Billig-iPhone: Apple-CEO Cook deutet neues Produkt mit eigenen Vorzügen an

Sebastian Trepesch
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Ja, es könnte ein billiges iPhone von Apple geben. Es wird aber kein klassisches Low Budget-Smartphone, wie zahlreiche Android-Modelle auf dem Markt zu finden sind. Das deutete jetzt Apple-Chef Tim Cook an.

Billig-iPhone: Apple-CEO Cook deutet neues Produkt mit eigenen Vorzügen an

Vergangenen Abend stand Apple-CEO Tim Cook bei der “Technology and Internet“-Konferenz der Investmentbank Goldman-Sachs-Konferenz Rede und Antwort (Zusammenfassung bei Macrumors). Natürlich wurde er auf ein Billig-iPhone angesprochen, das zur Zeit die Gerüchteküche stark beschäftigt.

Cook betonte, dass es keine Billig-Produkte von Apple geben wird: Apple möchte nicht in einen Preiskampf mit der Konkurrenz treten, sondern sich vielmehr über gute Produkte und ein besonderes Nutzer-Erlebnis abheben. Und gute Produkte kosten Geld.

Wie kann sich Apple nun trotzdem den Billig-Bereich im Smartphone-Markt erschließen?

Zwei Strategien erwähnt Tim Cook bei der Konferenz:

1. Den Preis der überholten Produkte reduzieren. Cook verwies auf die Preissenkung des iPhone 4 und 4S im letzten Herbst, als das iPhone 5 auf den Markt kam. Ähnliches können wir bei dem iPad beobachten: Neben dem iPad 4 ist immer noch eine Variante des iPad 2 im Programm. Wer lieber weniger bezahlt, aber auf Retina-Display verzichten kann und nicht mehr als 16 Gigabyte Speicher benötigt, kann hier für 399 Euro zugreifen. An sich ist das iPad 2 ja nicht schlechter geworden. Es ist nur nicht mehr auf aktuellstem Stand der Zeit (Display-Auflösung...)

2. Günstigere Produktalternativen anbieten. Tim Cook verweist auf zwei Beispiele in der Produkthistorie von Apple: “Als wir den iPod veröffentlichten, kostete er 399 Dollar”, so Cook. “Jetzt kannst Du einen iPod shuffle für 49 Dollar kaufen.” Ebenso zieht Cook den Mac als Beispiel heran, den Apple nicht für einen Verkaufspreis von 500 oder 1000 Dollar entwickelte. “Wir arbeiteten lange daran, und erfanden schließlich das iPad”, so Cook.

Apple versucht, statt mit Billig-Produkten (gleichzusetzen mit “qualitativ minderwertigen Produkten”) Alternativen zu erfinden, die einen eigenen Zweck erfüllen oder eigene Erlebnisse bieten. Netter Nebeneffekt für das Unternehmen: Ein neues Produkt kann sogar eine Ergänzung zum bisherigen Modell sein, der Kunde also beide besitzen wollen (z.B. iPod shuffle trotz iPhone).

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Was bedeutet das nun für das Billig-iPhone?

Apple wird kein schlecht verarbeitetes Plastik-Smartphone mit schlechtem Kamera-Modul und farbschwachem OLED-Display herstellen (OLED machte Cook eine deutliche Absage: “Retina ist doppelt so hell, mit einer besseren Farbsättigung”). Nein, Apple wird eher ein anderes, neues Produkt herstellen. Ist es vielleicht eine Armband-Uhr, und sie beschränkt sich im eigenständigen Betrieb auf Telefonieren und Musik hören? Oder eher etwas Richtung iPod nano?

Dass Apple tatsächlich nur Preisreduzierungen veralteter Produkte vornimmt, ist auf Dauer wenig wahrscheinlich.

Warten wir es ab.

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