iPhone 5 in LiquidMetal sieht gut aus

Ralf Bindel
82

Über den Einsatz von LiquidMetal, das ultraleichte, stabile und kratzfeste Wundermaterial in neuen Apple-Geräten, ist schon viel spekuliert worden. Bis die Unibody-Gehäuse der MacBook daraus bestehen, vergeht wohl noch einige Zeit. Doch ein neues iPhone 5 oder eigentlich iPhone 6 könnte schon in diesem Jahr einen Korpus aus der exklusiven Legierung haben – und sich damit von Konkurrenten wie dem Galaxy S3 in Größe und Komfort unterscheiden.

iPhone 5 in LiquidMetal sieht gut aus

Das neue Samsung Flaggschiff unter den Smartphones, das Galaxy S3, hat keinen keramischen Körper wie erwartet, sondern einen aus Kunststoff. Aus Plastik, wie es einige auch nennen, besteht dabei nur die äußere Hülle. Das war auch schon mal beim iPhone 3G/3GS so.

iPhone 4 und iPhone 4S besitzen einen stählernen Rahmen, Vorder- und Rückseite bestehen aus Glas. iPhones vor dem 3G hatten einen leichten Rücken aus Aluminium, dessen Verlust viele bedauern.

Vom Material zur Form

Alle Spekulationen, wie das neue iPhone aussehen könnte, hängen von dem eingesetzten Material des tragenden Metallgerüsts ab. Je dünnwandiger dieses ist, um so mehr Innenleben kann innerhalb eines solchen Rahmens verbaut werden. Das betrifft die Größe des Displays und die des Akkus. Möglicherweise wirkt es sich auch auf die Empfangsleistung der Antenne aus. In jedem Fall kann es trotz leistungsfähigerem Innenleben und Verzicht auf den gläsernen Rücken leichter werden.

Darüber nachzudenken, was passiert, wenn Apple die LiquidMetal genannten Legierung für seine neuen Smartphones nutzt, ist nicht der schlechteste Weg, der möglichen Form und Größe möglichst nahe zu kommen.

LiquidMetal als Lösung

Zwar äußerte sich neulich Atakan Peker, einer der Erfinder des Materials, eher negativ über einen baldigen Einsatz. Tatsächlich könnte es noch eine Weile dauern, bis Apple größere Teile wie die Unibody-Gehäuse der MacBook aus LiquidMetal fertigt. Kleinere Gehäuse, wie die des neuen iPhone oder des nächsten iPad könnten jedoch durchaus schon in den Genuss kommen. Gründe dafür gibt es genug: Schließlich ist das neue iPad der dritten Generation wieder etwas schwerer und dicker als das iPad 2 geworden.

Noch ist es jedenfalls nicht soweit. Die erste Anwendung des amorphen Metalls gab es allerdings schon: In den US-amerikanischen iPhones 3G bestand die Nadel für den SIM-Kartenschacht daraus.

Wie Glas ohne Gewicht

Das Besondere an LiquidMetal ist, dass mit der Zirconiumlegierung im Gegensatz zu anderen amorphen Legierungen dünnere und gleichzeitig stärkere und festere Konstruktionen möglich werden, bei einer Verarbeitbarkeit ähnlich Kunststoff. Man stelle sich das so vor, dass heutige Autos bei gleicher Tragfähigkeit schmaler, leichter, stabiler und damit ressourcenschonender gebaut werden könnten. Kratzfest, ähnlich dem berühmten Gorilla-Glas-2, ist die Oberfläche auch noch und wie Glas ist es amorph und besitzt keine kristallinen Kornstrukturen. Überhaupt sind auch Optik und Griff mit der Anmutung von Glas zu vergleichen.

Kommt hinzu, dass Apple seit Sommer 2010 die Exklusivrechte an diesem Superwerkstoff besitzt. Atakan Peker glaubt, dass Apple damit ganz besondere Geräte konstruieren könne, an die der Wettbewerb mangels ähnlicher Materialien nicht herankäme.

