iPhone 5 hinter Android-Smartphones: Rankings genau lesen
Auf amerikanischen Apple-Blogs zieht eine “Schreckensnachricht” ihre Kreise: Das iPhone 5 sei das schlechteste Smartphone unter den Top-Modellen, wenn man dem Ranking von Consumer Reports glauben will.
“Consumer Reports sagt, das iPhone 5 sei das schlechteste unter den Top Smartphones”, ist Business Insider empört, und 9to5mac schreibt: “Consumer Reports straft wieder das iPhone ab“. Denn das Magazin Consumer Reports bewertet in seiner Februar-Ausgabe die Top-Handys – für viele Smartphone-Interessenten eine Kaufentscheidungshilfe. Für das iPhone fällt wider Erwarten kein Spitzenplatz ab.
Die Zeitschrift bewertet die Smartphones unterteilt nach US-Mobilfunkanbietern. Im Netz von AT&T nimmt das iPhone den dritten Platz ein, bei Sprint ebenfalls. Bei T-Mobile und Verizon taucht das Apple-Produkt auf den ersten drei Plätzen gleich gar nicht auf.
Die Empörung ist ein bisschen übertrieben.
- Die Bewertungen liegen nah aneinander. In der Kategorie AT&T zum Beispiel liegt das LG Optimus G mit 79 Punkten auf Platz 1, das iPhone 5 hat 77 Punkte.
- Die Bewertungskriterien sind aktuell noch nicht bekannt. Wie erreichen die Bewerber um die Top-Plätze ihre Punkte? Erst wenn das bekannt ist, wissen wir, ob die Android-Telefone verdient vor dem iPhone liegen, oder eben nicht.
- Mit dem Ranking wird Consumer Reports den Erfolg des iPhones nicht wesentlich schmälern können.
Tests & Rankings hinterfragen
Tests und Rankings bieten häufig eine gute Entscheidungshilfe für den Kauf von Produkten. Allerdings spiegeln sie nicht immer die eigenen Anforderungen und Wünsche wieder – egal, ob sie subjektiv oder objektiv verfasst wurden. Beispiel: Vor zwei Jahren veröffentlichte Computer Bild einen Test von Tablets. Die einzelnen Funktionen bewerteten die Prüfer mit Schulnoten. Fehlte eine geforderte Funktion, gab es die Note 6 dafür. Die Gesamtnote stand also nicht nur für die Qualität des Tablets, sondern für das (Nicht-)Vorhandensein bestimmter Funktionen.
Bei so einem Test ist es sinnvoller, sich als Leser
- die Einzelnoten zu betrachten und
- sich zu fragen, welche Funktionen man braucht, und welche nicht.
Dann kann der dritte Platz plötzlich der persönliche erste werden – oder auch nicht.


