LG G3 im Test: Flaggschiff mit Allüren

Frank Ritter
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Mit dem LG G3 haben die Südkoreaner ein schickes und technisch hervorragend ausgestattetes Android-Smartphone auf den Markt geworfen. Imposantestes Merkmal: Ein 5,5 Zoll-Display in WQHD-Auflösung, also 2.560 x 1.440 Pixel, zusammen mit anderen Spezifikationen der Oberklasse und einem schlanken Gehäuse. Unser später, aber dafür mit einigen Wochen Alltagsnutzung unterfütterter Testbericht zum LG G3 klärt, ob diese technischen Eigenschaften den Weg in eine neue Hardware-Generation weisen oder ob das G3 ein „Blender“ ist.

LG G3 im Test: Flaggschiff mit Allüren

Wir haben das G3 in der Version mit 16 GB internen Speicher und 2 GB RAM getestet, als Firmware kam zuletzt die Version V10l zum Einsatz. Das Gerät wurde über einen Zeitraum von mehreren Monaten verwendet, wir danken LG Mobile für die Bereitstellung des Testgerätes.

Warum kommt der LG G3-Test so spät?

Wir konnten im Sommer dieses Jahres aufgrund zeitlicher und personeller Engpässe Testberichte nicht in dem Umfang veröffentlichen, wie wir es eigentlich gewollt hätten. Einige wichtige Geräte fielen dem zum Opfer, unter anderem das LG G3. Trotz dieses „Rückstands“ möchten wir unsere Eindrücke zu dem Gerät mit den androidnext-Lesern teilen – nicht zuletzt, weil es dank purzelnder Preise und bevorstehendem Weihnachtsgeschäft noch manchen potenziellen Interessenten an dem Gerät gibt. Vorteil ist außerdem, dass wir das Gerät somit auf dem aktuellen Update-Stand beurteilen können.



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LG G3 im Video

In London konnten wir der offiziellen Produktvorstellung beiwohnen und bereits einige erste Eindrücke zum G3 gewinnen. Hier unser Hands-On:

Einige Vergleichsvideos finden sich am Ende des Testberichts.

Optik, Haptik und Verarbeitung des LG G3 im Test

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Auch interessant: Der Nachfolger, das LG G4, im Test

Nicht schlecht, denkt man erst einmal, wenn man das LG G3 aus der Packung holt. Die Südkoreaner haben es geschafft, das Verhältnis vom Display zur Gesamtfläche der Gerätefront im Vergleich zum Vorgänger beizubehalten, abermals liegt diese bei 76 Prozent. Das äußert sich in extrem schmalen Rändern an der linken und rechten Geräteseite, aber auch dem dünnen Teil oberhalb des Displays, in dem die Hörermuschel, die üblichen Sensoren und die bunt leuchtende Benachrichtigungs-LED eingelassen sind. Einzig die gräuliche Unterseite mit ihrem aufgesetzten silberfarbenen LG-Logo kann als optischer Kontrapunkt gewertet werden. Hardware-Buttons gibt es keine an der Front, diese sind ausschließlich in Software realisiert. Insgesamt ist das G3 damit deutlich kompakter als andere Geräte der 5,5 Zoll-Klasse, etwa das OnePlus One (Test) oder das iPhone 6 Plus.

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Schematischer Größenvergleich (Quelle: phoneArena)

Die Rückseite des LG G3 ist leicht bogenförmig und bewirkt, dass das Gerät trotz seiner Abmessungen von 146 x 75 x 9 Millimetern und eines Gewichtes von 151 Gramm hervorragend in der Hand liegt und leicht in die Hosentasche gleitet. Das allerdings mit zwei Konzessionen: Einerseits ist die beidhändige Bedienung eher Standard denn Ausnahme – selbst mit dem Daumen einer vergleichsweise großen Hand erreicht man höchstens 50 Prozent des Bildschirms. Zum anderen erschwert die Form die Bedienung im Landscape-Modus etwas. Für Spieler ist das LG G3 ergonomisch nicht unbedingt die beste Wahl.

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Beim Vorgänger LG G2 (Test) geriet uns noch die glatte Rückseite aus Plastik zur Kritik, beim LG G3 besteht diese nun aus einer Metall-Plastik-Mischung. Diese ist zwar immer noch glatt, allerdings weist sie Fingerabdrücke deutlich besser ab als der Vorgänger und sieht dank optischer Anleihen an gebürstetes Aluminium sehr gut aus. Tatsächlich fühlt sich das Gerät trotzdem an wie eines aus Plastik, allerdings in einem überwiegend positiven und wertigen Sinne. Nach einiger Zeit der Benutzung knarzt das Gerät beim Verwinden zwar leicht, allerdings ohne dass es dadurch weniger stabil wirken würde. Dass Plastik auch Vorteile bringt – von der Sende – und Empfangsleistung über Gewicht und Stabilität bis hin zum angenehmeren Handling bei kalten Außentemperaturen, muss kaum erwähnt werden. Trotzdem ist das Gerät etwas rutschig in der Hand, will also vorsichtig aus der Hosentasche geholt werden. Anders als manch anderes aktuelle Smartphone-Flaggschiff ist das LG G3 nicht wasserdicht.

