iPhone 6s im Test: Alles ist besser, nichts ist anders

Ben Miller
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iPhone 6s und iPhone 6s Plus stellen die neunte Generation des Apple-Smartphones dar. Was die neuen Modelle können, zeigen wir euch in unserem Test.

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iPhone 6s & iPhone 6s Plus im Test (deutsch) – GIGA.DE

Jetzt lesen: Die Stärken und Schwächen des großen Bruders erfahrt ihr in unserem iPhone 6s Plus Langzeit-Test.

iPhone 6s im Test: Design

Auf den ersten Blick scheint bei der 9. iPhone-Generation zumindest rein äußerlich alles beim Alten. Doch der Schein trügt. Es gibt im Grunde keinen Aspekt, an den Apple nicht Hand angelegt hat.

Die Gehäuse von iPhone 6s und iPhone 6s Plus bestehen aus einer neuen Aluminium-Legierung, der sogenannten 7000er-Serie. Dabei handelt es sich um eine von Apple entwickelten Mischung, die primär aus Aluminium und Zink besteht und auch bei der Apple Watch Sport zum Einsatz kommt. Diese ist härter, widerstandsfähiger, verwindungssteifer und allgemein robuster als die weichere 6000er-Legierung der Vorgänger, die sich aus Aluminium, Magnesium und Silizium zusammensetzt.

Die höhere Dichte dieser neuen Legierung ist zum Teil für das höhere Gewicht der neuen iPhones verantwortlich. So wiegen das iPhone 6s und iPhone 6s Plus jetzt 143 bzw. 192 Gramm, also 14 bzw. 20 Gramm oder rund 11 Prozent mehr als ihre Vorgänger. Das ist keine dramatische Gewichtszunahme, aber man als Nutzer der Vorgängergeneration bemerkt diesen kleinen Gewichtsunterschied dennoch.

Die neuen iPhones sind aufgrund des neuen Touchscreen-Displays auch 0,2 mm dicker geworden – ebenfalls nicht dramatisch. Die meisten bestehenden Schutzhüllen der iPhone 6-Generation, mit Ausnahme von komplett umschließenden Hüllen wie Outdoor-Cases, dürften auch auf die neuen iPhones 6s und 6s Plus passen. Apple empfiehlt aber, nur Hüllen zu verwenden, die speziell für diese iPhone-Generation entwickelt wurden. Eine zu enge Schutzhülle kann auch wegen des nun druckempfindlichen 3D-Touch-Displays zu Problemen führen.

Abgesehen von 3D Touch sind die Displays der neuen iPhones unverändert gegenüber den Vorgängern. Das 4,7-Zoll-Display des iPhone 6s löst mit 1.334 x 750 Pixel auf, resultierend in einer Pixeldichte von 326 ppi – das des iPhone 6s Plus misst 5,5 Zoll in der Diagonale und hat eine Full-HD-Auflösung, resultierend in 401 ppi.

Zu den bisherigen Gehäuse-Farben Gold, Silber und Spacegrau gesellt sich jetzt eine vierte Option: Roségold. Diese hat einen leichten Schimmer und wirkt je nach Lichteinfall auch mal mehr Rosa als Gold, was sich wohl auch mit der rauen Oberfläche des Aluminiums begründen lässt.

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iPhone 6s: 3D Touch im Test

3D Touch auf dem iPhone 6s Plus

3D Touch ist eine neue Funktion, die zumindest bis jetzt gerne unterschätzt wurde. Schlicht gesagt macht 3D Touch die Touchscreens von iPhone 6s und iPhone 6s Plus druckempfindlich.

2007 hatte Apple mit Multi-Touch die Touchscreen-Bedienung revolutioniert. 3D Touch erweitert Multi-Touch um eine 3. Dimension. Vor 3D Touch spielte es keine Rolle wie fest man auf einen Link, eine Telefonnummer, einen Benutzernamen oder Button gedrückt hat. Ein Fingertipp hat immer dieselbe Reaktion ausgelöst – das ändert sich jetzt.

