iPhone 5s: Überlegungen des Vorjahres

Beschreibung

Das iPhone 5 ist vorgestellt, noch immer mehr schlecht als recht verfügbar und schon gibt es die ersten Spekulationen zum Nachfolgemodell – verrückte Zeiten. Und doch lohnt sich ein Gedankenspiel hinsichtlich zukünftiger Funktionen und Ausstattung. Insbesondere die sich schon heute abzeichnende Entwicklung der Prozessortechnologie verspricht für Apple und den Rest der Branche eine kleine Revolution.

iPhone 5s oder iPhone 6: Nomenklatur im Zweijahresplan

Der alte Streit: Wie benennt Apple sein zukünftiges Baby? Folgt man der Nomenklatur der letzten Jahre, dürfte sich Apple für ein iPhone 5s entscheiden, der derzeitigen Formgebung treu bleiben und das eigentliche, neugestaltete iPhone 6 erst im Jahre 2014 vorstellen. Die Gründe hierfür sind schlichtweg betriebswirtschaftlicher Art. Ein Großteil der Entwicklungskosten lässt sich so auf einen Zeitraum von gut zwei Jahren verteilen. Gehäuse, Display und weitere Bauteile würde Apple in einem zukünftigen iPhone 5s vom aktuellen iPhone 5 übernehmen. Dies spart Kosten und stabilisiert die Marge. Nicht von ungefähr führt der kalifornische Hersteller seit Jahren die Rangliste der wirtschaftlichsten IT-Unternehmen an.

Dagegen sprechen könnten neuerliche Gerüchte, Apple würde in Zukunft die Produktzyklen straffen um somit flexibler auf die Konkurrenz reagieren zu können. Wir bleiben skeptisch, denn für die Beibehaltung der aktuellen Form des iPhone 5 spricht nicht zuletzt das Markenbild. Dieses wird vor allem durch ein konstantes Produktdesign herausgebildet. Auch iPhone 4(S) und iPhone 5 sind eindeutig als Geschwistermodelle zu identifizieren. Bei Apple nimmt man deshalb das große Vorbild Dieter Rams und seine „Zehn Thesen für gutes Design“ ernst. Darin heißt es: „Gutes Design ist langlebig. Es vermeidet, modisch zu sein, und wirkt deshalb nie antiquiert. Im deutlichen Gegensatz zu kurzlebigem Mode-Design überdauert es auch in der heutigen Wegwerfgesellschaft lange Jahre.“

iPhone 5s: 64-bit und Akkuwunder

Das neue iPhone 5s

dürfte sich also nicht oder kaum von seinem Vorgänger äußerlich unterscheiden. Echtes Verbesserungspotential findet sich demzufolge im Inneren der Smartphone-Schönheit. Der Blick schweift zum Prozessor. Das iPhone 5 besitzt einen Apple A6 SoC – eine Eigenentwicklung mit zwei Kernen, basierend auf dem ARMv7-Prozessordesign (vergleichbar mit Cortex A15) und einer PowerVR SGX 543MP Grafikeinheit mit drei Kernen. Die Taktfrequenz des A6 beträgt 1,3 GHz. Doch das ARMv7-Design besitzt noch mehr Leistungsreserven, wie der weiterentwickelte A6X des vierten iPad beweist. Dieser taktet bereits mit 1,4 GHz und besitzt ganze vier Grafikkerne. Theoretisch ließe sich die Taktfrequenz des bewährten ARMv7-Designs in einem zukünftigen iPhone 5s auf bis zu 2 GHz steigern – doch dies bedeutet folgerichtig auch Einbußen bei der Akkulaufzeit. Zwar könnte man diese durch bessere Akkuzellen halbwegs kompensieren, der große Wurf wäre es dennoch nicht.

Wesentlich interessanter und vielversprechender ist hingegen das zukünftige ARMv8-Prozessordesign. Bisher existieren seitens ARM zwei angekündigte Prozessorkerne, die für zukünftige SoCs in Frage kommen: Der Cortex A57 und der Cortex A53. Die ARM-Architektur schafft mit dieser neuen Generation den Sprung ins gelobte Land mit 64 Bit. In der Praxis verspricht der Cortex A57 die dreifache Leistung heutiger „Super-Smartphones“ bei identischer Leistungsaufnahme, sprich Stromverbrauch. Der Cortex A53 indes verbleibt bei der Leistung der aktuellen Smartphone-Generation, benötigt aber nur noch ein Viertel an Energie.