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Die erneut auf der Rückseite eingelassenen Buttons für Power und Lautstärke wirken nun dank einer feinen Riffelung etwas wertiger gegenüber denen des G2, auch wenn der Power-Button nun nicht mehr farbig leuchtet und die Buttons weniger hervorgehoben sind. Zudem ist die Rückseite nun abnehmbar, der dahinter liegende Akku lässt sich nun wechseln, außerdem kann man dort neben einer microSIM- auch eine microSD-Karte zur Speichererweiterung einlegen. Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass das LG G3 – zumindest in der europäischen Version – von Haus aus kabelloses Laden nach dem Qi-Standard unterstützt.

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Über den rückwärtigen Buttons ist die Kameralinse mittig positioniert. Auf der horizontalen Ebene, und damit praktisch ein T formend, liegen ein Laser-Sensor (links), der ein schnelleres Fokussieren ermöglicht, sowie ein Dual-LED-Blitz (rechts). Geht man von diesem T ein Stück nach unten, befindet sich etwas oberhalb der vertikalen Gerätemitte erneut der LG-Schriftzug, links unten dann als einziges die Symmetrie durchbrechendes Merkmal eine Aussparung für den Mono-Lautsprecher.

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Seitlich sind keine Buttons vorhanden, oben ist lediglich ein Infrarot-Sender für die Nutzung des Gerätes als Universalfernbedienung sowie ein Mikrofon verbaut. Unten findet man dann ebenfalls ein Mikrofon sowie einen microUSB-Port und einen Kopfhörerausgang.

Optisch und haptisch macht das LG G3 alles in allem einen durchdachten und eleganten Eindruck; es holt das Optimum aus dem heraus, was die Displaygröße diktiert. Wer Phablets grundsätzlich verschmäht, wird entweder das G3 als zu groß empfinden – oder aber, und das ist die wahrscheinlichere Variante – sich irgendwann mit der Größe arrangieren.

Das Display des LG G3

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Ach, es gibt viel zu sagen zum Display des G3 – und das haben wir auch schon getan. Zunächst einmal ist die WQHD-Auflösung in manchen Situationen beeindruckend scharf. Die Frage ist, ob ein Full HD-Panel bedeutend weniger scharf gewirkt hätte. Insbesondere beim Betrachten von Fotos und (langsamen) Videos vermag man einen subtilen Unterschied zu vergleichbaren Full HD-Displays auszumachen, auch wenn das ein Placebo-Effekte sein kann. Aber ist dieser Unterschied es wirklich wert? Leider kommt die in einem Smartphone von uns noch nie gesehene Pixeldichte von 534 ppi zu einem hohen Preis: Zum einen ist die maximale Helligkeit deutlich geringer als bei Konkurrenzgeräten. Insbesondere im prallen Sonnenlicht hat man mitunter Schwierigkeiten, etwas auf dem Bildschirm zu erkennen, während Geräte wie das Samsung Galaxy S5 und HTC One (M8) noch passabel ablesbar sind. Zum anderen schaltet sich das Display bei hoher Hitzebelastung, also etwa in Spielen, automatisch dunkler – selbst wenn die Helligkeit manuell festgelegt wurde. Die manuelle Helligkeit muss dann auch (relativ auf dem Regler gesehen) um einiges höher eingestellt werden als bei anderen High End-Smartphones, die automatische Einstellung kann zwar auch relativ dazu eingestellt werden, zeigt aber selbst in der höchsten Einstellung Inhalte eine Spur zu dunkel an.

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Display von HTC One (M8, links), LG G3 (Mitte) und Samsung Galaxy S5 (rechts) im Vergleich, jeweils auf höchster Helligkeitsstufe.

Auch der Stromverbrauch und die gefühlte Performance scheint, allen gegenteiligen Beteuerungen LGs zum Trotz, unter der höheren Auflösung zu leiden – zu beiden Punkten später mehr. Dass das Display einen deutlich sichtbaren Lichthof an der linken unteren Seite besitzt, ist aus unserer Sicht vernachlässigenswert, deutlich ärgerlicher ist aber die Tatsache, dass LG versucht, mit einem Schärfefilter die wahrgenommene Bildschärfe künstlich zu erhöhen. Das wird besonders deutlich, wenn man Text auf dem Bildschirm anzeigt, der kein optimales Kontrastverhältnis aufweist: Der Schärfefilter produziert dabei einen weißen „Schein“ um die Schrift, der die Lesbarkeit gegenüber Text auf Full HD-Panels deutlich verschlechtert. Leider bietet LG bislang keine Option, diesen Filter zu deaktivieren.