Durch die zusätzliche Dimension sind neue Multi-Touch-Gesten möglich, unter anderem „Peek“ und „Pop“. Mit diesen kann man durch festeres Antippen des Touchscreens neue Funktionen aktivieren, schneller und einfacher durch iOS navigieren, Apps steuern und gewünschte Informationen anzeigen lassen. 3D Touch macht die gesamte Bedienung flüssiger.

Im Gegensatz zur in der Apple Watch verbauten Force Touch-Technologie erkennt 3D Touch aber nicht nur, dass gedrückt wird, sondern auch, wo genau auf dem Touchscreen und wie fest – und zwar stufenlos.

iPhone 6s: Peek und Pop

Zu den bekannten Multi-Touch-Gesten Pinch (zum Zoomen), Swipe (Streichen) und Tap kommen mit Peek und Pop zwei 3D-Touch-Gesten hinzu.

Mit „Peek“, was so viel bedeutet wie flüchtiger Blick, können wir durch einen mittelfesten Druck – beispielsweise auf eine E-Mail – diese in einem Vorschaufenster öffnen. Ein mittelfester Druck auf einen Link, eine Flugnummer, ein Datum, Adressen, Paketnummern in einer E-Mail, einer Webseite oder einer Nachricht öffnet ebenso ein Vorschau-Fenster. Dieses Fenster bleibt nur solange geöffnet, solange man gedrückt hält. In diesem Modus kann man je nach App ein paar weitere Funktionen ausführen, indem man das Vorschaufenster nach oben, links oder rechts schiebt. Das kommt auf die jeweilige App und den jeweiligen Inhalt an.

Schiebt man beispielsweise E-Mails im Peek-Modus nach links, löscht man sie, nach rechts werden sie als gelesen/ungelesen markiert. Schiebt man nach oben, kann man antworten, sie weiterleiten, markieren, verschieben und teilen. Was jeweils möglich ist, wird durch Pfeile, Icons und Buttons dargestellt.

Drückt man noch fester, aktiviert man „Pop“ und öffnet die Mail im regulären Vollbild. Diese Funktionalität von Peek and Pop ist in vielen vorinstallierten Apps von iOS 9 integriert. Auch Drittentwickler können ihre Apps um 3D Touch erweitern.

Die neuen 3D-Gesten funktionieren in vielen Standard-Apps von iOS 9 weitgehend identisch. Peek öffnet die Vorschau und Pop den Inhalt regulär in der dazugehörigen App im Vollbild.

Eine weitere Funktion von 3D Touch ist die freie Positionierung des Cursors in Texten. Hierzu drückt man einfach fest auf die Tastatur und schiebt den Cursor an die gewünschte Stelle. Das hört sich komplizierter an, als es tatsächlich ist. Es dauert aber ein Weilchen, bis man sich an 3D Touch gewöhnt hat und die Bedienung in Fleisch und Blut übergegangen ist.

In den ersten Tagen habe ich des Öfteren zu leicht oder zu fest gedrückt, und mich gewundert, warum sich die Vorschau nicht öffnen oder ein Link nicht laden will. Glücklicherweise kann man in den Einstellungen unter den Bedienungshilfen die Sensibilität von 3D Touch festlegen. Nutzer, die bisher fester auf den Touchscreen getippt hat, sollten hier „Fest“ auswählen, um nicht ungewollt Peek zu aktivieren.

Nach fast 2 Wochen kann ich sagen, dass 3D Touch wohl das revolutionärste Feature ist, das Apple seit Langem vorgestellt hat. 3D Touch ist kein Gimmick. Es wird die Bedienung von Touchscreen-Geräten fundamental verändern. So wie wir uns heute keinen Touchscreen mehr ohne Multi-Touch vorstellen können, so werden wir in Zukunft Touchscreens ohne 3D Touch nur müde belächeln. Man darf gespannt sein, wie lange die Konkurrenz aus dem Android-Lager braucht, um ein vergleichbares Feature ähnlich natürlich und sinnvoll zu implementieren.

