegröße ist die Qualität des iPhones noch akzeptabel. Die 100-Prozent-Ansicht zeigt die Schwächen:

Bei der Nikon lässt sich die Schrift auf dem Schild trotz leichter Verwackelungsunschärfe bei der langen Belichtungszeit besser erahnen:

Zoomt man sich etwas an das Brandenburger Tor heran, gibt das bei der Kompaktkamera keine große Verschlechterung der Bildqualität – dem optischen Zoom sei Dank. Vom digitalen Zoom sollte man die Finger lassen. Bei dem iPhone sieht es unter diesen Lichtverhältnissen unterirdisch aus, wie der 100-Prozent-Auschnitt unten zeigt:

Fazit: Bei schlechter Beleuchtung werden die Unterschiede zwischen guter Kompaktkamera und iPhone in der Bildqualität groß. Nachteilig wirken sich bei dem Telefon fehlende Funktionen und manuelle Einstellmöglichkeiten aus – eine lange Belichtungszeit ist eigentlich Pflicht.

HDR-Funktion im iPhone 4S

HDR bedeutet High Dynamic Range. Bei dieser Technik werden starke Kontraste durch geschicktes Zusammenrechnen mehrerer Fotos mit verschiedenen Belichtungszeiten reduziert. Diese Option kann direkt in der Kamera-App des iPhones eingeschaltet werden, dann schießt das Smartphone in kürzester Zeit drei Fotos und rechnet sie zusammen. Ein “normales” Bild kann zusätzlich gespeichert werden.

Mit HDR (Bildgröße 50 %):

Ohne  HDR (Bildgröße 50 %):

Dem iPhone glückt die Berechnung der HDR-Aufnahme oft gut (siehe dieses Beispiel), vereinzelt sind allerdings Farbton und Helligkeit gründlich daneben. Bei Nachtaufnahmen ist das Bildrauschen in den HDR-Bildern hin und wieder extrem hoch. Grund hierfür ist eine (zu) starke Anhebung der Schattenbereiche.

Fazit: Die HDR-Funktion ist manchmal sinnvoll, manchmal nicht – probieren geht über studieren. Das iPhone macht die drei Bilder sehr schnell hintereinander, sodass die Schüsse aus der Hand gelingen können. Die Farben wirken sehr natürlich.

Mit liebevoll produzierten HDR-Aufnahmen kann die Funktion aber nicht verglichen werden.

iPhone 4S gegen Kompaktkamera – Zusammenfassung

Kompaktkamera und Smartphone – eigentlich haben wir hier Äpfel mit Birnen verglichen. Aber Apple rühmt sich ja für die gute Bildqualität, also ist die Gegenüberstellung durchaus berechtigt.

Das iPhone 4S hat einen noch kleineren Sensor als (mittelgute und gute) Digitalkameras. Das macht sich in einer schlechteren Detailauflösung und vor allem hohen Bildrauschen bemerkbar – noch dazu, wenn auf den Sensor 8 Millionen Pixel gequetscht werden.

Trotzdem schlägt sich das iPhone wirklich gut. Schnappschüsse bei Nacht sind in kleiner Ansicht gerade noch ausreichend. Bei guten Lichtverhältnissen trumpft das Telefon richtig auf. Schön: Der Autofokus kann simpel auf das gewünschte Objekt gesetzt werden – einfach mit dem Finger auf den Touchscreen tippen.

Wer auf Effekte steht, ist mit dem Smartphone sogar besser bedient, als mit der Nikon P7000: Denn hier kommt es auf die Bildqualität nicht ganz so stark an, und Bearbeitungen können mit interessanten Apps direkt im iPhone vorgenommen werden. Bild rechts: Bearbeitung mit Snapseed direkt auf dem iPhone 4S.

Snapseed (AppStore Link)
QR-Code
Snapseed
| Preis: Gratis

Wer optischen Zoom, längere Belichtungszeiten beziehungsweise allgemein zahlreiche manuelle Einstellmöglichkeiten wünscht, der kommt um eine Digitalkamera nicht herum. Die Nikon P7000 habe ich übrigens bereits mit der Spiegelreflex D300 und der Leica X1 verglichen.

Erkenntnis: Mit dem iPhone 4S fotografieren macht Spaß, und es können gute Fotos gelingen. Ein schönes Motiv hilft oft mehr, als eine super Kameraausrüstung.

Hier noch ein paar iPhone-4S-Aufnahmen (große Ansicht nach 2 Klicks):

Weitere Informationen zum Thema auf benm:

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Weitere Themen: iPhone, Apple

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