iPhone 5: "Breitband-Audio" nicht in den USA - dafür aber in Europa

Florian Matthey
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Apple behandelt andere Märkte als den heimischen, amerikanischen gerne etwas stiefmütterlich – Besitzer des neuen iPad, die auf LTE verzichten müssen, können ein Lied davon singen. Anders ist es bei der neuen “Breitband-Audio”-Technologie im iPhone 5: Diese wird nicht in den USA, wohl aber in Europa funktionieren. In Deutschland dürfen sich Telekom-Kunden freuen.

iPhone 5: "Breitband-Audio" nicht in den USA - dafür aber in Europa

Das PC Magazine widmet dem Thema einen Artikel, der auch die technischen Hintergründe beleuchtet. Grundsätzlich gebe es drei verschiedene Möglichkeiten, Breitband-Audio oder “HD Audio” mit einem Mobiltelefon anzubieten: Die eine sei, auf den Digital-Audio-Codec EVRC-NW zu setzen und das Signal über ein 2G-CDMA-”1x Advanced”-Netz zu übertragen. Dabei handele es sich um eine proprietäre Lösung des Mobil-Chip-Herstellers Qualcomm. Das iPhone 5 unterstütze diese Technologie aber nicht.

Stattdessen setzt das neue Apple-Smartphone auf den Codec AMR-WB, wobei es die so komprimierten Daten dann über ein 3G-GSM-, also UMTS-Netz übertragen kann. Diese Lösung sei recht einfach zu implementieren, einige europäische Netzbetreiber erlauben auch entsprechende Verbindungen. In Deutschland ist die Telekom bisher der einzige HD-Voice-Anbieter. Die amerikanischen GSM-Netzbetreiber AT&T und T-Mobile USA, eine Telekom-Tochter, setzen derweil auf eine andere Technologie.

Diese setzt ebenfalls auf den Codec AMR-WB, überträgt die Daten aber über LTE-Verbindungen – es handelt sich also um Voice-over-LTE. Neben den US-GSM-Anbietern setzt darauf auch der amerikanische CDMA-Provider Verizon Wireless. Das iPhone 5 unterstützt diese Technologie – trotz der Integration eines LTE-Chips – allerdings nicht.

Wie Apples Marketing-Chef Phil Schiller bei der iPhone-5-Präsentation erklärte, sorgt der Einsatz des neuen Codecs dafür, dass das iPhone das gesprochene Wort bei herkömmlichen Telefonverbindungen mit einem deutlich geringeren Qualitätsverlust komprimiert. Die Sprache soll also klarer und natürlicher sein, auch soll das iPhone, so das PC Mag, besser mit Hintergrundgeräuschen umgehen können. Schiller erklärte, dass “über 20 Netzbetreiber” die Technologie für das iPhone 5 anbieten werden – erklärte aber erst einmal nicht, welche das sind.

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