Das LG G6: Ein Smartphone — unterschiedliche Innenleben

Philipp Gombert
5

Bisher gibt es das LG G6 nur als LG G6. Weitere Ableger der Reihe wurden (noch) nicht angekündigt — kein Plus, Pro oder Lite. Dennoch müssen wir uns hierzulande mit einer abgespeckten Version des neuen Smartphones zufriedengeben.

Das LG G6: Ein Smartphone — unterschiedliche Innenleben

Regionale Unterschiede hinsichtlich der Komponenten eines Smartphone-Modells sind uns nicht fremd. Insbesondere Samsung macht von dieser Strategie Gebrauch und verbaut dem Galaxy S7 je nach Verkaufsort entweder den hauseigenen Exynos-8890-Prozessor oder Snapdragon 820 von Qualcomm. Einen Nachteil haben Nutzer der verschiedenen Varianten dabei nicht — der Unterschied macht sich im Grunde nicht bemerkbar.

Davon kann beim neuen LG G6 nicht die Rede sein. Der Prozessor ist bei allen Geräten gleich, dafür kommt das Smartphone regional mit unterschiedlichem Funktionsumfang auf den Markt. In den USA ist das G6 mit einem Qi-Wireless-Charge-Modul ausgestattet. Darauf muss man in Korea verzichten — anstelle dessen gibt es einen Quad-DAC. Und welches der beiden Features bekommen wir in Deutschland? Richtig, gar keins.

In einem offiziellen Statement gegenüber Areamobile bestätigte LG, dass uns das G6 hierzulande mit reduziertem Funktionsumfang erreichen wird. Während der Entwicklung des Smartphones habe LG „ausführliche Marktuntersuchungen“ durchgeführt, „um seiner Zielgruppe das bestmögliche Smartphone zu bieten“, so die Begründung des Herstellers für die unterschiedlichen Varianten.

32.465
LG G6 im MWC-Hands-On
Kein Bock aufs iPhone X? 5+2 Android-Smartphones, die sich mehr lohnen

Eine wirtschaftliche Entscheidung?

Die Vorlieben der deutschen Nutzer verriet LG dabei nicht. Angesichts der fehlenden Induktionsspule und des nicht vorhandenen Digital-zu-Analog-Konverters interessieren wir uns wohl für keins von beidem. Das ist unwahrscheinlich, insbesondere nachdem Interessenten das Vorgehen des Herstellers kritisierten. Eher handelt es sich um eine wirtschaftliche Entscheidung, wie aus der Erklärung von LG hervorgeht. Zusätzliche Features erhöhen die Kosten und diese Mehrkosten seien in bestimmten Märkten wiederum „nicht mit der Nachfrage nach diesen Funktionen in Einklang zu bringen“, so der Hersteller.

Zudem gebe es bei internationalen Preisvergleichen stets die unterschiedliche Preiskommunikation zu beachten. In den USA werden Nettopreise angegeben, während hierzulande bereits die Mehrwertsteuer von 19 Prozent im Preis inbegriffen ist. In Korea liegt die Mehrwertsteuer hingegen bei nur 10 Prozent.

Wie viel das LG G6 hierzulande kosten wird, ließ LG in dem Statement nicht verlauten. Bei Media Markt kann das Smartphone bereits für 749 Euro vorbestellt werden — ohne Wireless Charging und ohne Quad-DAC. Laut LG können wir in Deutschland gut und gerne auf beide Features verzichten — wir sind skeptisch. Eure Meinung ist gefragt: Welche der Funktionen hättet ihr gerne im hiesigen LG G6 gesehen?

Quelle: Areamobile

Weitere Themen: MWC 2017: Der Mobile World Congress in Barcelona, LG Electronics: Eines der größten Tech-Unternehmen der Welt

Neue Artikel von GIGA ANDROID