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Links das, nominell schärfere, Display des LG G3, rechts das des Galaxy S5, jeweils auf höchster manueller Helligkeit – schwarze Schrift auf grauem Untergrund ist „dank“ Postprocessing beim G3 schlechter lesbar. (Klicken zum Vergrößern)

Die Lesbarkeit nimmt gegenüber anderen Geräten aus seitlichen Blickwinkeln etwas schneller ab, das Bild wird aber nur dunkler und zeigt dabei keine Farbverfälschungen. Die Kontraste machten einen passablen Eindruck, die Farben wirkten auf uns uneinheitlich: teilweise leicht übersättigt, teils etwas zu milchig/graustichig – LG hätte die Farben besser kalibrieren müssen.

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Fazit: Fortschritt als Rückschritt – in Sachen Marketing macht LGs Quad HD-Display Sinn, als Gerätekomponente nicht, da das WQHD-Display sekundär mehr Nachteile bringt als dass diese von dem kaum sichtbaren Schärfegewinn kompensiert werden könnte. Wir sind der Auffassung, dass LG mit einem Full HD-Display ein in mancher Hinsicht besseres Gerät auf den Markt gebracht hätte, das dann möglicherweise sogar noch etwas kompakter hätte gebaut werden können.

Die Kamera im LG G3

LG-G3-Front-Kamera

LG baut in sein Flaggschiff eine 13 MP-Kamera ein, die mit einigen Erweiterungen ausgestattet wurde. Der Sensor auf der Rückseite für den „Laser Autofocus“ sorgt für besonders schnelles Scharfstellen auch bei schlechten Lichtverhältnissen oder fehlenden Objektkontrasten, allerdings funktioniert das nur bei Objekten auf kurze Distanz bis etwa 50 cm. Aber auch der reguläre Autofokus funktioniert angemessen schnell. Eine Dual-LED sorgt für eine bessere Ausleuchtung von Szenen mit Blitzlicht.

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Schließlich besitzt das G3 noch einen optischen Bildstabilisator (OIS), wie schon sein Vorgänger. Der hat dann wohl auch den größten Einfluss auf die Bildqualität – ob bei der Aufnahme von Videos oder Fotos kompensiert das OIS-System Mikro-Wackler der Hand, wodurch im Bild in der Regel mehr Details sichtbar werden als beispielsweise beim Konkurrenten Samsung Galaxy S5 – zumindest solange man letzteres nicht mit abgestütztem Arm oder gar Stativ bedient.

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Insbesondere im Vergleich mit der Kamera des Galaxy S5 muss erwähnt werden, dass die 13 MP des LG G3 nur im 4:3-Modus (4.160 x 3.120) erreicht werden, im mittlerweile gängigen 16:9-Format haben die Bilder „nur“ eine Auflösung von 10 MP (4.160 x 2.340), das Galaxy S5 schießt selbst im 16:9-Format Bilder mit 16 MP (5.312 x 2.988).

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Das Farbbild ist nicht so knallig wie beim S5, das LG G3 bietet indes das typische, Grau- und Rottöne stärker betonende Farbbild von Sonys Bildsensoren. Im Postprocessing neigt das G3 dazu, Kontraste etwas hochzusetzen. Das geht aber völlig in Ordnung, die Fotoqualität der Knipse ist dennoch klasse. Angenehm ist auch die schnelle Auslösegeschwindigkeit.

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Vor allem bei nicht optimalen Lichtverhältnissen, etwa im Dämmerlicht, und mit aktiviertem HDR-Modus schafft das LG G3 teils beeindruckende Bilder – zumindest in unbewegten Szenerien. Wenn Bewegung ins Bild kommt, verwackeln diese hingegen fast grundsätzlich, mit dem Grad der Dunkelheit steigt außerdem die Vermatschtheit des Bildes und die Artefaktbildung. Das ist allerdings ein Problem, mit dem sich die meisten aktuellen Smartphone-Kameras herumschlagen.

Auch die 2,1 MP-Frontkamera produziert brauchbare, wenn auch etwas blasse und naturgemäß detailärmere Ergebnisse.

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Auch wenn mancher argumentieren würde, dass 4K-Videoaufnahmen in der UHD-Auflösung von 3.840 x 2.160 heute noch nicht notwendig sind, so sind diese doch zumindest zukunftssicher – wer heute, um ein plattes Beispiel zu bringen – die ersten Gehversuche seines Nachwuchses in 4K-Auflösung aufnimmt, freut sich in 10 Jahren garantiert darüber, wenn er das Video auf einem Fernseher mit 200 Zoll-Bilddiagonale betrachtet. Entsprechend wirkt sich der optische Bildstabilisator auch auf die Videoaufnahme in UHD aus, selbst die Nutzung des digitalen Zooms sind hier bis zu einem gewissen Level problemlos möglich, ohne dass die Aufnahmequalität darunter leidet. UHD-Videos dürfen allerdings maximal 5 Minuten lang sein. Alternativ kann das G3 natürlich auch in 1080p/Full HD und sogar Zeitlupenaufnahmen mit 720p und 120 fps aufnehmen.

