iPhone X: Wurden Schüler zur Arbeit gezwungen?

Simon Stich
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Der schwere Vorwurf der Zwangsarbeit steht im Raum: Chinesische Schüler berichten, dass sie zur Arbeit bei einem Apple-Zulieferer gezwungen wurden. Apple hingegen spricht von „freiwilliger Mitarbeit“, doch die Realität sieht wohl anders aus.

iPhone X: Wurden Schüler zur Arbeit gezwungen?

iPhone X: Produktion gesteigert mit Zwangsarbeit?

Der Financial Times zufolge wurden etwa 3.000 Schüler abkommandiert, um in Shengzou für den Apple-Zulieferer Foxconn am iPhone X zu arbeiten. Berichten der Schüler zufolge war die Arbeit Pflicht, um einen Abschluss zu bekommen. Sie wurde kurzerhand als „Praktikum“ deklariert und war damit verpflichtend für alle.

Die tägliche Arbeitszeit soll bei elf Stunden gelegen haben, was auch in China nicht legal ist. Apple hat mittlerweile bestätigt, dass Schüler im Alter von 17 bis 19 Jahren bei der Produktion des iPhone X zum Einsatz kamen. Auch habe es „illegale Überstunden“ bei der Arbeit in Shengzou gegeben. Dass es sich um Zwangsarbeit handeln würde, weist der Konzern zurück. Die Schüler hätten freiwillig gearbeitet, Versorgung und Bezahlung seien gewährleistet worden.

Unsere Einschätzung zum iPhone X gibt es in folgendem Video:

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iPhone X im Hands-On

Apple will Standards einhalten

Nach Bekanntwerden des Vorfalls möchte Apple nun sicherstellen, dass in der Fabrik von Foxconn die selbst gesetzten Standards sowie lokalen Gesetze eingehalten werden. Dazu seien eigens Spezialisten von Apple nach Shengzou geschickt worden.

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Apple, Foxconn und andere Hersteller sind immer wieder in die Kritik geraten, was die Arbeitsbedingungen in China angeht. Unbezahlte Überstunden, geringer Lohn, teils unmenschliche Behausungen für die Arbeiter werden häufig angeführt. Im Jahr 2010 nahmen sich zehn Mitarbeiter von Foxconn das Leben, indem sie von den Dächern der Werke oder der angrenzenden Wohnheime sprangen. Heute hängen Netze an den Foxconn-Gebäuden, um Suizide zu verhindern.

Quelle: Financial Times (Paywall) via GameStar

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