iPhone X: Deshalb warnt Edward Snowden vor dem Apple-Handy

Thomas Konrad
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Edward Snowden warnt seit Langem vor der totalen Überwachung. Auch eine zentrale Neuerung an Apples iPhone X stößt dem Ex-NSA-Mitarbeiter übel auf.

iPhone X: Deshalb warnt Edward Snowden vor dem Apple-Handy
Bildquelle: GIGA

Auf dem IT-Kongress JBFOne warnt Edward Snowden – live zugeschaltet aus dem russischen Exil – vor Unternehmen, die immer mehr Daten sammeln, diese aber nicht ausreichend schützen können. Snowden verweist auf Uber: Das US-Unternehmen hatte erst kürzlich zugegeben, dass Hacker im Jahr 2016 rund 57 Millionen Kundendaten gestohlen hatten.

Deshalb warnt Snowden vor dem iPhone X

Edward Snowden warnte eindringlich vor dem iPhone X: Face ID, die Gesichtserkennung im neuen Apple-Handy, sei ein großes Sicherheitsrisiko. Der Grund: Auch Entwickler von Drittanbieter-Software hätten Zugriff auf Face-ID-Daten. Und das würden diese auch ausnutzen, meint Snowden.

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Snowden liefert ein konkretes Beispiel: Bei einer dauerhaften Gesichtserkennung könnten das iPhone zum Beispiel erfassen, wie ein Nutzer auf eingeblendete Werbung reagiert – und daraus Schlüsse ziehen, die für die Werbetreibenden bares Geld wert sind. Auch könnte die Software eine Werbung pausieren, wenn der Nutzer nicht auf das Display schaut. All das sei nur eine Frage der Regeln, die Apple aufstellt. Für Entwickler habe ein Missbrauch kaum ernsthafte Konsequenzen, meint Snowden.

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Face ID: Das dürfen Entwickler wirklich

Edward Snowden zeichnet ein sehr düsteres Bild von Face ID. Immerhin: Der Realität entspricht das zum Glück noch nicht. Entwickler dürften derzeit nur auf einen Teil der Face-ID-Daten zugreifen, um beispielsweise 3D-Objekte wie Masken und Brillen virtuell an ein Gesicht anzupassen oder die Mimik des Nutzers zu erfassen. Die Daten dürfen sie zudem nicht an Dritte weitergeben. Und: Anwender müssen aktiv Zustimmen – ein Vertrauensvorschuss für Softwarehersteller.

Zum Entsperren des iPhone X taugen die Face-ID-Daten der Entwickler nicht: Dafür speichert Apple selbst ein mathematisches Modell des Gesichts. Entwickler arbeiten dagegen nur mit einer Art 3D-Maske.

Einen Haken gibt es aber schon jetzt: Die Softwareschmieden dürfen ihre Face-ID-Daten auf eigenen Servern speichern. Davor warnen Experten, schreibt Business Insider.

Quelle: heise

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