iPhone X: 10-jähriger kann iPhone seiner Mutter entsperren

Holger Eilhard
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Nach Versuchen mit Zwillingen und Gesichtsmasken, welche Face ID austricksen können sollen, folgt nun ein weiterer Bericht, in dem Apples Gesichtserkennung den Zugriff auf das iPhone X gewährt.

iPhone X: 10-jähriger kann iPhone seiner Mutter entsperren

iPhone X: Face ID verwechselt Mutter und Sohn

Im aktuellen Fall, über den Wired berichtet, geht es um das iPhone X von Sana Sherwani, deren 10 Jahre alter Sohn Ammar Malik die Gesichtserkennung Face ID austricksen konnte. In einem kurzen Video wurde das ungewollte Entsperren demonstriert:

Wie zu sehen ist, kann der Sohn das iPhone seiner Mutter ohne Eingabe eines PIN-Codes oder andere Tricks entsperren. Beim Versuch das iPhone X seines Vaters mittels Face ID zu entsperren, gelang es dem Sohn ebenfalls – allerdings nur ein einziges Mal. In späteren Versuchen sperrte Face ID wie erwartet den Zugriff.

Auf Nachfrage von Wired trainierte die Mutter ihr Gesicht erneut, woraufhin Face ID den Zugriff durch ihren Sohn ebenfalls verhinderte und er keinen Zugriff mehr auf das iPhone hatte. Ein späterer Test bei einer weiteren Registrierung ihres Gesichts bei schlechteren Lichtverhältnissen ergab jedoch, dass ihr Sohn nach sechs Versuchen das iPhone X wieder entsperren konnte.

Apple machte keine konkreten Angaben zu dem Fall und wies lediglich auf das White Paper zur Sicherheit von Face ID (PDF) hin. Darin heißt es unter anderem, dass es unter Zwillingen, Geschwistern und Kindern, die jünger als 13 Jahre sind, wahrscheinlicher sein kann, dass Face ID sie verwechselt. Der Grund bei Letzteren ist, dass die Gesichter noch nicht vollständig ausgeprägt sind. In diesen Fällen sollen Anwender einen PIN-Code einsetzen.

Wer weiterhin lieber auf Touch ID setzen will, sollte zum iPhone 8 greifen. Hier unser Vergleich zwischen den aktuellen iPhone-Modellen:

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iPhone X vs. iPhone 8

Face ID lernt Gesichter dank Künstlicher Intelligenz

Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz lernt Face ID im Laufe der Zeit die Gesichtszüge seines Besitzers. Erkennt das iPhone das Gesicht nicht und wird daraufhin per PIN-Code freigeschaltet, nehmen die Sensoren im Gerät nach der Eingabe des Codes ein weiteres Bild auf, um davon zu lernen. Dieser Lernvorgang geschieht aber nur dann, wenn die Ähnlichkeit hoch genug mit dem ursprünglich antrainierten Gesicht ist.

Das neue Bild wird des Weiteren nach einigen Entsperrvorgängen wieder entfernt, wenn es für längere Zeit nicht erkannt wurde. Damit will Apple die Nutzung nach größeren Änderungen im Gesicht etwa durch einen Bart oder Makeup verbessern.

Im oben beschriebenen Fall hat laut den Eltern niemand eine PIN eingegeben, welchen einen derartigen Lernprozess durch die Künstlicher Intelligenz gestartet haben könnte.

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Face ID mit Maske umgangen

Erst gestern meldete das Sicherheitsunternehmen Bkav aus Vietnam, dass es Face ID angeblich mit Hilfe einer Maske umgehen konnte. Details zu diesem Video sind jedoch spärlich. So ist etwa unbekannt, ob auf dem verwendeten iPhone die zusätzliche Sicherheitsfunktion aktiviert ist, welche ein Entsperren mit Face ID nur dann ermöglicht, wenn der Benutzer das Gerät aktiv anschaut.

Hinzu kommen Fälle mit eineiigen Zwillingen, in denen Apples Technologie nicht immer eindeutig den eigentlichen Besitzer unterscheiden konnte. Die Wahrscheinlichkeit einen bösen Zwilling zu haben, der von Face ID Zugriff auf das eigene iPhone X erlangt, dürfte für die Mehrheit der Nutzer aber nicht der Fall sein. Um diese Chancen weiter zu minimieren, sollte das eigene Gesicht bei guten Lichtverhältnissen antrainiert werden und vorsichtig bei der Freischaltung nach der Erkennung von fremden Gesichtern vorgegangen werden.

Quelle: Wired

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