Apple bietet in diesem Jahr einen deutlich vergünstigten Austausch älterer iPhone-Akkus an: iPhone-Besitzer müssen nur noch 29 statt 89 Euro bezahlen. Erste Schätzungen prognostizieren, dass sich Apple dadurch stark selbst schadet.

iPhone-Akku-Programm: So sehr schadet sich Apple selbst

Apples Akku-Tausch-Programm ein Milliardengrab?

Apple musste Ende letzten Jahres einräumen, dass das Unternehmen iPhones mit alten Akkus absichtlich verlangsamt, um ein plötzliches Ausschalten bei höherem Stromverbrauch des Prozessors zu verhindern. Die Aufregung war groß – wohl in erster Linie aus dem Grund, dass Apple dies vorher nie deutlich kommuniziert hatte. Als Reaktion kündigte Apple für das Jahr 2018 an, dass das Unternehmen allen Besitzern eines iPhones ab dem iPhone 6 einen Akkuaustausch für 29 statt 89 Euro anbieten würde.

Alles, was ihr zu Apples Akku-Tausch-Programm wissen müsst, findet ihr hier:

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iPhone-Akku für 29 Euro bei Apple tauschen – das müsst ihr wissen

Wer also im Laufe dieses Jahres bemerkt, dass sein iPhone-Akku schwächer wird und daher auch die Leistungsfähigkeit des iPhone nachlässt, wird sich wahrscheinlich erst einmal einen neuen Akku bei Apple besorgen – es sei denn, er liebäugelte ohnehin schon mit einem neuen iPhone. Im Jahr 2017 dürften sich einige Betroffene stattdessen gleich für ein neues Gerät entschieden haben.

Der Barclays-Analyst Mark Moscowitz glaubt, dass sich Apple mit dieser Maßnahme daher spürbar ins eigene Fleisch schneidet: Das Unternehmen könnte durch die Maßnahme im laufenden Jahr 16 Millionen iPhones weniger verkaufen. Über das Jahr hinweg würde sich der Apple-Umsatz also um mehrere Milliarden US-Dollar verringern – bei einem niedrig angesetzten durchschnittlichen iPhone-Preis von 600 US-Dollar wären es 9,6 Milliarden US-Dollar. Moscowitz glaubt an ein Schrumpfen des Gesamtumsatzes des Unternehmens um bis zu 4 Prozent.

Akku-Tausch ist gut für die Umwelt – und eine gute PR-Strategie?

Der Analyst kann dem Programm aber auch etwas Positives abgewinnen: Für Apple sei das Ganze positive PR. Das Unternehmen konnte also Negativschlagzeilen mit einer einfachen Ankündigung in eine positive Berichterstattung umkehren. Möglicherweise wird das für Apple einen positiven Effekt einbringen, der die direkten Einbußen in den Verkaufszahlen ausgleichen kann.

Falls es doch ein neues iPhone werden soll: Dieses Video hilft euch bei der Kaufentscheidung zwischen iPhone 8 und iPhone X:

iPhone X vs. iPhone 8
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Hinzu kommt ein weiterer Effekt, den der Analyst nicht benennt: Eine vereinfachte, weil vergünstigte Möglichkeit, den Akku austauschen zu lassen, bringt für ältere Geräte eine höhere Langlebigkeit: Sie landen nicht in Apples Recycling-Anlagen oder schlimmstenfalls sogar einfach im Müll. Stattdessen können die Besitzer sie ein, vielleicht sogar zwei Jahre länger benutzen, als sie es sonst getan hätten. Das hat einen deutlich positiven Effekt in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz – ein Thema, für das sich Apple immer wieder stark macht.

Allerdings wird Apple wohl nicht so weit gehen, für den Umweltschutz dauerhaft dafür zu sorgen, dass sich Kunden weniger oft ein neues iPhone kaufen wollen. Daher werden iPhone-Akkus in Zukunft wohl auch nicht einfach durch den Benutzer austauschbar sein – auch wenn es gute Argumente dafür gibt. Mit einem dauerhaft erschwinglichen Austausch durch den Hersteller selbst könnte Apple aber einen Mittelweg finden. Lasst ihr euren Akku austauschen?

Quelle: via 9to5Mac

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