Es wird aber noch etwas dauern, bis App-Entwickler das volle Potenzial von 3D Touch ausnutzen, so wie es auch damals mit Multi-Touch seine Zeit gebraucht hat.

Aktuell unterstützen fast alle Standard-Applikationen von iOS wie Mail, Nachrichten, Kamera, Karten, Kalender, Fotos, Safari, Wetter, Musik, Video, Notizen, iBooks, News (vorerst nur USA) und Meine Freunde finden die 3D-Touch-Gesten Peek and Pop.

Quick Actions – Schnellzugriff

Eine weitere Funktion von 3D Touch ist der sogenannte Schnellzugriff auf wichtige und oft genutzte App-Funktionen direkt vom Homescreen aus.

Ein mittelfester Druck auf das Icon einer App, die Quick Actions unterstützt, listet in einem kleinen Popup-Fenster wichtige Funktionen auf.

Bei der Kamera-App beispielsweise kann man dadurch direkt in den Selfie-Modus starten oder Video-Modus und bei der Karten-App direkt vom Homescreen aus eine Navigation nach Hause starten.

3D Touch: Wechseln zwischen geöffneten Apps

Mit 3D Touch kann man auch schneller zwischen geöffneten Apps wechseln und den App-Switcher öffnen. Hierzu wischt man vom linken Display-Rand nach innen und drückt währenddessen etwas fester auf das Display. Dadurch wird die aktuell geöffnete App zur Seite geschoben und die vorletzte App in den Vordergrund gebracht.

Dieses Feature erfordert aber etwas Übung. Drückt man nicht fest genug, öffnet man stattdessen den App-Switcher.

3D Touch: Dynamische Wallpaper

Als kleines Gimmick bringen iPhone 6s und iPhone 6s Plus auch noch 9 dynamische 3D-Touch-Wallpaper mit, welche per Drücken des Lockscreens aktiviert werden.

iSight-Kameras des iPhone 6s im Test

Erstmals seit dem iPhone 4s hat Apple die Auflösung der iSight Hauptkamera erhöht. Statt mit 8 Megapixel löst der neue Sensor im iPhone 6s und iPhone 6s Plus jetzt mit 12 Megapixel auf.

Dafür mussten aber die einzelnen Pixel des rückwärtig belichteten Sensors von 1,5 µm auf 1,22 µm schrumpfen. Kleinere Pixel können weniger Licht einfangen, was zu mehr Bildrauschen und schlechteren Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen führen kann. Gleichzeitig liefern mehr Pixel auch mehr Bildinformationen für detailreicheren Aufnahmen. Es ist immer eine Gratwanderung, die Apple in diesem Fall gut gemeistert hat, wie die folgenden Fotos zeigen.

Nicht zu vergessen hat man bei 12 Megapixeln auch mehr Spielraum für den Digitalzoom.

Bildergalerie iPhone 6s vs iPhone 6 - Fotovergleich

Obwohl die Blendenzahl unverändert bei ƒ/2.2 liegt und die Sensorpixel jetzt wieder etwas kleiner sind, liefert die neue iSight-Kamera auch bei schlechten Lichtverhältnissen bessere Ergebnisse – besonders bei Videoaufnahmen, aber dazu weiter unten mehr.

Die Fotos und Videos, die die neuen Kameras liefern, sind sichtbar besser als jene, die mit den Vorgängern gemacht wurden. Abgesehen von der gesteigerten Auflösung sind die Unterschiede bei iSight-Fotos im Vergleich zur Vorgänger-Generation jedoch nicht weltbewegend. Die neue iSight ist ein klein wenig lichtstärker, der Dynamikumfang ist einen Tick besser, die Farben einen Tick realistischer. Das alles aber mit deutlich mehr Pixeln.

Man bekommt hochauflösendere, schärfere und detailreichere Aufnahmen bei guten und auch schlechten Lichtverhältnissen.

Panoramafotos können dank des größeren iSight-Sensors jetzt bis zu 63 Megapixel groß sein – ein ruhiges Händen vorausgesetzt.

