iPhone 5s: GIGA APPLE testet die neue S-Klasse an

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GIGA-Wertung:
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Branchenkenner belächeln das iPhone 5c, dem iPhone 5s hingegen zollt man Respekt. Apples neue S-Klasse verspricht auf dem Papier eine gelungene Modellpflege zu sein. Bevor es in den Verkauf geht, konnten wir einen ersten Blick erhaschen.

iPhone 5s: GIGA APPLE testet die neue S-Klasse an

Ort der Besichtigung war der 4010 – Telekom Shop in Berlin. Man lud zur exklusiven Vorschau der neuen Apple-Modelle. Wir folgten dem Ruf und nahmen das iPhone 5s in Augenschein (und das iPhone 5c – unser Bericht). Das iPhone 5s ist Apples neuestes Spitzenmodell. Offensichtliche Änderungen in der Optik gibt es fast nicht – Evolution statt Revolution. Neu hinzugekommen sind zwei Farbvarianten: Gold und Spacegrau. Weiterhin im Programm die silberne Variante. Das kleine Schwarze iPhone 5 hingegen wird mit keinem adäquaten „Farbnachfolger“ bedacht.

Leider versteckte sich die güldene Variante des iPhone 5s vor uns, die Telekom hatte kein Vorführmodell bekommen. Auf den ersten Blick scheint dagegen „Spacegrau“ weniger anfälliger für Kratzer zu sein, die Farbe ist fester Bestandteil des Aluminiums. Nicht wie beim schwarzen Vorgänger.

Keine Änderungen beim Display: Noch immer befindet sich ein Retina-Display mit vier Zoll im edlen Metallgehäuse. Die Frage ob eine Auflösung von 1.136 x 640 Pixel noch zeitgemäß ist, muss wohl jeder für sich selbst beantworten. Neues gibt es hier erst im nächsten Jahr beim iPhone 6 zu vermelden.

Touch ID im iPhone 5s: Angst vorm Fingerabdruckscanner?

Datenschützer warnen: Der Fingerabdruckscanner Touch ID des iPhone 5s ist eine Gefahr. Apple erhalte die Fingerabdrücke seiner Kunden frei Haus, da ist es nur noch ein kleiner Schritt zur NSA und weiteren Geheimdiensten. Mit Verlaub: Hier übertreibt der deutsche Michel! Richtig ist: Fingerabdrücke werden nicht gespeichert, vielmehr nur eindeutige Merkmale. Ein ganzer Fingerabdruck lässt sich anhand dieser Daten eben nicht rekonstruieren. Ferner werden die Kennzeichen nur im iPhone 5s gespeichert, nicht bei Apple, der iCloud oder anderen Diensten. Kann man dem Hersteller Glauben schenken?

Zumindest spricht vieles dafür. Apple kann es sich nicht leisten der Lüge überführt zu werden, der Imageverlust wäre in diesem Fall mehr als nur geschäftsschädigend. Skeptiker können bis zum Gegenbeweis auf Touch ID verzichten und weiterhin den Zahlencode verwenden. Oder man greift gleich zum iPhone 5 ohne Fingerabdruckscanner – noch gibt es den Vorgänger im freien Markt.

Doch wie funktioniert Touch ID auf dem iPhone 5s? Gerne hätten wir dies persönlich getestet. Leider befand sich auf dem Vorführmodell der Telekom nur eine Demo-Anwendung – die funktionierte gut ;-]. Kollege Flavio Trillo hatte jedoch schon letzte Woche Gelegenheit zum pfeilgeschwinden Test. Sein Fazit: Blitzschnelle Erkennung, wesentlich flinker als jede Zahlencodeeingabe. Dem schließt sich auch Urgestein Walt Mossberg an: Keine Spielerei, zudem sehr sicher. Übrigens: Wie wir heute wissen, auch Katzen haben einen „Fingerabdruck“.

Vorsicht Kamera: Verbesserungen an Sensor und Blitz

Echte Neuerungen verspricht die Optik des iPhone 5s: Beide Kameras bekamen im wahrsten Sinne des Wortes eine Frischzellenkur spendiert. Die rückwärtige Kamera (iSight) besitzt nach wie vor acht Megapixel, die verteilen sich jedoch auf einen größeren Sensor. Ganz wie bei der Frontkamera. Auf dem Papier besitzt auch diese nicht mehr Digital-Pünktchen als beim iPhone 5 – 1,2 Millionen. Allerdings fallen auch diese größer aus.

Im Test zeigte sich dies vor allem bei schlechterem Licht als Vorteil – weniger Rauschen, bessere (natürliche) Farben und dank Bildstabilisation auch schärfer (Rückkamera). Unterstützend wirkt insbesondere der neue True Tone Blitz – unnatürliche Überbelichtungen gibt es nicht mehr.

Ein besonderes Highlight: Die Videoaufnahme erlaubt nun Superzeitlupen mit 120 Bildern pro Sekunde. Die Nachbearbeitung (Auswahl des passenden Zeitabschnitts) erfolgt innerhalb der Kamera-App. Von dort kann man das Ergebnis auf vielfältige Art und Weise verteilen. Tipp: Unbedingt unser Beispiel im oberen Video anschauen! Achtung: Importiert man den Film in iPhoto, dann „fehlt“ die Zeitlupe. Natürlich unterschlägt der Mac nicht die enorme Bildanzahl, die Zeitlupe muss man jedoch mit dem passenden Programm „rauskitzeln“.

Unterm Strich: Eine enorme und sichtbare Verbesserung.

Leistung und Akku: Schneller und länger

Apples neuer Prozessor (A7) beherrscht Operationen in 64 Bit. Entlastet wird die Dual-Core-CPU durch den neuen Coprozessor (M7). Schon zu technisch? Bitteschön: In der Praxis bedeutet dies, dass das iPhone 5s sehr schnell ist. Bemerkbar macht sich dies in erster Linie bei sehr grafikintensiven Spielen, der Kamerageschwindigkeit (10 Serienbilder pro Sekunde), weniger beim Systemstart. In unserem Test benötigte das iPhone 5s 22 Sekunden zum Start, ein iPhone 5 hingegen mit 26 Sekunden nur unwesentlich mehr.

Die Batterie des iPhone 5s besitzt zudem mehr Leistung. Austesten konnten wir dies aufgrund der Kürze der Zeit selbstredend nicht. Die Kollegen von Engadget hingegen entlockten dem iPhone 5s eine Videospielzeit von 10 Stunden 50 Minuten. Mehr als eine Stunde Zugewinn gegenüber dem iPhone 5 (9 Stunden 17 Minuten) – nett.

Erste Bilanz: Gutes Update, kein Must-have

Kurz umschrieben: Das iPhone 5s ist das beste iPhone 5 was Apple bisher gebaut hat. Die neue S-Klasse beinhaltet eine Reihe von sinnvollen Neuerungen. Im Gegensatz zum iPhone 5c ein „echtes“ neues iPhone. Besitzer eines iPhone 5 „müssen“ dennoch nicht sofort zugreifen, obgleich dies Apple sicherlich erfreuen würde. Wer hingegen auf ein neues Design, nebst größeren Display gehofft hatte, der wird zwangsläufig enttäuscht. Wir wünschen schon mal eine schöne Wartezeit bis zum iPhone 6.

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Weitere Themen: Fingerabdruckscanner


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