LG G5 im Test: So gut ist das Modul-Smartphone

Franz Feuerer
12

Das LG G5 macht einiges anders als seine Vorgänger und die Konkurrenz. Es besitzt ein Metallgehäuse, zwei Hauptkameras und den sogenannten „Magic Slot“, über den der Akku getauscht und zusätzliche Module angeschlossen werden können. Aber reicht das aus, um gegen andere aktuelle Android-Flaggschiffe – das Samsung Galaxy S7, das Huawei P9 und das HTC 10 – zu bestehen? Unser Testbericht zum LG G5 zeigt, dass das in mancher Hinsicht klappt, in manch anderer nicht.

93.053
LG G5 im Test: Mit Modulen gegen die Langeweile
Kurz gefasst: Das LG G5 ist ein zu großen Teilen überzeugendes Smartphone. Kamera, Performance und Software können auf ganzer Linie überzeugen. Auch der Magic-Slot und das erweiterbare Design wissen in der Theorie zu gefallen. Leider trüben die schwache Verarbeitung und das im Vergleich zum Vorgänger sogar etwas schlechtere Display den Gesamteindruck etwas.


PRO:

  • Starke Performance
  • Hervorragende Hauptkamera
  • Zusätzliche Weitwinkelkamera
  • Modulares Design und wechselbarer Akku

KONTRA:

  • Verarbeitungsmängel
  • Display mit Schwächen
  • Haptik nicht auf dem Niveau der Konkurrenz


Die finale Wertung findet ihr unten im Artikel.

LG-G5-Test-00-Rueckseite-Kamera-Fingerabdruck-Sensor-schraeg-andersrum

LGs letztjähriges Flaggschiff-Smartphone LG G4 (Test) zählte und zählt zweifelsohne zu den besten Geräten auf dem Markt. Es überzeugte uns mit einem guten Display, starker Performance und vor allem die Kamera war und ist eine der besten auf dem Markt. Besonders die wechselbare Echtleder-Rückseite und die Tatsache, dass der Akku nach wie vor problemlos ausgetauscht werden konnte, hoben das G4 von der Konkurrenz ab.

Als LG dann im Rahmen des MWC 2016 das G5 als Nachfolger vorstellte, waren viele erstaunt. Designtechnisch hebt sich das G5 deutlich von seinen Vorgängern ab und mit dem Magic Slot versucht man die Langeweile, die sich in den letzten Jahre auf dem Smartphone-Markt breit gemacht hat, zu durchbrechen. Nun, etwa 2 Monate nach der Vorstellung, ist das LG G5 endlich in Deutschland verfügbar. Die Erwartungen waren hoch. Ob das G5 sie tatsächlich erfüllen konnte, erfahrt ihr in unserem Test.

Design und Verarbeitung

LG-G5-Test-04-Oberseite-Infrarot

Ja, LG setzt beim G5 auf ein Metallgehäuse. Wer allerdings das Aluminium-Unibody-Gehäuse eines iPhone 6s oder HTC 10 gewohnt ist, dem wird schnell auffallen, dass sich das G5 anders anfühlt. So wurde bekannt, dass über dem eigentlichen Metallgehäuse eine Mischung aus Kunststoff- und Metallpartikeln aufgetragen wurde. Die soll laut LG zum Schutz dienen, das Antennendesign verdecken und auch für verbesserten Empfang sorgen. In der Praxis führt es aber eben vor allem dazu, dass sich das G5 bei weitem nicht so hochwertig anfühlt wie seine aktuellen Konkurrenten. Es wirkt keinesfalls billig, aber eben auch nicht wie ein Smartphone mit einem UVP von 699 Euro (auch wenn der Straßenpreis zur Veröffentlichung dieses Tests bereits um fast 100 Euro gefallen ist). Vorteil ist aber, dass das G5 nicht ganz so leicht aus der Hand rutscht wie andere Smartphones mit Aluminium-Rückseite.