Facetime HD Kamera

Die Facetime HD Frontkamera bietet jetzt eine Auflösung von 5 Megapixel. Sogar einen Blitz hat Apple ihr spendiert. Die Displays der neuen iPhones wurden so überarbeitet, dass sie für einen kurzen Zeitraum übersteuert werden können und so 3 Mal heller leuchten, als normalerweise maximal möglich.

Die Resultate sprechen für sich. Selfies mit dem iPhone 6s und iPhone 6s Plus sind detailreicher und dank des Retina Flash im Dunkeln besser belichtet.

4K-Video

Videos profitieren noch deutlicher von den neuen Kameras. Die elektronische Bildstabilisierung der iSight funktioniert besser und beim iPhone 6s Plus kommt zur elektronischen die optische Bildstabilisierung für Videoaufnahmen hinzu.

Als erste iPhones können iPhone 6s und iPhone 6s Plus auch Videos in 4K-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Das ist die vierfache Full-HD-Auflösung – in Zahlen sind das 3840 x 2160 Pixel. Zusammen mit dem sehr schnellen Autofokus erhält man tolle Aufnahmen.

4K ist ein optionales Features, welches in den Einstellungen aktiviert werden muss. Denn 4K-Videos belegen deutlich mehr Speicherplatz als Videos in Full-HD. Während einer Videoaufnahme lassen sich auch gleichzeitig Fotos knipsen. Während 4K-Videoaufnahmen haben diese Snapshots sogar eine Auflösung von 8 Megapixel bei einem Seitenverhältnis von 16:9.

Interessanterweise funktioniert zumindest auf dem iPhone 6s die Bildstabilisierung im Full-HD-Modus etwas besser als bei der Aufnahme von 4K-Videos. Zu sehen ist dies im folgenden Beispielvideo.

Live Photos

Live Photos ist ein neues Feature, das mit beiden Kameras genutzt werden kann.

Bei einem Live-Photo wird ein reguläres Foto in voller Auflösung und Qualität aufgenommen. Zusätzlich jedoch zeichnet die Kamera 1,5 Sekunden vor und nach dem Foto ein Video auf und fängt so den Moment in Bild und Ton ein. In Sachen Dateigröße entspricht ein Live Photo ungefähr zwei regulären Fotos. Wiedergegeben werden können Live Fotos auf den neuen iPhones per 3D Touch. Sie können aber auch auf anderen iPhones, iPads, Macs und der Apple Watch angesehen werden, die jeweils neueste Betriebssystem-Versionen vorausgesetzt.

Außerdem bietet Apple eine Live-Foto-Schnittstelle an, über die App-Entwickler das neue Bildformat in ihre Apps integrieren können. Bis es soweit ist, erweist sich das Teilen von Live Photos außerhalb des Apple-Kosmos als sehr schwer. Wie Live Photos funktionieren, zeigen wir in unserem Video-Review.

Performance und Akkulaufzeit – Apple A9

iPhone 6s Plus Performance

Angetrieben werden iPhone 6s und iPhone 6s Plus vom neuen Apple A9 Chip. Die integrierte CPU besteht aus zwei Kernen, die jeweils mit maximal 1,85 GHz takten. Begleitet wird diese von 2 GB Arbeitsspeicher.

Der Motion-Co-Prozessor M9 ist erstmals in den A9 integriert und verarbeitet von da aus die meisten Sensoren-Daten. Aufgrund dessen reagiert das iPhone jetzt auch dann auf „Hey Siri“-Kommandos, wenn das Display aus ist und nicht an einer Stromquelle hängt.

Bis zu 70 Prozent ist der A9 schneller als der A8.

In Zahlen bedeutet das beim Antutu-Benchmark rund 66870 Punkte, bei Geekbench im Single-Core durchschnittlich 2545 und im Multicore 4446 Punkte.

Im Alltag macht sich der Performance-Zuwachs deutlich bemerkbar. Die Bedienung läuft flüssiger, Ladezeiten sind geringer. Apps laden schneller und dank des größeren RAMs müssen Apps und Webseiten weniger oft nachgeladen werden.

