Billig-iPhone: Warum es für Apple Sinn ergäbe [Kommentar]

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Angeblich will Apple im September ein “Billig-iPhone” in verschiedenen Farben auf den Markt bringen. Neue Fotos, die womöglich das Gehäuse dieses neuen iPhone-Modells in verschiedenen Farben zeigen, bestärken dieses Gerücht.

Billig-iPhone: Warum es für Apple Sinn ergäbe [Kommentar]

Das “Billig-iPhone” oder “iPhone Light/Lite“, wie auch immer man es derzeit bezeichnen möchte, würde nicht nur für Apple sehr viel Sinn ergeben.

iPhone 5S – iPhone 5 – iPhone Lite

Als Ersatz für das iPhone 4S könnte Apple mit dem “iPhone Lite” farbenfroh das Mittelklasse-Segment des Smartphone-Marktes aufmischen und Samsung ziemlich zusetzen, glauben Analysten. Gleichzeitig hätte jedes der drei iPhone-Modelle einen 4-Zoll-Touchscreen.

Ohne dieses ominöse iPhone Lite wäre das iPhone 4S das günstigste iPhone im Angebot und das einzige iOS-Gerät mit altem 3,5-Zoll-Touchscreen.

Denn erst im Mai hat Apple eine neue Variante des iPod touch der 5. Generation ins Produktportfolio aufgenommen, die den alten Einsteiger-iPod-touch der 4. Generation ersetzt. Somit bieten nun alle Varianten des iPod touch einen 4-Zoll-Touchscreen.

Kunststoff-Gehäuse

Zwar scheint Apple beim “iPhone Lite” wieder auf Kunststoff zu setzen. Im Inneren dürfte es aber auf aktuellem Stand sein. Immerhin ist Apple ein Premium-Hersteller. Ein schäbiges Billig-iPhone würde zu sehr am Image kratzen.

Ein Gehäuse aus Kunststoff ist günstiger in der Herstellung und ermöglicht so auch einen niedrigeren Kaufpreis. Es dürfte das Einsteiger-iPhone aber ein wenig dicker machen als das aktuelle iPhone 5, da Kunststoff in selber Stärke nicht so stabil ist wie Aluminium.

Bildergalerie iPhone Lite

Farbige Gehäuse zeigen eine interessante Produktstrategie auf. In den vergangenen Monaten hörte man immer wieder, dass das iPhone besonders unter den jüngeren Leuten „nicht mehr so hip“ sei. „Das Smartphone von Papa und Mama“ ist nicht cool. Ein farbenfrohes “iPhone chromatigue” könnte das Image auffrischen.

Den aktuellen iPod touch gibt es in sechs Farben: Schwarz, Grau, Pink, GelbBlau und Rot.

In den bisherigen Beta-Versionen von iOS 7 spielen insgesamt 9 vordefinierte Farben eine Hauptrolle: Blau, Lila, Rot, Orange, Gelb, Grün, Grau, Teal (Blaugrün/Dunkeltürkis) und Pink.

In versteckten Debug-Einstellungen von iOS 7 Beta lassen sich die Bedienelemente der System-Apps in diesen neun Farben einfärben. (Bei den Einstellungen für die Karten-App lässt sich Lila aus unbekannten Gründen nicht auswählen. Diese Farbe findet aber im Game Center der aktuellen Beta-Version von iOS 7 Verwendung.)

Standardmäßig wurde Game Center beispielsweise Lila zugewiesen, der Notizen-App Gelb und die Musik-App hat Pink als Farbe.

Die “Basis-Farbe” scheint blau zu sein, wie beispielsweise in den Einstellungen, der Mail-App, dem Safari etc. zu sehen.

Apple könnte sehr einfach die Bedienelemente von iOS systemweit an die Gehäuse-Farbe des iOS-Gerätes anpassen.

Theoretisch könnte auch dem User die Wahl der Farbe überlassen werden. Diese versteckten Einstellungen zeigen, dass Apple alle Mechanismen hierfür in iOS 7 integriert hat. Sie müssten eigentlich nur noch freigeschaltet werden.

Zusammengefasst: Apple hat also in iOS 7 insgesamt 9 vordefinierte System-Farben für Bedienelemente bereitgestellt. Darunter sind auch die Farben des alten Regenbogen-Logos von Apple (Einzig Lila weicht deutlich von der Farben im Logo ab und lässt sich vielleicht deswegen _noch_ nicht in den versteckten Einstellungen auswählen).