LG-G5-Test-03-Hoerermuschel-Woelbung-Front-oben

Rückseite und Rahmen werden durch eine Chrom-Linie abgetrennt. Das sieht zwar nett aus, fühlt sich aber auch ziemlich scharfkantig an und führt dazu, dass das G5 nicht wirklich angenehm in der Hand liegt. Mit 149 mm x 74 mm ist es für heutige Verhältnisse weder besonders groß noch besonders klein. Auch die Gehäusedicke von 7,7 mm und das Gewicht von 159 Gramm gehen absolut in Ordnung. Eine Einhandbedienung ist in vielen Situationen noch problemlos möglich. Schade fanden wir, dass die Display-to-Body-Ratio, also das Verhältnis von Display zur gesamten Frontfläche, im Vergleich zu älteren LG-Flaggschiffen eher geringer geworden ist. Das hängt aber auch mit der von 5,5 Zoll (LG G3, G4) auf 5,3 Zoll gesunkenen Displaydiagonale zusammen – tendenziell haben Geräte mit kleinerem Display schlechtere DtBRs. Die Front oben und unten verjüngen sich leicht nach unten, ein nettes Designmerkmal.

Während bei den Vorgängern noch alle wichtigen Tasten auf der Rückseite zu finden waren, wandert die Lauter-/Leiser-Wippe beim G5 wieder auf die linke Gehäuseseite und damit verliert LGs G-Reihe auch ein Alleinstellungsmerkmal in Sachen Design. Die Lautstärkewippe ist aber gut verarbeitet und ergonomisch sinnvoll zu erreichen. Auf der gegenüberliegenden rechten Seite befinden sich dann der Einschub für die Nano-SIM-Karte und für eine microSD-Speicherkarte. Die 32 GB an internem Speicher können also problemlos erweitert werden. Leider fallen bereits hier erste Verarbeitungsmängel auf: Der SIM-Schlitten sitzt nicht bündig im Gehäuse und ragt auf einer Seite leicht hervor, das geht definitiv besser. Auf der Oberseite befinden sich dann noch der 3,5-mm-Klinkenanschluss, ein erstes Mikrofon und der – im Gegensatz zum Samsung Galaxy S7 (edge) noch vorhandene – Infrarot-Port. Auf der Unterseite platziert LG den Lautsprecher, den USB-Typ-C-Anschluss und ein weiteres Mikrofon.

LG-G5-Test-Farben

Auf der Rückseite befinden sich dann die beiden Kameras, auf die wir später noch genauer eingehen. Diese ragen etwas aus dem sonst dünnen Gehäuse hervor. Darunter befindet sich dann der drückbare Power-Button, der gleichzeitig auch als Fingerabdrucksensor fungiert. Auch dieser ist sehr gut zu erreichen, hat bei unserem Testgerät aber insgesamt zu viel Spiel und wackelt merkbar. Auch hier hat LG also bei der Verarbeitung gepatzt.

Der Magic Slot als Alleinstellungsmerkmal des LG G5

LG-G5-Test-11-Akku-Einschub

Kommen wir zu dem Punkt, der das LG G5 auszeichnet und der „Magic Slot“ genannt wird. Der Name ist Programm: Drückt man einmal fest auf die kleine Taste am unteren Ende der linken Gehäuseseite, so öffnet sich das G5 und man kann den 2.800-mAh-Akku herausziehen. Vorteil an der ganzen Sache: Der Akku kann schnell und problemlos ausgetauscht werden, das ist bei den meisten Konkurrenten im Jahr 2016 bekanntermaßen nicht mehr möglich.

LG-G5-Test-10-Akku-Einschub

Außerdem gibt es einige Erweiterungen, die sogenannten „LG Friends“. Vorbesteller und Käufer der ersten Stunde erhalten ein Kamera-Modul, das gleichzeitig auch die Akkukapazität auf 4.000 mAh erhöht. Außerdem gibt es noch einen Digital-Analog-Wandler für bessere Musikqualität von Bang & Olufson. Wir konnten bisher nur das Kamera-Modul LG Cam Plus testen. Dessen Installation funktioniert denkbar einfach: Zunächst wird das Standard-Modul mit dem Akku entnommen. Anschließend wird der Akku aus diesem entfernt, in das LG Cam Plus reingesteckt und dieses dann wiederum mit dem G5 verbunden.

