Das iPhone 5c bei Aldi auf dem Grabbeltisch – ein Frevel? (Kommentar)

Sven Kaulfuss
49

Ums iPhone 5c ist es still geworden. Doch kurz vor der nahenden Wachablösung (iPhone 6c), kommt es als „Aldi-Smartphone“ zurück in unser Gedächtnis. Denn ab nächsten Montag offeriert die Aldi-Tochter Hofer aus Österreich das Gerät – ein Sakrileg?

Das iPhone 5c bei Aldi auf dem Grabbeltisch – ein Frevel? (Kommentar)

Ein Frischling ist das iPhone 5c mitnichten, denn die grundlegende Technik stammt noch vom iPhone 5 aus dem Jahr 2012. Apple verfrachtete das Innere in ein farbenfrohes Plastikgehäuse und vermarktete diese Reinkarnation ab Herbst 2013 als iPhone 5c. Zwar heftete dem Gerät von Anbeginn das Billig-Label an, doch wirklich günstig war der „Plastikbomber“ nicht – das Marketing hatte andere Pläne. Dementsprechend griff die Kundschaft dann aber auch überproportional lieber zum nur unwesentlich teureren iPhone 5s. Gegenüber anderen Smartphones war das iPhone 5c zwar kein Flop, im Vergleich zum hausinternen Primus aber auch kein wirklich durchschlagender Erfolg. Eine Entwicklung, die sich mit der Einführung des iPhone 6 im letzten Jahr noch forciert haben dürfte.

iPhone 5c erneut bei Hofer im Angebot

iphone_5c_aldi

Bei Apple kostet ein iPhone 5c mit schmalbrüstigen 8 GB noch immer 399 Euro – im Handel dagegen schon. Für die gebotene Leistung mittlerweile für viele Interessenten nicht mehr attraktiv. Doch offizielle Preissenkungen sehen wir bei Apple eher selten, zunächst versucht der Vertrieb den indirekten Abverkauf über Händler.

Von einer solchen Maßnahme profitieren ab dem 31. August unsere Nachbarn aus Österreich. Dann gibt's das iPhone 5c (wahlweise in weiß oder blau) konkurrenzlos günstig für nur 296,77 Euro bei Hofer – Teil der deutschen Unternehmensgruppe Aldi Süd. Eine Premiere ist dies mitnichten. Schon im März gab es denselben Deal zum selben Preis im Land der Berge und Täler.

iPhone: Alle versteckten Funktionen des Home-Buttons

Droht eine Gefahr für das Apple-Image?

Ein iPhone bei Aldi? Sind wir schon soweit gekommen? Nun denn meine lieben Apfel-Freunde, steigt herab vom hohen Ross und erkennt die Realität. Apple ist schon seit Jahren im Mainstream angekommen – eine These und Entwicklung, die ich schon vor über fünf Jahren vorwegnahm – siehe hierzu meinen Artikel „Der Hype frisst seine Kinder!“ vom 28.05.2010 im CyberBloc. Die zeitlich befristete und aktionsgesteuerte Vertriebserweiterung auf die Discounter dieser Tage ist dann auch für einen Premiumanbieter wie Apple letztlich nur konsequent.

Entwarnung: Solange derartige Aktionen nicht überhandnehmen und entsprechend koordiniert sind, muss Apple aber keine negative Abfärbung aufs Kerngeschäft befürchten. Das Grabbeltisch-Image bekommt der kalifornische Hersteller noch lange nicht verpasst. Doch warum?

Ein Underdog ist man nachweislich nicht mehr – dieses Bild gehört zur gepflegten Historie des Unternehmens, nicht aber mehr zur Gegenwart. Doch schlimm ist dies nicht. Eher ernüchternd. So wie damals, als wir herausfanden dass es den Weihnachtsmann gar nicht gibt. Der Freude am Feste hat dies am Ende nicht geschadet. Die Kunden halten es ebenso mit Apple. Wohlwissend der Realität, schwelgen sie in entrückten Erinnerungen und träumen den Traum einer wissenden Elite. Trotz Aldi und Co. wird dies auch in absehbarer Zukunft noch funktionieren.

Quelle: Hofer

Weitere Themen: iPhone SE, iPhone 6s, iPhone 6, iPhone 5s, iPhone 5, Apple