Face ID ist sicherer als Touch ID – wenn man nicht „einen bösen Zwilling“ hat, so Apples Erklärung im Rahmen der Präsentation des iPhone X. Tatsächlich kann das System Zwillinge nicht auseinander halten. Probleme gibt es aber sogar auch bei Geschwistern.

Gesichtserkennung im iPhone X: Face ID hat ein Geschwister-Problem

iPhone X: Face ID hat Probleme mit Zwillingen …

Face ID bietet eine Sicherheit von 1 zu 1 Million, bei Touch ID liegt der Wert nur bei 1 zu 50.000 – so die Aussage von Apples Marketing-Chef Phil Schiller im Rahmen der iPhone-X-Präsentation. Apples Gesichtserkennungssystem sei so sicher, dass es sich selbst mit hochwertigen modellierten Masken nicht überlisten lasse. Es gebe allerdings eine Einschränkung: Bei Geschwistern, die sich ähnlich sehen, sei der Wert deutlich niedriger. Gerade dann, wenn man einen „bösen Zwilling“ habe, solle man aufpassen.

Nach der Veröffentlichung des iPhone X haben natürlich gleich einige Websites und Zeitungen Zwillingspaare ausfindig gemacht und Face ID testen lassen. Das Ergebnis: Das System kann eineiige Zwillinge tatsächlich in der Regel nicht unterscheiden; bei eineiigen Drillingen können sich sogar drei Personen das Gerät teilen, ohne dass es sie unterscheiden kann. Wobei es eineiige Drillinge ja wirklich nur sehr selten gibt.

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… und auch mit „normalen“ Geschwistern

Besorgniserregender sind wiederum Videos, die zeigen, dass man tatsächlich nicht Zwillinge braucht, um Face ID zu überlisten – auch Geschwister, die sich recht ähnlich sehen, können das Gerät entsperren, wenn es für den Bruder oder die Schwester eingerichtet ist. Ein Bruderpaar, das sich sehr ähnlich sieht, aber eindeutig kein Zwillingspaar ist, demonstriert das in zwei Videos. Das erste ist bei Reddit erhältlich, das zweite bei YouTube:

Im zweiten Video gibt es dazu aber auch eine Erklärung: Der jüngere Bruder hatte das iPhone mehrmals mit dem Code entsperrt. Auch in diesem Fall soll Face ID offenbar Veränderungen im Gesicht – wie einen abrasierten Bart – „kennen lernen“. In diesem Fall wurde das gespeicherte Gesicht des größeren Bruders offenbar durch das Gesicht des Jüngeren modifiziert. Das gespeicherte „Mustergesicht“ dürfte dann also eine Mischung aus beiden Brüdern gewesen sein.

Noch bemerkenswerter ist ein weiteres Video eines Bruderpaars: Hier ist der ältere Bruder ein junger Erwachsener, der jüngere ist noch ein Kind. Die beiden sehen sich abgesehen vom Altersunterschied durchaus ähnlich; ein menschliches Gehirn würde die beiden aber niemals verwechseln. Ob hier zuvor im iPhone-Speicher ebenfalls eine „Verschmelzung“ der Gesichter stattgefunden hat, ist unklar – eigentlich sollte das Ganze aber selbst dann nicht funktionieren.

Animojis im iPhone X
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In den allermeisten Fällen werden iPhone-Benutzer ihre Geräte aber ohnehin nur vor dem Zugriff durch völlig Fremde sichern wollen, sodass ein „Geschwisterproblem“ sie im Alltag nicht tangieren wird. Wer ein wirklich hohes Sicherheitsniveau haben will, sollte aber wohl weiterhin einen Passcode verwenden. Habt ihr jetzt weniger Vertrauen in Face ID?

Quelle: 9to5Mac

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