Gerade diejenigen, die ihr Smartphone häufig, etwa auf Reisen oder im Urlaub, als Kameraersatz nutzen, dürften mit dem Cam Plus Modul ihre Freude haben. Es gibt dedizierte Tasten zum Starten der Kamera, zum Zoomen oder zum Auslösen. Außerdem liegt das G5 damit im Landscape-Mode deutlich griffiger in der Hand. Der im Modul zusätzlich integrierte 1.200-mAh-Akku sorgt für eine merkbar bessere Akkulaufzeit.

Leider gibt es bei unserem Testgerät zwischen Magic-Slot und eigentlicher Rückseite im geschlossenen Zustand einen deutlich erkennbaren Spalt. Der ist nicht mehr ganz so groß wie noch bei den Pre-Production-Samples, die wir auf dem MWC testen konnten. Aber bei einem High-End-Smartphone für, das muss an der Stelle noch einmal betont werden, gut 600 Euro darf das in unseren Augen einfach nicht passieren. Dazu kommen dann noch die anderen bereits erwähnten Verarbeitungsmängel, weswegen das G5 einen Abzug in der Verarbeitungsnote kassiert.

Das 5,3-Zoll Display des LG G5

LG-G5-Test-07-Front-Unterseite-Display

LG verbaut beim G5 ein, im Vergleich zum Vorgänger etwas kleineres, 5,3-Zoll-IPS-Display. Es löst nach wie vor mit WQHD, also 2.560 x 1.440 auf. Dank einer Pixeldichte von 554 ppi überzeugt das mit gestochen scharfer Darstellung.

Farbdarstellung und Farbechtheit sind prinzipiell ordentlich. Durch das IPS-Display werden Farben realistisch, aber gleichzeitig noch ausreichend intensiv dargestellt. Bei unserem Testgerät konnten wir allerdings einen leichten Grünstich beobachten, der das gesamte Farbbild leicht verzerrte.

Auch von der maximalen Displayhelligkeit waren wir etwas enttäuscht. Wir hatten zwar selbst an sonnigeren Tagen wenig Probleme, das Display des G5 abzulesen, ein Samsung Galaxy S7 edge oder iPhone 6s haben aber ein merkbar helleres Display. Die Blickwinkelstabilität hingegen ist hervorragend und hat uns extrem gut gefallen.

Bildergalerie LG G5

Hardware und Performance: Snapdragon-Power

Ähnlich wie HTC oder Xiaomi verbaut auch LG in seinem aktuellen Flagschiff den Qualcomm Snapdragon 820, einen Quad-Core-Chip, dessem Prozessorkerne mit maximal 2,15 GHz takten und die von 4 GB RAM unterstützt werden. Die Performance ist hervorragend: Apps starten und schließen extrem schnell, Ruckler oder Verzögerungen konnten wir zu keinem Zeitpunkt beobachten und das gesamte Bedientempo ist enorm hoch.

Auch mit aufwändigeren Spielen hat das G5 keine Probleme. Grafik und Performance können sich hier sehen lassen und auch die Wärmeentwicklung hält sich angenehm in Grenzen. In den bekanntesten Benchmarks schlägt das das LG G5 ebenfalls, wie zu erwarten war, hervorragend:

