Apple A6: Entstehungsgeschichte hinter Apples erstem eigenen Chip

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Der Apple-A6-Chip im iPhone 5 ist eine wichtigere Neuerung als es auf den ersten Blick scheint. Immerhin handelt es sich bei dem Chip um den ersten, den Apple wirklich selbst entwickelt hat. Apple soll seit Jahren an dem Projekt gearbeitet haben, um gegenüber der Konkurrenz einen Vorteil von einigen Monaten zu erhalten.

Apple A6: Entstehungsgeschichte hinter Apples erstem eigenen Chip

Als Phil Schiller das iPhone 5 präsentierte, erklärte er, dass der neue Prozessor Apple A6 doppelt so leistungsfähig sei wie der Apple A5 im iPhone 4S. Genauere Details zum Chip-Design und dessen Entstehungsgeschichte verriet Apples Marketing-Chef aber nicht – obwohl diese offenbar sehr interessant sind.

Der Halbleiter-Experte Linley Gwennap (via Mac Rumors) äußert sich ausführlicher über die Hintergründe. Er glaubt, dass Apple mehr als 500 Millionen US-Dollar in die Entwicklung des ersten eigenen ARM-Chips gesteckt habe – zum einen musste das Unternehmen für rund 400 Millionen Dollar die Chip-Entwickler P.A. Semi und Intrinsity übernehmen, um das nötige Know-How und Personal ins Unternehmen zu holen.

Auch musste Apple Lizenzen von ARM erwerben – und zwar nicht nur für die einzelnen von ARM entwickelten Konstruktionen, sondern auch dafür, einen eigenen Chip auf Basis der ARM-Architektur zu entwickeln. Über letztere Lizenz verfügen nur wenige Unternehmen.

Darüber hinaus dürfte Apple für die Entwicklung des A6 selbst rund 100 Millionen Dollar bezahlt haben. Nach der Übernahme von P.A. Semi soll Apple die bisherigen Mitarbeiter des Unternehmens in zwei Teams aufgeteilt haben, wobei eines sich zunächst der Entwicklung des Apple A4, des Apple A5 und des Apple A5X widmete. Diese Prozessoren basieren auf ARM-Chips, für die diverse Hersteller eine Lizenz besitzen.

Das andere Team habe sich wiederum um die Entwicklung des ganz eigenen Chips, also des A6 gekümmert. Zunächst soll Steve Jobs von ihnen eine unrealistische Leistung verlangt haben (“insanely great”), dann aber eingesehen haben, dass auch Apple nur mit Wasser kocht – also den Gesetzen der Physik gehorchen muss.

Im Sommer 2011 sollen die ersten Test-Exemplare des Apple A6 fertig gewesen sein – was erklärt, warum der Chip schon letztes Jahr durch die Gerüchteküche geisterte. Daraufhin habe Apple sich aber Zeit genommen, den Chip zu optimieren, weshalb sich im neuen iPad auch noch eine Variante des Apple A5 – der A5X – befindet.

Mit dem neuen Chip hat Apple laut Gwennap rund drei Monate Zeitvorsrpung vor der Konkurrenz: Apple habe schon jetzt einen Chip, der so leistungsfähig ist wie der ARM-Chip Cortex A15. Auf diesen werde beispielsweise Samsung erst in drei Monaten, also nach dem lukrativen Weihnachtsgeschäft setzen können. Das ist vor allem auch angesichts dessen interessant, dass Apple den Chip von Samsung produzieren lässt – Samsung selbst diesen aber natürlich nicht einsetzen kann.

Die von Apple im nächsten Jahr vorgestellten Geräte – das vierte iPad und das siebte iPhone – dürften ebenfalls auf dem A6 basieren, dann aber vielleicht wohl vier Prozessorkernen oder einem verbesserten integrierten Grafikprozessor arbeiten. Von der Investition dürfte Apple also noch einige Zeit profitieren.

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