Billig-iPhone: Analystin glaubt an höhere statt niedrigere Gewinnmarge für Apple

Florian Matthey
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Das iPhone ist Apples wichtigste “Cash Cow”, bei keinem anderen Gerät kann sich das Unternehmen eine derart hohe Gewinnmarge leisten. Manche glauben, dass Apples Gewinnmarge durch ein Billig-iPhone leiden würde – eine Analystin glaubt hingegen an das Gegenteil.

Billig-iPhone: Analystin glaubt an höhere statt niedrigere Gewinnmarge für Apple

Viele Beobachter verlangen seit Jahren, dass Apple ein günstigeres iPhone oder “Billig-iPhone” – möglicherweise mit Plastik-Gehäuse – veröffentlicht, um mehr Kunden zu erreichen. Vor allem für viele Kunden der großen Schwellenmärkte wie China, Indien oder Brasilien ist ein iPhone aktuell zu teuer, so dass sie sich eher für Konkurrenzprodukte – allen voran mit Googles Android – interessieren.

Andere Investoren schielen aber mit Sorge auf Apples Gewinnmarge, die zuletzt ohnehin schon nachgelassen hat. Eben diese Sorge gilt als ein Grund dafür, dass Apples Aktienkurs in den letzten Monaten vom Rekordwert in Höhe von 700 Dollar auf zeitweise knapp unter 400 Dollar in die Tiefe ging.

Katy Huberty von Morgan Stanley macht sich diese Sorgen hingegen nicht: Sie glaubt, dass Apple das günstigere iPhone für 399 Dollar ohne Vertragsbindung anbieten wird. Das sind 51 Dollar weniger als das, was Apple in den USA für das iPhone 4 in der Variante ohne Mobilfunkvertrag verlangt – allerdings auch mehr als das, was viele Befürworter eines günstigen iPhone fordern.

Sollte Apple das Gerät aber für 399 Dollar verkaufen, dann wird sich die allgemeine Gewinnmarge des Unternehmens nach Hubertys Einschätzung erhöhen – und eben nicht sinken. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die Gewinnmarge des iPhone in einem so großen Maße über dem Durchschnitt der Apple-Produkte liegt, dass sich auch bei hohen Verkaufszahlen eines Billig-iPhone der Schnitt insgesamt erhöhen würde.

Auch bei einem Preis von über 349 Dollar würde der Gewinn steigen, ab dem – etwas krummen – Wert in Höhe von 393 Dollar käme dann alles der Gewinnmarge zugute. Für die zweite Jahreshälfte 2013 glaubt Huberty deshalb mittlerweile an eine 6 Prozent höhere Gewinnmarge als bisher – wobei Apple dank des günstigeren iPhone statt 77 Millionen ganze 100 Millionen iPhones absetzen würde.

Dass Apple sich mit dem iPhone auch eine viel höhere Gewinnmarge als die Konkurrenz leistet, zeigt ein Blick auf den Handy-Markt: Im ersten Quartal diesen Jahres erzielte Apple 57 Prozent des Gesamtgewinns auf dem weltweiten Markt aller Mobiltelefone, obwohl der Marktanteil bei lediglich 10 Prozent lag.

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