Benchmarks

Benchmark LG G5 Samsung Galaxy S7 BlackBerry Priv Samsung Galaxy S6 Huawei Mate S
Qualcomm Snapdragon 820 Quad-Core
2 x Kryo @ 2,15 GHz, 2 x Kryo @ 1,6 GHz
Adreno 530-GPU
2.560 x 1.440
4 GB RAM
Samsung Exynos 8890 Octa-Core
4 x Mongoose @ 2,3 GHz + 4 x A53 @ 1,6 GHz
ARM Mali-T880 MP12 GPU
2.560 x 1.440
4 GB RAM
Qualcomm Snapdragon 808 Hexa-Core
2 x A57 @ 1,8 GHz, 4 x A53 @ 1,44 GHz
Adreno 418-GPU
2.560 x 1.440
3 GB RAM
Samsung Exynos 7420 Octa-Core
4 x A57 @ 2,1 GHz, 4 x A53 @ 1,5 GHz
Mali-T760 MP8-GPU
2.560 x 1.440
3 GB RAM
HiSilicon Kirin 935 Octa-Core
4 x A53 @ 2,2 GHz, 4 x A53 @ 1,5 GHz
Mali-T628 MP4-GPU
1.920 x 1.080
3 GB RAM
CF-Bench 1.3
Overall
36.306 71.789 53.381 78.769 54.527
CF-Bench 1.3
Native
37.808 104.797 54.889 99.484 87.635
CF-Bench 1.3
Java
35.306 49.784 52.376 64.959 32.455
AnTuTu 6.0
Gesamt
120.803 132.214 63.753 77.490 52.206
AnTuTu 6.0
3D
46.544 41.604 16.054 20.698 9.844
AnTuTu 6.0
UX
34.577 42.339 23.164 24.707 19.731
AnTuTu 6.0
CPU
30.577 38.236 19.211 25.809 17.643
AnTuTu 6.0
RAM
9.105 10.035 5.324 6.276 4.988
GFXBench 4.0
T-Rex ES 2.0 OnScreen
3.003 Frames
54 FPS
2.871 Frames
3.003 Frames
51 FPS
1.384 Frames
25 FPS
1.969 Frames
35 FPS
920 Frames
16 FPS
GFXBench 4.0.2
T-Rex ES 2.0 1080p OffScreen
4.421 Frames
79 FPS
4.510 Frames
81 FPS
1.973 Frames
35 FPS
2.512 Frames
45 FPS
858 Frames
15 FPS

LG UI und Android 6.0: Die Software des LG G5

LG G5 Homescreen
 
LG G5 App Drawer
 
LG G5 Always On Display

Die Verkaufsversion des LG G5 ist mit Android 6.0.1 Marshmallow und LGs hauseigener Benutzeroberfläche ausgestattet. Im Vergleich zu älteren Versionen lässt sich beobachten, dass das aktuellste LG UI im Design noch einmal flacher, moderner und aufgeräumter wirkt. Das Icon-Design ist nun etwas weniger verspielt, LG garniert die vorinstallierten Google-Apps mit App-Eigenentwicklungen, wodurch sich Funktionalitäten doppeln. So gibt es etwa eine eigene Uhren-/Wecker-, eine SMS-, eine Kalender-, Notizen und eine eigene E-Mail-App. Ein App-Drawer fehlt im Ausgangszustand ebenfalls, alle installierten Apps landen also direkt auf dem Homescreen. In den Einstellungen kann man den herkömmlichen App-Drawer allerdings wieder aktivieren. Auch der News-Feed SmartBulletin kann hier wieder aktiviert werden. Wie gewohnt bietet LG umfangreiche Einstellungen, mit denen man das G5 bis ans Detail an eigene Bedürfnisse anpassen kann.

Bei der Präsentation hat LG auch das Always-On-Display-Feature stark in den Vordergrund gerückt. Ähnlich wie auch das Samsung Galaxy S7, Motorolas Moto-X-Geräte und einige ältere Lumia-Smartphones zeigt das G5 im gesperrten Zustand also verpasste Benachrichtigungen in einer stark gedimmten Schwarz-Weiß-Optik an. Erfreulicherweise funktioniert das ganze bei LG deutlich besser als noch bei Samsung. Während dort nur verpasste Anrufe und SMS angezeigt werden, zeigt das G5 auch E-Mail-Benachrichtigungen, WhatsApp-Nachrichten oder Facebook-Benachrichtigungen mit passenden Symbolen an. Laut LG kostet dieses Feature pro Stunde etwa 0,8 Prozent Akkukapazität, was auf den Tag hochgerechnet durchaus einen Unterschied macht. Da das Feature uns im Test aber häufig ein Aktivieren des Displays erspart hat, möchten wir dieses Feature nicht mehr missen. Bei Bedarf kann es aber in den Einstellungen deaktiviert werden.

