Hands-on: Motorola Atrix 4G + Lapdock-Dockingstation [Droidcon]

Frank Ritter

Auf der Droidcon gab es auch einen Stand von Motorola, dort ließen wir uns das neue Flaggschiff von Motorola Mobility des Jahres 2011 vorführen, das Motorola Atrix 4G. Außerdem dabei: Das “Lapdock”, mit dessen Hilfe man sein Smartphone selbst in einen Laptop umwandeln kann.

Hands-on: Motorola Atrix 4G + Lapdock-Dockingstation [Droidcon]

Bei der Vorführung des Atrix 4G mit dem Motorola Mobility-Mitarbeiter konnten wir im lockeren Gespräch auch noch einige Infos zum Atrix erhalten. So etwa, dass die vergrößerte Akkukapazität sicherlich auch mit den Strom fressenden 4G-Verbindungen zusammenhängt.

Und unser Eindruck zum Atrix? In unseren Augen wirkte das Gerät solide, aber der Fingerabdruckscanner und der große Akku reißen das Motorola-Flaggschiff nicht aus der Masse an interessanten neuen Android-Smartphones heraus. Das Lapdock-Konzept hingegen ist innovativ – keine Frage. Ob die Praxis der Idee gerecht wird steht auf einem anderen Blatt Papier. Wir sind skeptisch, und zwar aus mehreren Gründen:

  • Ein zusätzliches Notebook oder Netbook ist flexibler als das Lapdock. Der Vorteil, dass man alle Daten vom Telefon gleich auf dem Gerät hat, wird dadurch kompensiert, dass heutzutage per Google-Synchronisierung, Clouddiensten wie Dropbox usw. sowieso viele Daten plattformübergreifend zur Verfügung stehen.
  • Ein vollumfänglich lauffähiger Firefox auf dem Handy klingt erst einmal cool. Dass der Webbrowser allerdings nur per Firmware-Update aktualisiert werden kann, ist unseren Augen ein Fehler. Klar, die Software läuft in einer virtuellen Maschine, sodass die meisten neu entdeckten Browser-Bugs keinen Schaden anrichten können dürften. Trotzdem hat man seine Software gerne auf dem neuesten Stand – allein schon aus psychologischen Gründen. Nicht zuletzt in Anbetracht der beschleunigten Releasezyklen, die Mozilla angekündigt hat, ist dieser Updatemechanismus ein Designfehler.
  • Der Preis. In den USA ging das Lapdock je nach Angebot für 370 (im Bundle mit dem Handy) bis 500 Dollar (für das separate Gerät) über den Ladentisch. Wie üblich kann man davon ausgehen, dass der Preis 1 zu 1 in Euro umgerechnet wird. Für 500 Euro bekommt man schon einen guten Mittelklasse-Laptop.
  • Android ist (noch) kein Betriebssystem für den Desktop. Ob sich das Atrix im Lapdock-Einsatz in puncto Multimedia, Office, Multitasking und Co. wirklich beweisen kann, muss sich noch zeigen.

Für das Lapdock sprechen freilich das geringe Gewicht und die nahtlose Verknüpfbarkeit der beiden Geräte. Außerdem hat Motorola mit dem Konzept Einfallsreichtum bewiesen. Wir sind skeptisch, aber gespannt, ob sich das Dockingstation-Konzept bewährt und was aus dieser Richtung noch kommen wird.

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