Das iPhone: Nur ein Aufguss alter Ideen (Video des Tages)

Sven Kaulfuss
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Nichts ist ein Original, alles ist ein Remix – so der New Yorker Filmemacher Kirby Ferguson. Für die Überprüfung dieser tiefgreifenden These, nimmt er sich in seinem neusten Werk das iPhone vor. Provokant? Vielleicht. Ein Denkanstoß? In jedem Fall.

Ist Kreativität stets eine Solo-Veranstaltung, kommt sie allein aus dem Innersten der Seele, des Geistes? Die Anhänger und Verfechter der Remix-Kultur sehen dies anders. Sie akzeptieren und propagieren den Ansatz der gegenseitigen Beeinflussung. Kein Künstler, kein Ingenieur, kein Entwickler kann sich heute von der Macht der Inspiration freimachen – selbst wenn diese nur unterschwellig wirkt. DAS Original gibt es nicht mehr.Wir leben vielmehr in einer Realität, in der aus Altem Neues entsteht. Patente und übermäßig beanspruchte Urheberrechte schützen allein das Banale, das Offensichtliche, das schon Dagewesene. Sie bremsen dadurch die kulturelle und technologische Entwicklung.

iPhone, Android und Co: Der Kreis schließt sich

Ferguson ist Anhänger und Verfechter dieser Bewegung. In seiner populären Filmreihe „Everything is a Remix“ veranschaulichte er bereits diese Ansicht. Sein neuestes Werk „Everything is a Remix: Case Study: The iPhone“ kann als eine Ergänzung gesehen werden. Zunächst klärt er den Irrglauben auf, Apple hätte die Eingabemethode des „Multi-touch“ erfunden. Gleichfalls honoriert er den Umstand der markttauglichen Einführung. Im weiteren Verlauf des Videos veranschaulicht er die Entlehnung diverser Bedienelemente aus der realen Welt für das ursprüngliche iPhone OS – kurz Skeuomorphismus. Der Rest der Industrie greift die Idee auf und entwickelt sie weiter. Schlussendlich bedient sich Apple für iOS 7 dieser neu entstandenen Bedienansätze – Apple „remixt“ Windows Phone, Android und Web OS. Kurzum: Der Kreis schließt sich.

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Die Remix-Kultur: Chance für die Menschheit

Anstatt diese gegenseitige Beeinflussung zu akzeptieren, bekriegt sich die Smartphone-Branche lieber in den Gerichtssälen der Welt – „Patent war“. Ein Ausweg: Die Welt der Remix-Kultur, in der neue Ideen und Produkte aus Bekanntem entstehen dürfen. Am Ende profitiert davon die gesamte Menschheit. Ferguson hielt anlässlich der TEDGlobal-Konferenz im Jahr 2012 hierzu einen sehr eindrucksvollen Vortrag. Wer die Idee hinter der Remix-Kultur verstehen möchte, der sollte darauf definitiv einen Blick werfen. Übrigens: Das Beispiel des iPhones findet auch hier schon Erwähnung – ab Minute 5:20.

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Via Cult of Mac.

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