Noch ein paar Worte zum verbauten Fingerabdrucksensor: Der funktioniert prinzipiell schnell und auch zuverlässig, kommt aber, was die Geschwindigkeit angeht, nicht ganz an ein Huawei P9 oder iPhone 6s ran. Es reicht aus, den Finger einmal kurz auf den Sensor zu legen, die Taste muss also, anders als bei Samsung, nicht komplett durchgedrückt werden. Nennenswerte Zusatzfunktionen für den Fingerabdrucksensor gibt es nicht.

Die Kamera(s) des LG G5 im Test: Zwei sind besser als eine – oder?

LG-G5-Test-02-Rueckseite-Kamera-Fingerabdruck-Sensor-schraeg

Ähnlich wie beim Huawei P9 kommen auch beim LG G5 zwei Kameras auf der Rückseite zum Einsatz. LG geht dabei aber einen etwas anderen Weg: Die beiden Kameras lösen nicht gleich hoch auf. Das Hauptmodul löst mit 16 MP auf und besitzt einen Bildwinkel von 78 Grad. Die zweite hingegen löst nur mit 8 MP auf, macht dank eines Bildwinkels von 135 Grad aber extrem weitwinklige Aufnahmen, die fast schon mit einem Fisheye-Objektiv von DSLRs vergleichbar sind. Welche der beiden Kameras man nutzen möchte, kann und muss über die Kamera-UI manuell gewählt werden. Das Kamera-UI ist nach wie vor extrem intuitiv und übersichtlich gehalten. Dinge wie ein Panoramabildmodus oder ein Zeitraffermodus sind natürlich auch hier wieder mit an Bord. Neu hingegen ist die Bild-in-Bild-Funktion, bei der die Weitwinkelkamera den Rahmen des Fotos abbildet, während die Hauptkamera die Bildmitte ablichtet. Auch der in High-End-Geräten mittlerweile zum Standard gewordene manuelle Modus ist wieder mit dabei, in dem angefangen vom ISO-Wert bis hin zum Fokus nahezu jeder relevante Wert manuell eingestellt werden kann und das Ergebnis optional als RAW-Datei gespeichert werden kann. Der Autofokus arbeitet schnell und zuverlässig, ist aber nicht ganz auf dem Niveau des Dual-Pixel-Autofokus, den wir im Samsung Galaxy S7 finden.

Wie sieht es nun aber mit der Bildqualität aus? Wie bereits erwähnt hat das LG G4 die Messlatte enorm hoch gelegt. Die 16-MP-Kamera des G5 schließt sich hier erfreulicherweise größtenteils an. Sie macht extrem scharfe, detailreiche und farbgetreue Aufnahmen, auch der Dynamikumfang kann sich sehen lassen. Im Vergleich zum G4 fällt auf, dass die Bilder in der Nachbearbeitung stärker nachgeschärft werden. Das sieht auf dem Smartphone-Display noch ganz gut aus, auf einem großen Monitor aber bei manchen Aufnahmen nicht mehr unbedingt. Wirklich gestört hat das aber nur in den wenigsten Fällen.

Bildergalerie LG G5 Kamera-Samples

Die weitwinkligere 8-MP-Kamera hingegen kann in Sachen Bildschärfe nicht ganz mit der anderen Kamera mithalten. Immerhin ist die Farbtreue aber auf einem ähnlich hohen Niveau. Dafür kann man hier aber auch deutlich mehr Motiv pro Bild einfangen, was spannende künstlerische Experimente ermöglicht. Durch das weitwinklige Bild kommt es an den Rändern freilich zu deutlich sichtbaren Verzerrungen, das lässt sich aber natürlich nicht vermeiden und ist technisch bedingt. In dieser Hinsicht hat das G5 im Vergleich zur Konkurrenz also ein deutliches Alleinstellungsmerkmal in petto. Aber ist die Weitwinkelkamera nun ein Gimmick oder tatsächlich sinnvoll? Wie viel Alltagsrelevanz dieses Feature hat, hängt vom Nutzer ab. Im Test haben die Weitwinkel-Aufnahmen durchaus Spaß gemacht.

