Tipp: Fernauslöser und mehr für die iPhone- und iPad-Kamera

Flavio Trillo
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Die iPhone-Kamera lädt geradezu dazu ein, durch Apps ergänzt zu werden. Kein Selbstauslöser, keine getrennte Fokus- und Belichtungssperre, und nur zwei jämmerliche Möglichkeiten, den Auslöser zu betätigen. Wir präsentieren daher zu unserer Themenwoche „iPhotographie“ einige Fernauslöser und praktische Zusatzapps.

Tipp: Fernauslöser und mehr für die iPhone- und iPad-Kamera

An der Leine: Kabelauslöser leicht gemacht

Die meisten von uns benutzen die klassischen weißen Kopfhörer, die mit dem iPhone geliefert werden. Zumindest so lange, bis uns auffällt, wie unschön sie klingen. Nicht alle wissen aber, dass noch mehr in dem schlichten Gummi-Accessoire steckt. Wie die meisten anderen Kopfhörermodelle mit Lautstärkeregler sind auch sie eine taugliche Kabelfernbedienung für die Kamera in Apples Smartphone.

Seit iOS 5 erlaubt Apple von sich aus die Betätigung des Auslösers mittels der Knöpfe zur Lautstärkeregelung. Diese sind in vielen Situationen deutlich einfacher zu erreichen als die Touch-Schaltfläche. Doch diese Neuerung hatte Folgen.

Fortan war es nämlich möglich, auch die Lautstärkeregler an dem weißen und so gut wie allen anderen Headsets als Auslöser zu verwenden. So lässt sich ein entsprechend eingespanntes iPhone beispielsweise hervorragend als Dokumentenscanner einsetzen.

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Schnappschuss per Tastendruck: Bluetooth-Fernauslöser

Bei der Suche nach einer kabellosen Option, schließlich kann man auch bei Bluetooth-Headsets lauter oder leiser stellen, stießen wir jedoch auf Granit. Keines der getesteten Geräte, die sich vom Preis her (unter 20 Euro) für eine Zweckentfremdung als Fernauslöser eignen, konnte die Linse zum Auslösen bewegen. Auch ein höherpreisiges Gerät von Jabra konnte die gewünschte Funktion nicht liefern.

Falls ihr ein höherwertiges Bluetooth-Headset (ohnehin schon) besitzt, dessen Lautstärkeregler tatsächlich als Fernauslöser funktionieren, schreibt uns eure Erfahrungen in die Kommentare!

Doch nun zu dem „Ausweichmanöver“ für alle ohne Headset, die aber eventuell ein anderes Zubehörteil ihr Eigen nennen.

Die Bluetooth-Tastaturen von Apple und anderen Herstellern für den Mac, sowie solche für iPhone und iPad eignen sich nämlich ebenfalls mehr oder minder hervorragend als Fernauslöser. Abgesehen von den üblichen Funktionstasten reagiert das iPhone auch auf den „Lauter-Knopf“ mit einem anachronistischen Kamerageräusch. Leider ist jedoch eine vollwertige Tastatur kaum als praktischer Begleiter zu Schnappschuss-Gelegenheiten zu sehen. Eher fürs heimische Mini-Studio.

Klick via App: Zwei iOS-Geräte bedienen einander fern

Es gibt aber zum Glück noch andere Möglichkeiten, das iPhone fernzusteuern. „There's an app for that“ — Natürlich gibt es auch dafür Anwendungen im App Store. Da wäre zunächst , eine einfache App, die im Grunde genau das vollbringt, was man will: Mit einem iOS-Gerät die Kamera eines anderen via Bluetooth oder Wi-Fi-Verbindung auslösen.

Als „Sende-Kamera“ ist die App fürs iPhone gratis. Die Kontroll-Funktion zum Auslösen der Kamera eines weiteren iPhone oder iPad erhält man per In-App-Kauf für 0,79 Euro. In der kostet die App von vorn herein 0,79 Euro, dafür entfällt der In-App-Kauf. So lassen sich also mehrere Kameras in mehreren Geräten bei einmaligem Kauf der App steuern.

Ganz ähnlich funktioniert . In der kostenlosen Version ist die Funktionalität stark eingeschränkt. So bleiben etwa die Live-Vorschau auf dem Remote-Gerät und eine vernünftige

Bildqualität der Pro-Version vorbehalten. Sie kostet 1,59 Euro, ist wahlweise auch per In-App-Upgrade erhältlich und sei Fernfotografen an dieser Stelle ans Herz gelegt. Neben diversen Filtern können nämlich, im Unterschied zu Duplicam, auch Fokuspunkt, Belichtung und Weißabgleich gesteuert werden. LED-Blitz, Auslöse-Timer und die Möglichkeit zum Kamerawechsel runden dieses insgesamt sehr empfehlenswerte Anwendung ab. Voraussetzung ist natürlich in beiden Fällen der Zugriff auf ein zweites iPhone, iPad oder einen iPod touch.

Bei Bewegung Bild: Mit allen Sensoren auslösen

Mit einem ganz anderen Ansatz kommt die App daher. Eigentlich als Softwareergänzung eines Kamera-Verbindungskabels gedacht, kann das Programm auch mit der internen iPhone-Kamera arbeiten. Sie macht sich alle Sensoren zunutze, die das iPhone zu bieten hat. Darunter auch die Lautstärkeregelung — aber ganz anders, als wir es bisher kennen. Nachdem ein Grenzwert bestimmt wurde, entsteht bei lauteren Geräuschen automatisch eine Aufnahme.

Zudem lassen sich Zeitraffer-Videos mit mannigfaltigen Optionen vorbereiten und auch die gereiste Distanz kann als Auslösekriterium dienen. Allein die Stichworte Gesichtserkennung, HDR-Zeitraffer, Magnetsensor verdeutlichen den enormen Funktionsumfang der App. Mit 7,99 Euro ist sie allerdings auch nicht gerade von der günstigsten Sorte.

Last but not least: 5 tolle Kamera-Apps

Hier noch ein paar weitere iOS-Apps, mit denen sich die Kamera des iPhone hervorragend ergänzen lässt:

 — Vielseitige Einstellungsmöglichkeiten für zeitversetzte Aufnahmen (0,79 Euro).

 — Erlaubt zusätzlich, das gesamte Display als Auslöser zu nutzen und ist sogar kostenlos (die  für Bilder in voller Auflösung kostet 1,59 Euro).

— Von den gleichen Entwicklern wie Slow Shutter Cam, 24 Bilder pro Sekunde aufnehmen und anschließend das beste auswählen (1,59 Euro).

— Umfangreiche App mit vielen Bearbeitungsmöglichkeiten sowie “Stabilisator” der erst auslöst, wenn Motiv und Fotograf still halten, Fokus- und Belichtungssperre, Burstmodus und vielem mehr (0,79 Euro).

645 PRO — Liefert nahezu unkomprimierte Fotos, noch bevor die JPEG-Keule zuschlägt und bietet zudem diverse Zusatzfunktionen im Retro-Design (2,39 Euro).

Wie fotografiert ihr mit Euren iPhone, iPod touch und iPad: Software-Button, Lautstärkeregler oder aus der Ferne per Funk? Kennt ihr noch andere gute Fernauslöser-Apps?

Weitere Themen: iTunes für Mac, iPod touch 2014, iPad 3, Apple