Beispielvideo in 4K

Bei der Kamera-App konnte sich LG nicht entscheiden, ob man ein reduziertes Tap-to-Shoot-Interface im Stile der jüngsten Motorola-Smartphones oder eine herkömmliche Oberfläche mit Touch-to-Focus und Auslöse-Button implementieren wollte. Also hat sich LG für beides entschieden, was aber leider eher verwirrt.

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Zwischen normalem (links) und reduziertem Kamera-Interface (rechts) wechselt man seltsamerweise per Overflow-Button (jeweils rechts oben)

Zwischen den Modi wechselt man durch einen Tap auf den Overflow-Button (der in der Bedienlogik von Android eigentlich eine andere Bedeutung hat). Als solche sind beide Interfaces brauchbar, allzu viele Extras (lies: Gimmicks wie den Golfmodus auf Samsung-Smartphones) findet man nicht. Dafür sind wichtige Einstellungen, etwa für Blitz und HDR, schnell erreichbar; außerdem kann man durch eine Wischbewegung vom Displayrand schnell zwischen Front- und Rückkamera wechseln – HTCs Sense-Kamera lässt grüßen. Nett ist die Funktion, eine Selfie-Countdown durch eine geballte Faust zu initiieren, nervig fanden wir hingegen die Tatsache, dass die Android-Steuerungsbuttons immer hereingewischt werden mussten und sich dabei mit den Buttons der App überlagerten.

Unterm Strich hat LG es geschafft, eine exzellente Kamera im G3 zu verbauen, deren Qualität im Kern auf dem optischen Bildstabilisator beruht.



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Viel hilft viel: Die Software des LG G3

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LG hat enorm an seiner Software geschraubt: Smarter, schlanker und minimalistischer war die Devise. Zumindest zu einem großen Teil wurde dieses Ziel erreicht. Die Oberfläche von LG auf Basis von Android 4.4.2 erstrahlt jetzt im modernen Flat-UI-Look, wiewohl sie zumindest in Bezug auf die Grundform etwas uneinheitlich wirken. Einige Icons sind quadratisch, andere rund, einige sind reduzierter, andere detaillierter. Dazu kommt ein neues Standard-Widget für Uhrzeit und Wetter, das alltagsrelevante Tipps einblenden soll, etwa bezüglich Maßnahmen zur Akkuschonung und das aktuelle Wetter. Diese wirken in der deutsche Version sprachlich manchmal etwas aufgesetzt („Es wird bis in die Nacht hinein regnen, so dass es vielleicht besser ist, wenn Sie einen Regenschirm mitnehmen.“), der gefühlte Nutzen ist eher gering. Direkt daran angedockt ist die prinzipiell praktische Smart Cleaning-Funktion, mit der das Gerät dem Nutzer regelmäßig Vorschläge zum Freischaufeln von Speicherplatz unterbreitet – indem er etwa temporäre Dateien löscht, den Download-Ordner leert oder ungenutzte Apps deinstalliert. Diese Funktion ist alternativ auch über die Einstellungen abrufbar.

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Die Einstellungen sind, wie von LG bekannt, übersichtlich und logisch nachvollziehbar angeordnet, in vier verschiedene Reiter unterteilt und horizontal durchwischbar. Wer mag, kann auch eine einspaltige Listenansicht verwenden, leider fehlt eine Suchfunktion innerhalb der Einstellungen, wie sie etwa Samsungs TouchWiz UX besitzt – bei einer funktional so vollgepfropften Settings-App wäre eine solche durchaus sinnvoll.

Erfreulicherweise orientiert sich LG beim G3 nun stärker an den Designempfehlungen von Google, was allerdings nicht bedeutet, dass man es hier mit einem Stock-Android zu tun hat. Im Positiven macht sich das weiterhin durch eine enorme Vielfalt an Einstellungsmöglichkeiten bemerkbar. Ob Anordnung der Software-Buttons, über die Art der Bildschirmsperre und die Standard-Schriftart bis hin zu einer vollständigen Theming-Engine (die allerdings nicht ganz so mächtig ist wie beispielsweise die von CyanogenMod 11s auf dem OnePlus One) – das LG-UI ist perfekt für jeden, der das Aussehen der Software auf seinem Smartphone umfassend anpassen will. Ebenfalls als sinnvoll erachten wir eine Einstellung, mit der man den „Immersive Mode“, also die Vollbilddarstellung für Apps, bei der man die Steuerungs-Buttons per Wischbewegung vom Bildrand einblenden lassen muss, auch in Apps verwenden kann, die dafür eigentlich nicht vorgesehen sind.

