iPhone-Kalibrierungsmaschine: Warum Apple ein Reparatur-Monopol bekommen könnte

Florian Matthey
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Apple hat gegenüber unabhängigen Reparaturshops einen entscheidenden Vorteil: Das Unternehmen verfügt über eine besondere Kalibrierungsmaschine. Dieser Vorteil könnte Apple in Zukunft sogar ein Monopol für Reparaturen ermöglichen.

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Apples mysteriöse Kalibrierungsmaschine gesichtet

Motherboard hatte dazu aufgerufen, ein Foto der mysteriösen Kalibrierungsmaschine einzusenden. Diese befindet sich in den Reparaturbereichen der Apple Stores – und ist eben nur für Apple Stores und offizielle Apple-Partner erhältlich. Die Maschine hilft dabei, bei einer Reparatur Komponenten wie die Kamera und die Farben des Display zu kalibrieren.

Ein Ex-Apple-Store-Mitarbeiter berichtet, dass die Maschine nicht sonderlich „Apple-like“ ausgesehen habe; stattdessen habe sie den Eindruck gemacht, als habe sie jemand in einem Hinterhof zusammengeschraubt. Die Maschine verwende seltsame Flüssigkeiten und Gase – wobei unklar ist, welchen Zweck diese erfüllen.

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Nur Apple kann Touch ID austauchen und aktivieren

Wie dem auch sei – das entscheidende an der Maschine ist eine Funktion, die sie zusammen mit einem mit ihr verbundenen iMac erfüllt: Sie erlaubt es, ein Display mitsamt Touch-ID-Fingerabdrucksensor auszutauschen und die Touch-ID-Funktion dann auch weiterhin zu benutzen. Wenn Reparaturshops den Homebutton austauschen, ist eine Anmeldung über den Fingerabdruck nicht mehr möglich, da der Button mit der „Secure Enclave“ des Apple-AX-Chips gekoppelt sein muss. Für eine Neu-Kopplung ist eine Autorisierung über Apples Server nötig, die unabhängige Reparaturshops nicht vornehmen können. Deshalb lösen diese bei einem Bildschirm-Defekt den Homebutton vom Display, um ihn mit einem neuen Display erneut mit dem iPhone zu verbinden.

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Exklusivität durch iPhone 8?

Eben das wird aber beim iPhone 8 vielleicht nicht mehr möglich sein: In der nächsten iPhone-Generation wird Apple die Touch-ID-Funktion möglicherweise ins Display integrieren. Das hätte zur Folge, dass ein Displaytausch nur noch mit der Kalibrierungsmaschine möglich ist – und Apple den wohl wichtigsten Reparaturvorgang exklusiv anbieten könnte.

Aufgrund solcher Entwicklungen gibt es in den USA Gesetzesinitiativen, die ein „Recht zu reparieren“ vorsehen: Unabhängige Händler und Privatpersonen sollen die Werkzeuge von Herstellern kaufen können, die diese zur Reparatur ihrer Geräte verwenden – also beispielsweise auch die ominöse Apple-Maschine. Die Verbindung zu Apples Autorisierungsservern würde hier allerdings wohl tatsächlich ein Sicherheitsrisiko darstellen. Nicht nur deswegen betreibt Apple Lobbyarbeit gegen diese Vorstöße.

Quelle: Motherboard via 9 to 5 Mac

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