LG G Flex 2 im Test: Krummer Geheimtipp

Andreas Floemer
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Das LG G Flex 2 ist das 2. Smartphone des südkoreanischen Elektronikriesen mit gebogenem Display. Wir hatten das Gerät mit seinem um die Querachse gebogenem Display für mehrere Wochen in der Alltagsnutzung und erlebten ein Smartphone, das zu Unrecht unter dem Radar läuft. Alles Wissenswerte zum LG G Flex 2 erfahrt ihr in unserem Testbericht.

LG G Flex 2 im Test: Krummer Geheimtipp

LG hatte 2013 mit dem G Flex sein erstes Smartphone mit gebogenem Display vorgestellt, bei dem der Hersteller erstmals eine neue Displaytechnologie zum Einsatz kommen ließ, die er fast zeitgleich zu Samsung auf den Markt brachte: P-OLED (Polymer OLED). Mit P-OLED-Panels, die auf Kunststoff anstelle von Glas basieren, sind völlig neue Geräteformen möglich, die dazu robuster sind. Das LG G Flex (Test) war der erste Gehversuch in diese Richtung, konnte uns im aber Test nicht vollends überzeugen. Vorweg genommen: Das G Flex 2 schlägt sich weit besser als sein Vorgänger. Bevor wir ins Detail gehen, zunächst unser erster Eindruck vom Gerät im Hands-On.

LG G Flex 2 im Hands-On-Video

LG G Flex 2 im Test: Haptik, Design und Verarbeitung

Das LG G Flex 2 ist kleiner und kompakter geraten als das erste Flex-Modell der Südkoreaner, und das war eine gute Entscheidung. Anstelle eines 6 Zoll in der Diagonale messenden Displays setzt LG bei seiner zweiten Generation auf 5,5 Zoll. Diese Reduzierung ist nicht zuletzt dem Transport in der Hosentasche zuträglich, denn anstelle der doch eher unhandlichen 160,5 x 81,6 x 8,7 Millimetern des G Flex misst das G Flex 2 nur 149,1 x 75,3 x 7,1 bis 9,4 Millimeter – ist also im Allgemeinen schmaler und kürzer. Aufgrund dieser kleinen Maße ist es deutlich besser zu bedienen – ja sogar die Einhandbedienung ist in der Regel möglich. Dank der Krümmung des Smartphones sind selbst die oberen Ecken mit einer Hand vergleichsweise gut erreichbar.

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Das LG G Flex 2 besteht wie alle Geräte aus dem Hause LG aus Kunststoff, die Front wird von einem schmalen Rahmen in Chromoptik geziert. Der Rest des Geräts ist in der uns vorliegenden Farbvariante anthrazit gehalten. Das Design des G Flex 2, abgesehen von der Krümmung, kennt man seit dem LG G2: Powerbutton und Lautstärkewippe sind auf der Rückseite unterhalb der Hauptkamera angebracht. Frontseitig sind die Navigationselemente in Form von Onscreen-Buttons realisiert, sodass unterhalb des Displays kein Home-Button und keine kapazitiven Schaltflächen zu finden sind. Diese Konstruktionsweise ermöglicht einen kompakten Formfaktor, durch den eine vergleichsweise gute Display-to-Body-Ratio von 73,5 Prozent zustande kommt – also ein hoher Display-Anteil an der Front. Zum Vergleich: Das ebenfalls mit einem 5,5 Zoll-Display ausgestattete iPhone 6 Plus verfügt über eine DtBR von nur 67,8 Prozent, beim LG G4 ist diese mit 72,5 Prozent ebenfalls geringer, beim neueren OnePlus 2 liegt diese bei ähnlich guten 73,3 Prozent. Die Buttons auf der Rückseite fordern Umsteigern ein gewisses Maß an Eingewöhnung ab, sind dann aber – insbesondere kombiniert mit der praktischen Double-Tap-to-Wake beziehungsweise -Sleep-Funktion – gut benutzbar.

Eine Besonderheit und auch der Namensgeber der LG G Flex-Familie ist das gebogene Display, das dem Smartphone, überspitzt formuliert, die Form einer Banane verleiht – dies soll laut LG dazu führen, dass das Smartphone der Gesichtsform und dem Sichtfeld des Nutzers entspricht und das Mikrofon beim Telefonieren näher am Mund positioniert ist. Das Telefonieren mag eine für viele Smartphone-Nutzer fast schon zweitranging sein – für Vieltelefonierer ist dieser Nebeneffekt des gebogenen Display trotzdem nützlich.

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Wie auch schon beim ersten Flex-Modell hat LG dem Nachfolger ein Rückcover mit „selbstheilender Beschichtung“ verliehen, die laut Hersteller nochmal verbessert sein soll. Wir konnten indes nichts von dieser „Wolverine-Wirkung“ feststellen – die metallisch-glänzende Rückseite wies nach normaler Benutzung Mikrokratzer auf, die sich nicht wieder selbst reparierten. Größere Kratzer heilen zu lassen haben wir nicht ausprobiert – es handelt sich schließlich nur um ein Leihgerät. Wer sich um die Unversehrtheit seines Gerätes sorgt, kann sich aber einfach ein Ersatz-Cover besorgen. Im Gegensatz zum ersten G Flex ist die Rückseite des G Flex 2 abnehm- und austauschbar, auch wenn der Akku darunter fest verbaut. Die Rückseite ist in glattem Plastik gehalten, das mit einem subtilen kreisförmigen Muster versehen ist. Das mag haptisch nicht optimal sein, immerhin hat LG es aber geschafft, dass man Fingerabdrücke auf der Rückseite kaum sehen kann.

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Abgesehen vom in der Praxis nicht recht zutreffenden Marketingversprechen der Selbstheilung ist das Gerät solide verarbeitet, und das G Flex 2 liegt angenehm in de Hand. Das Design wird zwar mittlerweile seit dem G2 verwendet, weiß aber immer noch zu gefallen.

Wie das gebogene Display wirkt und sich die Kamera das LG G Flex 2 schlägt, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

Weitere Themen: Android 5.0 (Lollipop), CES 2015, LG

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