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Links, Mitte: Die Software-Buttons lassen sich umfangreich anpassen. Rechts: Über den Benachrichtigungen findet man die Schnelleinstellungs-Buttons.

Zudem verzichtet LG auf das sekundäre Menü für Schnelleinstellungen wie WLAN, Bluetooth und dergleichen, das auf anderen Android-Geräten über die Zwei-Finger-Wischbewegung von der Benachrichtigungsleiste aus abrufbar ist. Diese „Quick-Toggles“ sind stattdessen in der eigentlichen Benachrichtigungsleiste untergebracht, können dort horizontal durchgewischt sowie in Anzahl und Reihenfolge modifiziert werden. Ähnlich wie bei Samsungs TouchWiz-Oberfläche öffnet ein Langdruck das entsprechende Einstellungsmenü – praktisch.

Auch hat LG einige unserer Kritikpunkte im Test des Vorgängers behoben: Die Roboto-Schriftart sieht aus, wie sie aussehen soll, diverse System-Apps stehen jetzt im Stil der Holo-Designempfehlungen zur Verfügung und die einst übertrieben volle Benachrichtigungsleiste wurde deutlich entschlackt. Glücklicherweise sind nun auch die Knabenchor-Klingeltöne nicht mehr als Standard eingestellt – insgesamt ist das standardmäßig aktive Akustikschema jetzt erheblich angenehmer.

Kritikpunkte gibt es aber ebenfalls. Ärgerlich ist beispielsweise eine unlogische Beschriftung im Launcher. Will man eine App schnell deinstallieren, tappt man diese länger an und hat die Möglichkeit, diese auf zwei Labels zu ziehen: „Entfernen“ und „App-Info“. Zieht man das Icon auf Entfernen, passiert nichts weiter (vom Homescreen gezogen wird das Icon gelöscht, nicht die App; aus dem App Drawer heraus passiert gar nichts). Stattdessen muss man das Icon auf „App-Info“ gehen und dann den „Deinstallieren“-Button antappen – intuitiv ist das nicht gerade. Auch die Icons aus dem Bildschirm nach oben heraus zu „schießen“, wie in Stock Android möglich, funktioniert leider nicht. Das sind aber vernachlässigenswerte Kleinigkeiten, unterm Strich hat LG sein UI angemessen aufgeräumt.

Wieder gut funktioniert LGs KnockOn/KnockOff-Feature, dank dem man sein Gerät mit einem simplen Doppeltap aus dem Standby wecken kann, dieselbe Geste auf eine freie Stelle am Homescreen oder auf die Benachrichtigungsleiste schaltet den Bildschirm wieder aus. Das funktioniert sehr gut, mit der letzten Firmware-Aktualisierung hat LG auch endlich einen wirkungsvollen Schutz gegen „Pocket Unlocks“ integriert, der bei Entsperrversuchen per Näherungs-/Umgebungshelligkeitssensor überprüft, ob sich das Gerät in einer Hosentasche befindet. Auch dabei ist die KnockCode-Funktion. Dank dieser kann man ein vorher festgelegtes Muster auf den ausgeschalteten Bildschirm tippen, worauf der Bildschirm ebenfalls entsperrt wird. Wo genau am Bildschirm man das Muster eingibt ist egal, wichtig ist nur, dass das Muster ungefähr stimmt. Durch die Zusammenlegung von Entsperrung und Sicherheitsmuster spart man sich einen Schritt bei einem Vorgang, den man Dutzende Male täglich durchführt. Praktisch, wenn man es mag.

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Viele LG-Apps wirken fast schon an das Material Design angepasst. Von links oben an: SMS, Telefon-App, Datei-Manager, Kalender (hier als Popup-Fenster), Galerie, LGs Update-App

Natürlich stattet LG sein Topmodell wieder mit allen möglichen und unmöglichen App aus. Diese sind zum größten Teil konsistent, minimalistisch und im Holo-Stil gestaltet, sie erinnern mitunter gar schon an das Material Design – gut gemacht, LG! Leider ändert das nichts daran, dass so manche App im Grunde unnötig ist und LG hier versucht, ähnlich wie Samsung ein paralleles Ökosystem zu etablieren.