Bildergalerie iPhone 6s iPhone 6s Plus Benchmark

Obwohl die verbauten Akkus etwas geschrumpft sind, halten die neuen iPhones laut Apple mindestens ebenso lange durch. In unseren Tests hat sich jedoch gezeigt, dass sich die Akkulaufzeiten gegenüber den Vorgängern sogar um durchschnittlich eine halbe Stunde erhöht haben – ohne den Stromsparmodus.

Schneller sind auch das integrierte LTE und WLAN. Über Mobilfunk surft es sich nun mit bis zu 300 Mbit/s und über 802.11ac WLAN ist man mit bis zu 866 MBit/s unterwegs. Im Test hatten wir im Netz der Deutschen Telekom keinerlei Verbindungsprobleme zu beklagen – egal wie wir das Telefon hielten.

Zu guter Letzt ist auch der neue Touch ID-Fingerabdrucksensor doppelt so schnell wie jener der Vorgänger-iPhones. In der Praxis reagiert der Scanner oft so schnell, dass ein normaler Druck des Home-Buttons – ohne Fingerabdruckerkennung – gar nicht mehr möglich ist.

iPhone 6s: Spezifikationen im Überblick

Display 4,7-Zoll-Full-HD (1.334 x 750 Pixel, 326 ppi) IPS-Display mit 3D Touch
Prozessor Apple A9 1,85 GHz Dual-Core
Arbeitsspeicher 2 GB LPDDR4
Interner Speicher 16/64/128 GB (nicht erweiterbar)
Kamera 12 Megapixel mit Laserautofokus, 4K-Video f/2.2-Blende, 5 MP-Frontkamera
Akku 2750 mA·h
Betriebssystem iOS 9
Abmessungen & Gewicht 138,3 x 67,1 x 7,1 Millimeter, 143 Gramm
Sonstiges 3D Touch, Touch ID 2.0, Live Photos, 23 LTE-Bänder
Preis 739 Euro 16 GB/849 Euro 64 GB/959 Euro 128GB

iPhone 6s Plus: Spezifikationen im Überblick

Display 5,5-Zoll-Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel, 401 ppi) IPS-Display mit 3D Touch
Prozessor Apple A9 1,85 GHz Dual-Core
Arbeitsspeicher 2 GB LPDDR4
Interner Speicher 16/64/128 GB (nicht erweiterbar)
Kamera 12 Megapixel mit Laserautofokus, OIS, 4K-Video f/2.2-Blende, 5 MP-Frontkamera
Akku 2750 mA·h
Betriebssystem iOS 9
Abmessungen & Gewicht 158,2 x 77,9 x 7,3 Millimeter, 192 Gramm
Sonstiges 3D Touch, Touch ID 2.0, Live Photos, 23 LTE-Bänder
Preis 849 Euro 16 GB/959 Euro 64 GB/1069 Euro 128GB

iOS 9

Auf iPhone 6s und iPhone 6s Plus läuft ab Werk mit iOS 9. Bei der neuen Betriebssystem-Version hat sich Apple primär auf die Verbesserung bestehender Funktionen und der Stabilität konzentriert.

Es gibt aber auch einige neue Funktionen. So findet sich links vom Homescreen ein neuer proaktiver Assistent, der automatisch relevante Informationen, Apps und News je nach Tageszeit und Ort anzeigt – das erinnert ein wenig an Google Now.

Mit an Bord ist auch das iCloud-Drive-App, über die man schnellen Zugriff auf alle in der eigenen iCloud gespeicherten Dateien hat.

Runderneuert ist auch die Karten-App, die in ausgewählten Städten den öffentlichen Nahverkehr integriert, mitsamt Linien und Haltestellen für U-Bahnen, Busse, Züge und Fähren.

Große Aufmerksamkeit hat Apple auch der Notizen-App von iOS 9 geschenkt. Diese ist jetzt sehr viel umfangreicher und nützlicher. Es können Fotos, Videos, Skizzen und Checklisten integriert werden.

