Italienisches Gesetz für mehr Software-Freiheit könnte iPhone-Verkaufsstopp bedeuten

Florian Matthey
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Wird das iPhone bald aus einem europäischen Land verschwinden? In Italien ist aktuell ein Gesetzesentwurf anhängig, der Verbrauchern das Recht gibt, Software aus allen Quellen zu beziehen. Das würde nicht zum App-Store-Modell passen.

Italienisches Gesetz für mehr Software-Freiheit könnte iPhone-Verkaufsstopp bedeuten

Der Gesetzesentwurf 2484, der nach einer Verabschiedung durch die Abgeordnetenkammer jetzt im italienischen Senat anhängig ist, könnte weitreichende Konsequenzen haben. Die Zeitung Corriere della Sera beschreibt das Vorhaben als das Gesetz, dass das „iPhone aus Italien verbannen“ könnte. Tatsächlich wird sich der durch das Gesetz entstehende Konflikt kaum auflösen lassen.

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Denn das Gesetz besagt, dass jeder Benutzer das Recht hat, diskriminierungsfreie Software, die proprietär oder open source sein kann, „über Dienste ihrer Wahl“ zu beziehen. Eben das ist aber mit Apples geschlossenem App-Store-System nicht möglich: Der einzige Dienst, über den iPhone-Software erhältlich ist, ist der Apple-eigene App Store. Das Gesetz scheint wiederum zu fordern, dass Verbraucher ein Recht darauf haben, ihre Software auch aus Quellen wie dem Jailbreak-„App Store“ Cydia zu beziehen.

Es ist kaum vorstellbar, dass Apple ausschließlich für italienische Kunden eine Option für den Bezug von Software aus anderen Quellen ins iOS integrieren wird. Andererseits ist es auch nur schwer denkbar, dass Apple das iPhone in dem Land einfach nicht mehr verkaufen wird. Womöglich steht Apple letztendlich erst einmal ein Rechtsstreit mit dem italienischen Staat ins Haus.

Quelle: Corriere della Sera via Mac Rumors

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