Als Beispiel sei Voice Mate genannt. Der Sprachassistent funktioniert ähnlich wie die Google-Sprachsuche und Samsungs S Voice, basiert sogar im Kern auf derselben von Nuance lizenzierten Technologie wie letztgenannter Dienst. Im Gegensatz zum Vorgängermodell ist Voice Mate nun endlich auch auf Deutsch verfügbar, bietet allerdings im Alltag praktisch keinen Zusatznutzen gegenüber Googles Pendant. Auch die Nachrichten-App für SMS und MMS ist im Grunde unnötig, wenn man bedenkt, dass Google Hangouts dieselbe Funktionalität bietet. Gleiches gilt für den Browser – Chrome ist als Alternative ebenfalls vorinstalliert. Die Galerie-App bietet keinen merklichen Vorteil gegenüber Google+ Fotos, auch die Musik-App ist nur eine umgestylte Variante der AOSP-App und damit Play Music unterlegen. An sich ist Auswahl ein Vorteil, allerdings steht zu befürchten, dass Einsteiger von dem Potpourri an verschiedenen Anwendungen für denselben Zweck eher verwirrt sind. Man mag natürlich auch Google dafür kritisieren, dass sie über die Android-Lizenzbedingungen von den Hardwareherstellern verlangen, die Apps aus dem eigenen Ökosystem vorzuinstallieren und damit solche Dopplungen provozieren. So lange LG sich aber, und das ist aktuell noch der Fall, kein Beispiel etwa an Motorola oder HTC nimmt und die ihre eigenen Apps auch über den Play Store aktualisierbar machen, raten wir dazu, im Zweifel die regelmäßiger aktualisierten Google-Apps zu verwenden.

Positiv erwähnt sei noch die Keyboard-App. Auf der technischen Basis von Swype (wie Voice Mate ein Nuance-Produkt) hat der Hersteller hier eine App vorinstalliert, die im Ausgangszustand bereits gut als Tipp- wie Wischtastatur funktioniert und mit einigen praktischen Zusatzfeatures ausgestattet ist. So lässt sich beispielsweise die Größe der Tasten verändern und man erhält genaue Kontrolle darüber, wo sich der Cursor befindet, indem man längere Zeit auf die Leertaste drückt und dann nach links oder rechts wischt. Eine Wischbewegung vom Rand in die Mitte bewirkt überdies, dass das gesamte Tastenfeld wandert und die Tastatur sich somit besser einhändig bedienen lässt. Dies und zahlreiche Optionen zur Anpassung an den eigenen Schreibstil lassen die missratene Standard-Tastatur beim Vorgänger vergessen.

Das G3 besitzt noch unzählige weitere Software-Goodies – sinnige wie unsinnige –, auf die im Einzelnen einzugehen hier den Rahmen sprengen würde. Als Fazit sei festgestellt: Wer gerne in die Untiefen von Einstellungsmenüs abtaucht und regelmäßig neue Features zutage fördert, wird mit dem Gerät seinen Spaß haben, wiewohl wir LG weiterhin empfehlen würden, Funktionen auf den Prüfstand zu stellen und im Zweifel herauszuschmeißen.

Zuerst testeten wir das LG G3 mit einer Vorserien-Firmware. Bei dieser gehörten Abstürze zur Tagesordnung, insbesondere bei der Verwendung mit per Bluetooth gekoppelten Geräten und der Kamera, etwa beim schnellen Start über die Lautstärke-runter-Taste sowie 4K-Videoaufnahmen. Mit dem aktuellen Update-Stand hat sich das weitgehend erübrigt, einen kompletten Absturz, bei dem nur die Herausnahme des Akkus beziehungsweise das Anschließen an einen USB-Stecker half, erlebten wir nicht noch einmal. Ebenfalls erwähnt sei die Tatsache, dass LG sein G3 in Kürze mit Android 5.0 Lollipop ausstatten wird – eine entsprechende Firmware ist bereits ins Netz gesickert.



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LG G3 im Performance-Test

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Ursprünglich stand an dieser Stelle eine herbe Kritik an der Software-Performance des LG G3, das im Ausgangszustand ständig unnötig ruckelte, vor allem im App-Drawer und auf dem Homescreen. Kurz vor Veröffentlichung dieses Tests kam jedoch das Software-Update auf die Firmware-Version V10l an, dank der sich die Probleme zu einem Gutteil erübrigen. Zwar gibt es immer noch kleine Nachdenkpausen, etwa beim ersten Aufrufen des App-Drawers, ansonsten läuft das System aber überwiegend so flüssig, wie man es von einem High End-Gerät erwarten kann – wenn auch nicht auf dem Niveau aktueller Nexus-Geräte. Dass Early-Adopter auf zufrieden stellende Performance mehr als zwei Monate warten mussten, lässt jedoch einen faden Beigeschmack zurück, das Produkt LG G3 ist eines, das beim Kunden reifen musste.