Der sprachgesteuerte Assistent Siri wurde ebenfalls aufpoliert. Er kann jetzt auch Fotos und Videos anhand des jeweiligen Aufnahmedatums, Aufnahmeortes und Albumnamen finden.

Nicht vergessen darf man natürlich auch den neuen Stromsparmodus von iOS 9. Geht der Akku zur Neige, kann der Stromsparmodus durch Deaktivieren einiger Funktionen wie beispielsweise der Hintergrundaktualisierung von Apps, „Hey Siri“, visueller Effekte und Heruntertakten des Apple-Chips zusätzliche Minuten und sogar Stunden herausholen.

Einen wirklichen Leistungseinbruch erfährt man durch den Stromsparmodus interessanterweise nicht – zumindest nicht beim Surfen im Web und im sonstigen Alltagsgebrauch. Permanent aktiviert würde ich den Stromsparmodus aber nicht lassen, da er Funktionen deaktiviert, die die Nutzerfahrung von iOS 9 runder machen.

Zurück-Button

iOS hat jetzt auch endlich einen Zurückbutton. Tippt man in einer App auf einen Link und wird folglich in eine andere App weitergeleitet, zeigt iOS oben links statt der Signalstärke einen Zurück-Button an. Über diesen kommt man zurück in die App, aus der man hergekommen ist. Wie oben unter dem Punkt 3D Touch erwähnt, kommt man zwar auch mit einer Wisch-Geste zurück in die vorhergehende Applikation. Dieser kleine Zurück-Button geht aber leichter von der Hand und ist sehr nützlich.

WLAN Assistent

In Vergangenheit krallte sich das iPhone regelrecht an WiFi-Verbindungen, selbst die Signalqualität so schlecht war, dass ein korrekter Datenaustausch nicht möglich war. In so einem Fall wurde zwar eine aktive WiFi-Verbindung angezeigt, Apps und Webseiten luden jedoch nicht. Abhilfe schaffte nur das manuelle Deaktivieren der WLAN-Funktion auf dem iPhone. Der neue optionale WiFi Assistent erkennt solche fehlerhaften WiFi-Verbindungen und weicht automatisch auf die Mobilfunkverbindung aus – zumindest bis das WLAN-Signal wieder gut genug ist.

Zu finden ist der WLAN Assist in den Einstellungen unter „Mobiles Netz“ ganz unten. Mit aktivem WLAN Assist sollte man jedoch seinen mobilen Datenverbrauch genau beobachten.

iPhone 6s im Test: Fazit

Die neuen iPhones sind wenig überraschend in allen Belangen besser als ihre Vorgänger. iPhone 6s und iPhone 6s Plus sind deutlich schneller, liefern schärfere Fotos, bessere Videos und 3D Touch macht die Bedienung flüssiger und intuitiver. Leider verfügt die günstigste Variante nur über 16 GB internen Speicher. Das ist nicht wirklich verständlich, besonders da 4K-Videoaufnahme als großes Feature angepriesen wird.

Die Preise fangen bei und an, jeweils mit 16 GB. Mehr Speicher gibt es gegen Aufpreis.

Unsere Test-Wertung zum iPhone 6s

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 5/5
  • Display: 5/5
  • Software: 5/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 4/5
  • Kamera: 5/5
  • Konnektivität und Speicher: 4/5
  • Akku und Alltag: 4/5

Gesamt: 93 %

iPhone 6s Wertung

Pro

  • Apple A9 64-bit-Chip mit Top-Performance
  • Ausgezeichnetes IPS-Display
  • 3D Touch
  • 4K-Video und Live Photos
  • iOS 9

Kontra

  • Mono-Lautsprecher, der leicht verdeckt werden kann
  • Nur 16 GB interner Speicher beim Einsteiger-Modell

Weitere Themen: iPhone 6s, Apple iPhone 6s Plus, iOS 9, Apple Event am 9. September 2015: iPhone 6s, Apple TV und Co. (Live-Ticker & Live-Stream)