LG G Flex im Test: Schön gebogen, und weiter? (Teil 1)

Kamal Nicholas
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Mit dem G Flex hat der südkoreanische Konzern LG sein erstes flexibles Smartphone auf dem Markt. Doch was genau hat das Teil sonst noch so auf dem Kasten? Die Antwort dazu findet ihr im ersten Teil unseres Testberichts.

LG G Flex im Test: Schön gebogen, und weiter? (Teil 1)

Bevor die ersten Smartphones mit flexiblem Display auf den Markt kamen, war die Neugier sehr groß. Wie genau wird ein solches Gerät tatsächlich aussehen? Was sind die Vorteile, was die Nachteile? Dann plötzlich präsentierten gleich zwei Unternehmen aus Südkorea ihre eigene „Interpretation“ eines Smartphones mit flexiblem Display. Die Überraschung: Eigentlich ist das Display mehr gebogen als flexibel, auch wenn dieses auf Druck nachgibt.

LG G Flex: Technische Spezifikationen:

  • Prozessor: 2.26 GHz Quad-Core-Qualcomm-Snapdragon 800-CPU
  • GPU: Adreno 330, 450MHz
  • Display: 6-Zoll, HD-Auflösung (1280 x 720), P-OLED (Real RGB)
  • Betriebssystem: Android Jelly Bean 4.2.2 mit Uptimus UI
  • Arbeitsspeicher: 2GB RAM
  • Interner Speicher: 32GB Speicher
  • Hauptkamera: 13.0 MP
  • Frontkamera: 2.1 MP
  • Akku: 3.500mAh
  • Verbindung: Bluetooth 4.0, USB 3.0, WiFi 802.11 a/b/g/n/ac, NFC
  • Maße: 160,5 x 81,6 x 7,9/8,7mm
  • Gewicht: 177g
  • UVP: 799 Euro (mittlerweile aber bereits für ca. 630 zu haben (z.B. bei )

LG G Flex: Das Design

Damit ihr auch wisst, von welchem Gerät wir hier eigentlich reden, schaut euch doch am Besten zuerst unser Unboxing vom G Flex an.

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LG G Flex Unboxing
So, nachdem das erledigt wäre, hier meine Meinung zum Design des G Flex. Alles in allem ist das Gerät sehr vernünftig verarbeitet, das gebogene Display ist definitiv ein Hingucker und macht das G Flex rein optisch zu etwas ganz Besonderem. Wie auch schon beim G Pro befindet sich der An-/Ausschalter etwas ungewohnt auf der Rückseite unterhalb der Kamera.  Die Vorderseite kommt ganz ohne Hardwarebutton aus, was mir persönlich sehr gut gefällt (seit dem Galaxy Nexus bin ich ein großer Freund von knopflosen Vorderseiten bei Smartphones.

Mittlerweile habe ich den Polycarbonat-Look doch ein wenig über, für mein Note 3 habe ich mir erst kürzlich einen alternativen Akkudeckel im Holzlook zugelegt und beim LG G Flex finde ich die Plastiknummer leider auch eher langweilig. Zu oft hat man mittlerweile Plastikschalen in Grau, Schwarz oder Weiß gesehen. Wie beim Design generell ist das aber Geschmackssache und was mir nicht gefällt ist für andere vielleicht ein Highlight.

Auch zum Design gehört selbstverständlich die Größe des Gerätes. Und diese ist beim LG G Flex wirklich wuchtig. Auch wenn ich selbst mit meinem Phablet zwar mittlerweile an große Smartphones gewöhnt bin, finde ich das G Flex doch etwas zu groß. 6 Zoll für ein Display sind auf jeden Fall eine Ansage. Dazu kommen oben und unten an der längsten Stelle jeweils ca. 1,4 cm Rand hinzu, wodurch das G Flex eine Gesamtlänge von 160,5 mm erhält. Der Akkudeckel des G Flex lässt sich leider nicht abnehmen, somit kann auch der interne Speicher (32 GB) nicht erweitert werden. Die microSIM-Karte wird über ein Fach in der Seite in das Gerät gesteckt.

Bildergalerie LG G Flex

LG G Flex: Das Display

Ja, das Display.  Gebogen ist ja schön und gut, aber was kann das Teil sonst noch so? Leider muss ich sagen dass ich hier doch ziemlich enttäuscht bin. Bei einem 6 Zoll großen Display eines Gerätes, das in der UVP 799 Euro kostet, habe ich ganz klar mehr erwartet. Mittlerweile  gibt es einige kleinere Geräte, die mit einem Full HD-Display ausgestattet sind, beim G Flex ist dieses aber „nur“ mit einer HD Auflösung (also 1280 x 720 Pixeln) ausgestattet.

Dazu kommt, dass die Farben des Displays leider alles andere als kräftig sind, viele Inhalte sehen leicht verwaschen, schlierig und etwas glanzlos aus. Die Kontraste wirken zu gering,  die Farben zu blass. Insgesamt finde ich das sehr schade, denn wenn bei einem Gerät wie diesen schon der Bildschirm so in den Fokus gerückt wird, hätte man hier doch auch Vollgas geben können. Stattdessen wirkt die ganze Sache eher etwas lieblos umgesetzt. Klar, ein flexibles Full HD Display wäre sicherlich noch teuer, was sich auf den Gesamtpreis des G Flex ausggewirkt hätte (der auch so schon wahnsinnig hoch ist), doch wenn man schon ein Gerät baut um zu zeige, was man kann, sollte man das wenigstens richtig machen. Meine Meinung.

LG G Flex: Die Haptik

Durch die Größe und die Materialwahl liegt das Gerät meines Empfindens nach nicht ganz so gut in der Hand, wie ich das von anderen Smartphones und Phablets gewöhnt bin. Irgendwie fühlt sich das Material etwas rutschig an, was vielleicht auch an der selbstheilenden Oberflächenbeschichtung namens “Wolverine” liegen könnte (dazu nachher noch etwas mehr). Mit einer Hand lässt sich das Gerät kaum bedienen, auch wenn LG hier zumindest für die Tastatur eine solche Bedienungsmöglichkeit integriert hat.

Bei der Presseveranstaltung zum G Flex ging das Unternehmen natürlich auch auf die gebogene Form ein und argumentierte, wie praktisch das doch sei und dass sich eine solche Form auch schon in der Vergangenheit durchsetzen konnte (z.B. bei Wählscheiben-Telefonen, bei denen die Hörer eine solch gebogene Form hatten, damit der Mund an der Sprachmuschel ist, während das Ohr an der Hörmuschel liegt). Mit besserem Verständnis, einem idealen Augenabstand zum Display und anderen ähnlichen Argumenten hat das G Flex meiner Meinung nach aber nichts zu tun. Viel mehr wollte das Unternehmen mit dem Gerät wahrscheinlich zeigen, was technisch derzeit möglich ist. Und sie wollten sicherlich ein Aufmerksamkeit erregendes Produkt schaffen.

Auf Seite 2 geht es weiter mit dem Betriebssytem, Benchmarktest und der selbstheilenden Oberfläche namens Wolverine

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