Die hohe Auflösung des G3 macht sich natürlich in Spielen bemerkbar, die viel 3D-Leistung anfordern. Hier sinkt die Performance deutlich gegenüber vergleichbar ausstaffierten Full HD-Geräten. Das ist insbesondere deswegen bedauerlich, da in schnellen Games der Vorteil der gesteigerten Schärfe noch weniger ins Gewicht fällt. Dazu kommt die recht hohe Wärmeentwicklung des Gerätes, die wiederum darin resultiert, dass das Display nach einer Zeit automatisch abdunkelt. Ohne unsere bereits geäußerte Kritik am Display mantraartig wiederholen zu wollen: Auch im Bereich Performance wird deutlich, dass Full HD gegenüber WQHD die bessere Wahl für das G3 gewesen wäre.

LG G3 im Benchmark im Test

Benchmark LG G3 Acer Iconia Tab 8 Samsung Galaxy S5
AnTuTu 5.1 Total 37047 32815 38764
AnTuTu 5.1 UX (Multitask/Runtime) 6978/1946 4918/2338 6455/1711
AnTuTu 5.1 CPU Multi (integer/float) 3037/3295 3021/3640 2958/3683
AnTuTu 5.1 CPU Single (integer/float) 2069/2353 1187/1796 1940/2462
AnTuTu 5.1 RAM (Operation/Speed) 1946/1563 2635/3406 1919/1414
AnTuTu 5.1 IO (Storage/Database) 1077/665 1139/660 764/665
CF-Bench 1.3 Overall 36199 30521 35542
CF-Bench 1.3 Java 33834 28505 33239
CF-Bench 1.3 Native 39747 33545 39409
GFXBench v3.0.16
T-Rex Offscreen 1080p
1521 Frames
27,2 fps
1089
19,5 fps
1540 Frames
27,5 fps
GFXBench
Manhattan Offscreen 1080p
712 Frames
11,5 fps
601 Frames
9,7 fps
728 Frames
11,7 fps
GFXBench
T-Rex Onscreen
1142 Frames
20,4 fps
1030 Frames
18,4 fps
1562 Frames
27,9 fps
GFXBench
Manhattan Onscreen
441 Frames
7,1 fps
528 Frames
8,5 fps
731 Frames
11,8 fps

Konnektivität und Speicher des LG G3 im Test

Je nach Gerätevariante besitzt das LG G3 16 oder 32 GB internen Speicher. In der von uns getesteten 16 GB-Version stehen dem Nutzer bei Inbetriebnahme etwas über 11 GB zur Verfügung. Außerdem kann der Speicher nun auch, anders als beim Vorgänger, per microSD-Karte erweitert werden.

Das LG G3 ist gut ausstaffiert, was Kommunikationsstandards angeht. Neben WLAN, das bis zum n-Standard und in den 2,4 GHz- und 5 GHz-Bändern funkt sind hier LTE Cat.4 und Bluetooth 4.0 zu nennen, das sich im Test sowohl mit einem gekoppelten Lautsprecher als auch einer Android Wear-Smartwatch vertrug. Dank des bewährten Gobi-Modems im Snapdragon 801-SoC macht das Gerät Haken an allen relevanten Standards und performt stets zuverlässig mit hohem Datendurchsatz. Ein GPS-Fix kommt schnell zustande. Auch an der Sensorik gibt es nichts auszusetzen: Neben Standards wie Kompass, Näherungs- und Umgebungslichtsensor, Gyroskop und Beschleunigungssensor sind auch ein Barometer und ein Magnetfeldsensor vorhanden. Sowohl an der Ausstattung als auch an der Funktionsweise haben wir keinen Grund zur Beanstandung.



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Telefonie und Audio

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LG-G3-Rueckseite-Unterseite

Im Bereich der Telefonie macht das LG G3 alles richtig. Die Gesprächsqualität ist auf beiden Seiten sehr gut, Hintergrundgeräusche filtert das G3 zuverlässig heraus.

Der Mono-Lautsprecher auf der Rückseite des G3 klingt annehmbar, aber nicht herausragend, der Klang ist naturgemäß bassarm, insbesondere bei hohen Lautstärken scheppert Musik auch gerne. An die Qualität von HTCs BoomSound-Speakern kommt LG bei weitem nicht heran. Wer gute Audioqualität genießen möchte, sollte zu Kopfhörern greifen.

Apropos: Die Kopfhörer, die LG mitliefert sind durchaus brauchbar und dank Flachband-Kabel erfreulich verhedderungsarm. Nutzt man die Fernbedienung an den Kopfhörern, fiel uns auf, dass nach dem Stoppen von Musik oder Podcasts per Tastendruck mitunter auf den internen Musikplayer gewechselt wird, der dann aus heiterem Himmel doch wieder die absurden Knabenchor-Lieder spielt, die auf dem Gerät vorinstalliert sind.