Das neue iPhone

Der Einsatz von LiquidMetal im neuen iPhone könnte diesem also auf dem heiß umkämpften Markt der Smartphones neuen Schub geben. Ein iPhone 5 oder 6 oder wie es auch immer heißen wird (vielleicht nur „das neue iPhone“), mit ein paar Millimetern geringerer Dicke als dem Riesensmartphone Galaxy S3 und nahezu rahmenloser Displaygröße mit besserer Akku- und Empfangsleistung würde den technologischen Abstand vergrößern. Der Apple-Innovationsstern würde mit dem neuen „Flüssigmetall-iPhone“ wieder heller und weiter leuchten als zuletzt mit dem relativ einfachen „Upgrade“ iPhone 4S.

Der Designer Antoine Brieux hat sich jedenfalls der Idee des „dünner und größer durch LiquidMetal“ noch einmal gewidmet und ein Mockup, eine 3D-Designstudie, dazu angelegt. Über das Problem der Abwärtskompatibilität der iPhone-Display-Größe hatten wir ja schon mal referiert. Konsequent vergrößert Brieux das Display auch nur leicht und verlängert es eher nach oben und unten.

 

 

Der interessanteste Aspekt bei seinem Konzept, das in der Virtualität natürlich den größeren Raum besser nutzt, ist der virtuelle Homebutton auf der zusätzlichen Displayfläche. Dadurch hätten Apps, die das ohne weiteres nutzen wollen, mehr Platz in der Vollansicht, also Filme, Spiele, Musik, Browser etc. Wo und wann immer notwendig, erschiene auf dem Display der virtuelle Homebutton.

Home Sweet Home

Nun mag man seine berechtigten Zweifel haben, ob Apple je auf den physischen und gut spür- und ertastbaren Button auf der Oberseite verzichten wird. Denn die kleine Mulde bietet viel Orientierung und ist ein wahrer Heimathafen für den Finger. Dennoch: die Idee eines rahmenfüllenden Displays ist konsequent. Und sicher findet Apple auch für diesen Fall einen Weg, sich aus Apps zu verabschieden oder sonstige Funktionen per „Homebutton“ aufzurufen.

Der Gehäuseentwurf eines iPhone 5 oder 6 oder wie auch immer in LiquidMetal gefällt jedenfalls schon mal und zeigt, wohin der Weg von Apple vs. Samsung und Co. gehen kann mit dem hauseigenen Werkstoff. Ach ja, Brieux liefert auch gleich noch ein paar Wunschwerte mit, die das neue iPhone beschreiben:

iPhone 5 oder „Das neue iPhone“

  • Vierkern Apple A6 Prozessor
  • 4,5 Zoll Display
  • 16:9 Darstellung
  • 10 Megapixel Kamera
  • Virtueller Homebutton
  • Integrierte SIM-Karte
  • LiquidMetal-Gehäuse
  • 116,2 x 59,4 x 7,9 Millimeter (L x B x H)
  • Kommt im Oktober 2012

Zum Vergleich das Samsung Galaxy S3

  • 4,8 Zoll Display
  • 8,6 mm dick
  • 133 Gramm
  • Vierkern Samsung Exynos 4 Prozessor
  • 8 Megapixel Kamera
  • Kunststoffgehäuse in blau oder weiß
  • 136,6 x 70,6 x 8,55 Millimeter (L x B x H)
  • Kommt noch im Mai 2012

Wie die inneren Werte nun aussehen, mag den meisten Normalnutzern egal sein. Hauptsache, die Größe stimmt, neben der Leistung. Und das in jeder Hinsicht: bei Display, Gehäuse, Gewicht, Akku. Nichts davon darf zu groß sein, außer der Leistungsfähigkeit des Akkus. Ein LiquidMetal-Gehäuse fürs neue iPhone könnte jedenfalls der Schlüssel dazu sein. Und die Entwürfe von Brieux sehen elegant und annehmbar aus. Oder was meint Ihr?

Bilder: Nak-Phone-Design

Weitere Themen: iPhone 4s, Apple

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz
}); });