Interessant ist, dass diese System-Farben passenderweise mit den Farben der bisher aufgetauchten Gehäuse-Bauteilen übereinstimmen. Wagt Apple mit der finalen Version von iOS 7 oder vielleicht auch nur beim “iPhone Lite” das, was man bereits beim aktuellen iPod nano macht? Die folgenden Fotos sind leider unter sehr schlechten Lichtverhältnis mit einer offensichtlich auch nicht besonders guten Kamera aufgenommen worden.

Bildergalerie iPhone Lite - Gehäusebauteile

Die grafische Benutzeroberfläche des iPod nano ist farblich auf das Gehäuse abgestimmt. So ähnlich könnte es auch in der finalen Version von iOS 7, beim iPhone 5S und dem iPhone Lite werden.

Farbenfrohe iPhones sind also sehr wahrscheinlich. Ob Kunden aber auch aus 9 Farben wählen können, bleibt fraglich. Apple dürfte die Auswahl auf 5 reduzieren.

Features und Hardware

Angeblich visiert Apple beim “iPhone Lite” einen Preis von um die 399,- Euro an. So viel kostet jetzt schon das günstigste iPhone, dessen Platz das iPhone Lite ja angeblich einnehmen soll.

Um diesen Verkaufspreis zu erreichen, muss Apple an den Komponenten sparen. Jedoch dürfen diese nicht zu alt und schwach für iOS 7, iOS 8 und womöglich auch iOS 9 sein.

Es sollten alle Features von iOS 7 auf diesem iPhone Lite funktionieren. Bei iOS 8 dürfte das dann etwas anders aussehen, aber das ist auch eine andere Geschichte.

Apple A-Chip

Als SoC bietet sich der Apple A5 Revision A an, der sich auch im aktuellen iPod touch, iPad mini und iPad 2,4 findet. Der A5-Rev-A ist eine Weiterentwicklung des A5 im iPhone 4S.

Dieses SoC ist mittlerweile für Apple relativ günstig in der Herstellung, bietet aber ausreichend Performance für iOS 7. Ein wenig mehr Arbeitsspeicher (aktuell nur 512 MB) könnte der Chip aber durchaus vertragen.

Kameras

Das iPhone 4S bekommt zwar iOS 7, unterstützt aber keine Live-Foto-Filter. Diese muss das iPhone Lite aber für die jüngere Zielgruppe bieten.

Bei der Hauptkamera könnte Apple auf jene des iPhone 4S zurückgreifen, gepaart mit der Frontkamera des aktuellen iPod touches:
Frontkamera mit 1,2 Megapixeln und Video in HD 720p.
Hauptkamera mit 8 Megapixeln und Video in Full-HD 1080p.

Speicherplatz

Es spricht vieles dafür, dass es das iPhone Lite nur in einer Variante mit 8 Gigabyte Speicher geben wird.

Bisher gab es das günstigste iPhone immer nur mit 8 Gigabyte.

Es sei denn natürlich Apple erhöht die Basiskonfigurationen des kompletten iPhone-Line-Ups. Dann wären 16 GB das Minimum und vielleicht 96 GB oder gar 128 GB das Maximum.

Zusammenfassend: Das iPhone Lite scheint das iPhone 4S zu ersetzen, dürfte aber über einen 4-Zoll-Touchscreen verfügen, alle Features von iOS 7 unterstützen und durch mehrere Farbvarianten besonders für die jüngere Zielgruppe attraktiver sein – ein iPhone 4S in neuer Verpackung, auf aktuellerem technischen Stand, zu einem günstigen Preis.

Preis

Nicht jeder Teenager kann oder will 800 Euro für ein Smartphone ausgeben, will aber auch kein Smartphone, dass schon seit 3 Jahren auf dem Markt ist. Neu und cool muss es sein.

400 Euro (ohne Vertrag; dementsprechend mit Vertrag sehr günstig anzubieten) für ein neues und aktuelles iPhone sind für den kleinen Geldbeutel durchaus attraktiv.

TL;DR

Zusammenfassend kann man sagen, dass das “iPhone Lite” Sinn ergäbe, da Apple damit nicht nur das das gesamte iPhone-Line-Up auf 4-Zoll upgegradet, sondern im gleichen Zug auch ein neues und für die jüngere Zielgruppe attraktiveres iPhone im Angebot hätte.

Renderings des “iPhone Lite” von Martin Hajek, Fotos via Sonny Dickson

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Weitere Themen: iPhone 5s


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