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Test: Akku und Alltag des LG G3

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An sich ist das LG G3 ein wirklich angenehmer Begleiter im Alltag, zumindest für jene Nutzer, die sich mit der Größe arrangieren können. Das G3 ist der mit Abstand kompakteste 5,5-Zoller am Markt, das wird insbesondere deutlich, wenn man es neben die Konkurrenz hält, insbesondere die „Wuchtbrumme“ iPhone 6 Plus. Die Form des Gerätes wirkt durchdacht, auch passt es in nahezu jede Hosentasche problemlos hinein. Leider bewirkt das WQHD-Display, dass der mit 3.000 mAh bemessene Akku viel zu schnell leer ist.

Am Verbrauch im Standby ist überhaupt nichts auszusetzen – dieser ist so gering, dass man ihn beinahe komplett vernachlässigen kann. Was den Akku wegschmelzen lässt, ist das Display. In der Regel reicht das Gerät mit einer durchschnittlichen Screen-on-Time von 3 Stunden und diversen synchronisierten Services (zwei Google-Accounts, WhatsApp, Facebook und Twitter, diverse Hintergrunddienste, Bildupload per Dropbox und Google+ Photos und Location-Tracking) rund 15 Stunden. An manchen Tagen, etwa wenn man unterwegs ist in empfangsschwachen Regionen oder einfach eine halbe Stunde mehr spielt am Smartphone, erreicht man jedoch eine Laufzeit von nur 12 Stunden – das ist eigentlich zu wenig.

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Der Akku des LG G3 kann ausgewechselt werden, die Spule für das kabellose Laden per Qi-Standard befindet sich gut geschützt im Akkudeckel

Wohl dem also, der regelmäßig Energie nachtankt. Dank wechselbarem Akku und unterstütztem Qi-Standard zum kabellosen Laden wird das zumindest ein stückweit erleichtert. Leider muss man mit dem G3 jedoch den Punkt, an der sich die Spule im Smartphone und dem Ladegerät befinden, relativ genau „treffen“, da das G3 sonst ständig das kabellose Laden abbricht und neu initiiert. Das wird jedes Mal mit einem nervigen, nicht abschaltbaren Ton und der Nachricht quittiert, dass das Laden gerade langsam sei. Andere Geräte sind hier genügsamer und neigen hier nicht in einem solchen Ausmaß zum akustischen „Querulantentum“. Möglicherweise ist das mit dem offiziellen Ladegerät des LG G3 anders, mit einem Standard-Ladegerät fiel uns das aber negativ auf.

Fazit zum LG G3-Test

LG-G3-Logo-Onscreen

Wie haben wir dieses ultrakompakte Phablet herbeigesehnt, wie gespannt waren wir auf das WQHD-Display vom LG G3 – und wir sind schon etwas enttäuscht nach Wochen des Testens. Nein, das G3 ist kein schlechtes Smartphone, aber leider auch nicht der nächste große Wurf nach dem hervorragend gealterten Vorgänger und dessen Stock-Android-Geschwisterkind Nexus 5. Klar, LG hat das G3 an entscheidenden Punkten weiterentwickelt, aber leider auch der WQHD-Auflösung einige Vorteile des Vorgängers geopfert: Die herausragende Akkulaufzeit, das kompakte Gehäuse und das Potential, in jeder Situation ausreichend gut zu performen. Das ist umso bitterer, als dass diese gigantische Auflösung nur wenige Vorteile zu bieten scheint. LG versucht wiederum, mit dem Taschenspielertrick der künstlichen Verschärfung, das zu kaschieren, was sich im Effekt erneut kontraproduktiv auswirkt. Schade.

Trotzdem muss man LG loben für ein Smartphone, das es schafft, ein großes Display in ein kompaktes Gehäuse zu verpacken, das haptisch angenehm ist und das neben – endlich – richtig guter Software eine vernünftige Update-Versorgung besitzt. Da der Straßenpreis für das G3 in der kleineren 16 GB-Variante mittlerweile deutlich unter die 400 Euro-Marke gefallen ist, ist das Gerät auch preislich durchaus interessant.



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Unsere Wertung zum LG G3

LG-G3-Logo

  • Display: 3/5
  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Software: 5/5
  • Performance: 4/5
  • Telefonie und Audio: 5/5
  • Kamera: 4/5
  • Konnektivität und Speicher: 5/5
  • Akku und Alltag: 3/5

Gesamt: 4,1/5

LG-G3-Test-Badge-androidnext

Pro

  • Kompaktestes 5,5-Zoll-Gerät
  • Sehr gute Kamera
  • Gute Konnektivität

Contra

  • Akkuladung reicht nicht immer für einen Tag
  • Display dunkel und mit unnötigem Nachschärfungs-Filter
  • Software „reift beim Kunden“



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Galerie zum LG G3

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LG-G3-Benachrichtigungs-LED
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LG G3

11. November 2014

82/100 Punkte

Weitere Themen: LG G3 D855 Bedienungsanleitung, LG

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