Die eigentliche Revolution besteht in der Kombination beider Kerne: big.LITTLE nennt ARM diese Technologie, die auch schon heute ihre Anwendung findet. Meint, Standardaufgaben werden vom stromsparenden A53 übernommen, der leistungsfähigere A57 greift dagegen erst ein, wenn tatsächlich mehr Leistung benötigt wird. Unterm Strich dürfte der tatsächliche Stromverbrauch eines iPhones so spürbar sinken, die Laufzeit sich entsprechend erhöhen.

Ein Apple A7 SoC könnte das neue ARMv8-Prozessordesign in Zukunft schon nutzen – die perfekte Technologie für ein zukünftiges iPhone 5s. Im Zusammenhang mit einem ebenfalls verbesserten Akku und weiteren Stromsparmaßnahmen geriete ein iPhone 5s so zum Dauerläufer mit enormem Stehvermögen. Im Gegensatz zu heutigen Modellen könnte ein solches iPhone bis zu vier Tage bei normalem Gebrauch ohne weitere Stromzufuhr auskommen – eine wahre Revolution, das tägliche Aufladen entfiele.

Kurzum: Das S in iPhone 5s stünde diesmal für „stamina“ (Ausdauer).

Was dagegen spricht? Bisher ging man bei ARM erst im Jahre 2014 von einer Verfügbarkeit des neuen ARMv8-Designs aus. Aber vielleicht erhält Apple die Blaupausen ja doch schon 2013 und treibt die Entwicklung im eigenen Hause schneller als die Konkurrenz voran.

iPhone 5s: Display, NFC, LTE, Induktionsladung und weitere Spielerein

Kollege Sebastian listete bereits vor zwei Monaten die Features auf, die Apple im neuen iPhone wohl „vergessen“ hatte. Doch wie wahrscheinlich sind derartige und weitere Wunschvorstellungen für ein iPhone 5s tatsächlich? Wir listen kurz auf und fassen zusammen.

NFC (Near Field Communication): Denkbar. Die Konkurrenz (Google Nexus 4 und Co) hat die neue Möglichkeit der bargeldlosen Bezahlung schon an Bord. Allerdings fehlt es an der passenden Infrastruktur. Mit Apple als Innovationstreiber könnte Bewegung ins Spiel kommen. Zudem liefert der Hersteller mit Passbook schon erste Ansätze in diese Richtung.

Induktionsladung: Denkbar. Die kabellose Stromzufuhr gab es schon beim Palm Pre, auch das Nexus 4 besitzt diese Option. Eigentlich aber nur eine nette Spielerei.

LTE für weitere Netze: Sehr wahrscheinlich. Apple wird nicht umhin kommen und muss für die Nutzung weiterer, europäischer LTE-Frequenzen Technologie-Patente lizenzieren.

Größeres Display: Unwahrscheinlich. Theoretisch könnte Apple zwar ein minimal größeres Display ins selbe Gehäuse verbauen, wird im Hinblick auf die Kostenoptimierung aber darauf verzichten.

Neues Gehäuse: Unwahrscheinlich. Wie schon beim Display, wird sich beim Gehäuse nichts ändern. Maximal könnte das iPhone 5s eine verbesserte Beschichtung gegen Kratzer erhalten.

UKW-Radio: Unwahrscheinlich. Technisch zwar keine Hexerei und längst möglich, aber alte Radio-Technik wird Apple nicht mehr verbauen.

Farboptionen: Denkbar. Der iPod touch zeigt, Apple beweist Mut zur Farbe und spendiert dem kleinen Bruder des iPhones ein kunterbuntes Auftreten.Man wird die gewonnenen Erfahrungen hinsichtlich Planung und Produktion sicherlich berücksichtigen und dann ökonomisch entscheiden.

Bessere Kamera: Wahrscheinlich. Wirklich schlecht ist die Optik des iPhone 5 nicht, dennoch bleibt auch hier die Entwicklung nicht stehen. Ob die neue Kamera jedoch Videos in 4k-Auflösung wird aufzeichnen können? Abwarten.