LG G5 Kamera Modi
LG G5 Kamera UI
LG G5 Manueller Modus

Bei schlechteren Lichtbedingungen macht die 16-MP-Kamera dann auch wieder merkbar bessere und detailreichere Aufnahmen. Hier lässt sich im Vergleich zum Vorgänger aber keine wirkliche Verbesserung beobachten und auch an das Samsung Galaxy S7 kommt das G5 nicht ganz ran. Die 8-MP-Frontkamera macht insgesamt ordentliche Aufnahmen und reicht für schnelle Selfies definitiv aus. Gerade die Bilddynamik ist aber bei den Hauptkameras auf der Rückseite merkbar besser.

Akku, Sound und Telefonie des LG G5 im Test

Verglichen mit der Konkurrenz und in Relation zur Displaygröße sind die 2.800 mAh Akkukapazität im LG G5 nicht besonders viel. Erfreulicherweise wirkt sich das im Alltag aber nicht allzu stark negativ aus. Wir kamen mit dem G5 immer problemlos durch den Tag und schafften meist sogar eineinhalb Tage. Die Display-On-Time lag dabei meist zwischen vier und fünf Stunden. Das ist natürlich nicht ganz auf dem Niveau eines Huawei Mate 8 oder Samsung Galaxy S7 edge, spielt aber in etwa in derselben Liga wie das Huawei P9 und das Galaxy S7 und geht damit in Ordnung. Die Akkulaufzeit ist sogar etwas besser als noch beim Vorgänger. Mit dem Zusatzakku im LG Cam Plus sind derweil sogar 2 Tage Laufzeit möglich. QuickCharge 3.0 wird über den USB-Typ-C-Port prinzipiell unterstützt; das unserem Testgerät beiliegende Netzteil unterstützt aber nur QuickCharge 2.0. Einen großen Unterschied macht das nicht – auch mit Qualcomms älteren Schnelllade-Standard bewirken bereits ein paar Minuten Nachtanken zwischendurch, dass das LG G5 mehrere Stunden länger durchzuhalten in der Lage ist.

LG-G5-Test-14-Oberseite-Glas

Empfangs- und Sprachqualität des LG G5 sind insgesamt in Ordnung. Der Gegenüber klingt klar und deutlich, wenn auch teilweise minimal blechern. Hier hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht viel getan. Der Mono-Lautsprecher auf der Unterseite überzeugt mit einem klaren und sauberen Sound. Er ist auch ausreichend laut. Das einzige, was man hier kritisieren könnte, ist die Positionierung und die Tatsache, dass man ihn im Landscape-Mode, etwa beim Zocken, gelegentlich aus Versehen verdeckt.

LG-G5-Test-17-Unterseite

Immerhin hat sich LG entschieden, den Mono-Lautsprecher unten links statt unten rechts, wie etwa Samsung bei den S7-Geräten zu positionieren. Damit dient, im Landscape gehalten, der Hohlraum der Hand viel besser als Verstärker.

Unsere Test-Wertung zum LG G5

LG-G5-Test-09-Rueckseite-Deko

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Display: 4/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 4/5
  • Konnektivität und Speicher: 5/5
  • Akku und Alltag: 4/5
  • Kamera: 4/5

Gesamt: 85 %

LG-G5-Test-Wertung-Badge

LG G5
Franz Feuerer

10. Mai 2016

85/100 Punkte

Weitere Themen: MWC 2016: Der Mobile World Congress in Barcelona, LG Electronics: Eines der größten Tech-Unternehmen der Welt

Neue Artikel von GIGA ANDROID