Produktion des iPhone X: In Apples Führungsetage schrillen die Alarmglocken

Florian Matthey
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Bei Apple scheint man sich um die Produktionsprobleme des iPhone X große Sorgen zu machen: Der zweitwichtigste Mann des Unternehmens reist nach Asien, um Möglichkeiten auszuloten.

Produktion des iPhone X: In Apples Führungsetage schrillen die Alarmglocken

iPhone X: Lieferengpässe wohl noch bis 2018

Dass das iPhone X überhaupt so spät erscheint, dürfte bereits den Lieferengpässen geschuldet sein: Während das iPhone 8 schon seit dem 22. September erhältlich ist, beginnen die Vorbestellungen des iPhone X erst an diesem Freitag. Offenbar gibt es vor allem beim „Punktprojektor“ des TrueDepth-Kamerasystems Probleme – also die Komponente, die über 30.000 Punkte auf das Gesicht des Benutzers projiziert, um dieses schnell und zuverlässig für Face ID erkennen zu können.

Einige Quellen gehen davon aus, dass das iPhone X erst im Jahr 2018 in akzeptablen Stückzahlen erhältlich sein wird. Zum Verkaufsstart am 3. November sollen laut Analyst Ming-Chi Kuo sogar nur drei Millionen Exemplare verfügbar sein. Ende September gingen andere Quellen noch von 12 Millionen Exemplaren aus – und meinten, dass auch diese Zahl viel zu gering sein werde, um die Nachfrage zu bedienen.

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iPhone X im Hands-On

iPhone-X-Produktionsprobleme: Jeff Williams reist nach Asien

Für Apple ist dieser Umstand ärgerlich: Viele Kunden verschmähen das iPhone 8, weil sie auf das interessantere iPhone X warten. Die Nachfrage für das Gerät ist also besonders hoch; Apples Möglichkeiten, sie zu bedienen, aber besonders gering. Das könnte dem laufenden ersten Geschäftsquartal 2018 schaden. Im Extremfall könnten sich frustrierte iPhone-X-Interessenten auch bei der Konkurrenz umsehen, Apple also letztendlich Kunden an Samsung und Co. verlieren.

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Kein Wunder also, dass die höchste Führungsetage bei Apple alarmiert ist. Nach Informationen von Nikkei Asian Review wird sich Apples Chief Operating Officer Jeff Williams noch in diesem Monat mit dem Foxconn-Chef Terry Gou in Taiwan treffen, um über die weitere Strategie bei der iPhone-X-Produktion zu sprechen. Foxconn soll nicht nur für die Montage des iPhone X, sondern über die Sparten Sharp und LG Innotek auch für die Produktion der TrueDepth-Module verantwortlich sein. Williams ist in gewisser Weise Apples zweitwichtigster Manager: Vor Williams war der heutige Apple-CEO Tim Cook in der Position des COO.

Von Sharp-Managern will Nikkei Asian Review erfahren haben, dass sich die Ausbeute bei der Produktion bereits verbessert habe – allerdings sollen sie immer noch unter einem zufriedenstellenden Niveau liegen. Welche Beschlüsse Williams und der Foxconn-Chef Gou auch immer fassen werden – die iPhone-X-Verfügbarkeit wird sich in diesem Jahr wohl dadurch kaum noch verbessern.

Quelle: Nikkei Asian Review via Mac Rumors, 9to5Mac

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