Attentäter-iPhone 5c: FBI gibt Hinweis auf Zugriff-Methode

Florian Matthey
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Wie hat das FBI Zugriff auf das iPhone 5c des San-Bernardino-Attentäters bekommen? Eine neue Aussage der Behörde, der zufolge die Methode nicht mit neueren Geräten funktioniert, lässt zumindest Rückschlüsse zu.

Attentäter-iPhone 5c: FBI gibt Hinweis auf Zugriff-Methode
Bildquelle: GIGA APPLE

Der FBI-Direktor James Comey erklärte gegenüber CNN, dass die Methode, die das FBI für den Zugriff auf die auf dem iPhone 5c gespeicherten Daten verwendet hat, nicht mit iPhone-Modellen ab dem iPhone 5s funktioniert.

Das spricht dafür, dass das FBI die Methode verwendet hat, die Edward Snowden beschrieben hatte: Für einen Zugriff auf die gespeicherten Daten ist es möglich, die auf dem NAND-Flash-Speicher-Chip gespeicherten verschlüsselten Daten zu kopieren, dann automatisiert Passcode-Zahlenkombinationen auszuprobieren, bis das Betriebssystem die Daten nach mehrfacher Falscheingabe löscht, um die verschlüsselten Daten dann wieder aufzuspielen und mit dem Prozess von vorne zu beginnen. Hierfür ist es zwar offenbar nötig, den Flash-Chip aus dem Gerät zu entfernen, allerdings ist so ein Zugriff ohne Modifikation des Betriebssystems möglich.

Allerdings verfügen Apple-Geräte mit einem Apple-A7- oder neueren -Chip über einen zusätzlichen Schutzmechanismus: Das Gerät speichert die Daten in einer „Secure Enclave“ („sicheren Enklave“), die auch erkennt, wenn ein Überschreiben der Chip-Inhalte mit zuvor kopierten verschlüsselten Daten geschieht – und dann den Zugriff verweigert. Die „Enklave“ soll so sicher sein, dass selbst eine Modifikation des Betriebssystems durch Apple – wie das FBI sie ursprünglich für das iPhone 5c verlangt hatte – nach Ansicht einiger Experten nicht möglich wäre.

Auch wenn der Streit zwischen Apple und dem FBI sich erst einmal erledigt hat, bleibt die Frage offen, ob amerikanische Behörden IT-Unternehmen zur Kooperation in Ermittlungsverfahren zwingen kann. Ein US-Gesetzesentwurf sieht sogar strafrechtliche Konsequenzen vor, wenn Unternehmen dies unterlassen. Überraschend hat sich das Weiße Haus jetzt aber eine Unterstützung dieses Entwurfs verweigert – die nicht-Kooperation zu einer Straftat zu machen geht der US-Regierung offenbar zu weit.