3D-Kamera und integrierter Beamer: Unwahrscheinlich. Absolute Spielerei. Derartige Projektoren in Smartphones sind einfach nur schlecht bezüglich der Lichtstärke und verdicken unnötig das Gehäuse. Auch 3D wird maßlos überschätzt.

iOS 7: Höchstwahrscheinlich. Keine Frage, Apple wird die Tradition gewiss beibehalten und zeitgleich mit der Einführung einer neuen iPhone-Generation, ebenso ein neues Major-Update des mobilen Betriebssystems veröffentlichen.

Fazit: Innere Revolution

Ein zukünftiges iPhone 5s wird uns überraschen. Nicht mit einem neuen Gehäuse und einer Fülle (unnötiger) Funktionen, sondern mit einer Revolution aus dem Inneren. Heutige Smartphones kranken nicht an fehlenden Features, ihre eigentliche Achillesferse ist der Stromverbrauch. Bei normaler Anwendung schaffen es moderne Mobil-Athleten maximal über den Tag – wenn überhaupt.

Alte Handy-Schinken dagegen erweisen sich als Marathonläufer, eine Woche oder mehr kommen sie ohne weitere Stromzufuhr aus. Den modernen Zehnkämpfern der Smartphone-Liga fehlt es hingegen an solcher Ausdauer.

Gelingt Apple das Konditionstraining durch den Einsatz einer fortschrittlichen Prozessor-Architektur, mutiert das iPhone 5s vom Sprinter zum Ausdauersportler – ein greifbarer Zugewinn für den Anwender.

Bildquelle (Viagra): Flickr, Autor: transcript; veröffentlicht unter CC-BY 2.0.

Beschreibung von
Test

Alle Artikel zu iPhone 5s (Seite 3)
  1. Ski-Apps für das iPhone: Pistenplan, Lawinenwarner und Skigymnastik

    Sebastian Trepesch
    Ski-Apps für das iPhone: Pistenplan, Lawinenwarner und Skigymnastik

    Mittlerweile herrschen optimale Schneebedingungen in vielen europäischen Skigebieten. Wer die Brettl einpackt und sich zur Piste begibt, bekommt hier noch Tipps: hilfreiche Ski-Apps für iPhone, die man sich vor der Gondelfahrt installieren sollte.

  2. iPhone 4, 5, 6 und 7 schneller machen: Die besten Tipps

    Selim Baykara 2
    iPhone 4, 5, 6 und 7 schneller machen: Die besten Tipps

    Gerade wenn ihr ein älteres iPhone besitzt, kann die Geschwindigkeit etwas unbefriedigend sein. Mit unseren Tipps gleicht ihr Performance-Einbußen etwas aus und macht eurem iPhone wieder Beine.

  3. iPhone: Alles, was du wissen musst

    Sebastian Trepesch
    iPhone: Alles, was du wissen musst

    Lag unter dem Christbaum ein iPhone? Wer ganz neu in der Apple-Welt ist, wünscht sich ein bisschen Orientierungshilfe. Wir sagen Neueinsteigern, wo sie die Informationen finden, die sie zum Start benötigen.

  4. 10 Geschenkideen unter 10 Euro für iPhone- und iPad-Freunde

    Sebastian Trepesch 3
    10 Geschenkideen unter 10 Euro für iPhone- und iPad-Freunde

    Es muss nicht immer gleich ein iMac sein – auch über kleine Geschenke kann sich ein iPhone- oder iPad-Besitzer freuen. Hier 10 Tipps für Geschenksuchende, vom Buch bis zum Mini-Objektiv – alles unter 5 beziehungsweise unter 10 Euro:

  5. iPhone- & iPad-Speicher erweitern: Nachrüsten auf bis zu 128 GB

    Martin Maciej
    iPhone- & iPad-Speicher erweitern: Nachrüsten auf bis zu 128 GB

    Wer sein iPhone mit Fotos, Apps, Musik und Videos ausrüstet, stößt früher oder später an die Grenzen der Speicherkapazität. Eine Erweiterung des internen Speichers über microSD-Karten ist bei Apple-Geräten nicht so einfach möglich. Dennoch könnt ihr über...