Intels Vizepräsident für Chip-Architektur, Dave Whalen, erklärte im Rahmen der Präsentation des “Medfield”-Chips auf der CES 2012, dass sich das Unternehmen bewusst erst einmal auf Android konzentriert hätte. Die Kunden hätten einen Chip für Googles Mobil-Betriebssystem gewollt. Dabei soll es aber nicht unbedingt bleiben: Intel erkenne an, dass es auch andere Möglichkeiten gebe, darunter “Windows” und “andere Betriebssysteme”. Apples iOS wachse weiter, und “wir reden mit jedem”.

Allerdings müsste Intel bei Apple wohl besonders viel Überzeugungsarbeit leisten. Das Unternehmen setzt seit dem ersten iPad auf selbst entwickelte Chips auf Basis der ARM-Architektur, dafür hatte das Unternehmen im Jahr 2008 sogar den Chip-Entwickler PA Semi für 278 Millionen US-Dollar übernommen. Mittlerweile sollen rund 1.000 Apple-Mitarbeiter an der Chip-Entwicklung beteiligt sein. Ein “Intel-Switch” würde bedeuten, dass Apple diesen Weg nach wenigen Jahren schon wieder aufgeben müsste.

Immerhin glaubt Intel, einen Weg für mehr Effizienz gefunden zu haben: Anders als beispielsweise Apples A5-Chip im iPad 2 und iPhone 4S setzt Intel mit dem Atom Z2460 nicht auf eine Architektur mit mehreren Kernen. Stattdessen erlaube die Hyper-Threading-Technologie das Ausführen mehrerer paralleler Berechnungen. Laut Whalen ist das deutlich stromsparender.

Man sehe sich mit dem neuen Chip zumindest auf Augenhöhe, wenn nicht sogar vor der Konkurrenz, so der Intel-Manager. Letztendlich sei ein Smartphone auch nichts anderes als ein herkömmlicher Rechner, nur auf einem anderen Niveau. Und mit Computer-Chips habe Intel nunmal “mehr als 40 Jahre Erfahrung”.