Motorola Defy+: Outdoor-Androide im Kurztest

Jens Herforth
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Ich habe früher mit den CF19 Toughbooks von Panasonic gearbeitet — diese Laptops konnte man quer durch den Raum schmeißen und direkt weiterarbeiten. So robust waren Android-Smartphones bisher kaum, doch Motorola tritt mit dem Defy+ nach dem Ur-Defy nochmal an, diesen Missstand zu beheben. Und auch wir sind nicht untätig: In der heutigen Giga Live-Show wird ebenfalls ein Härtetest durchgeführt — ihr dürft gespannt sein! Kommen wir nun aber erstmal zum Test.

Motorola Defy+: Outdoor-Androide im Kurztest

Erster Eindruck

Bevor wir “richtig” anfangen, präsentiere ich euch zuerst nochmal die technischen Daten:

  • 9,4 cm (3.7 Zoll) WVGA-Touchscreen mit 854×480 Pixel Auflösung
  • 5 Megapixel-Kamera mit Digitalzoom und Blitz
  • 2 GB Speicher, per microSD erweiterbar auf bis zu 32 GB
  • 1GHZ
  • 512 MB RAM
  • 1 GB ROM
  • 1.700 mAh
  • Größe: 1,3 x 5,9 x 10,7 cm
  • Gewicht: 118 g
  • Android 2.3.4
  • Lieferumfang: Smartphone, Akku, Ladekabel, Headset, Bedienungsanleitung

Das Motorola Defy+ begrüßt mich mit einem Meldezettel der Art: “Hinweis zur Wasserdichtigkeit alle Abdeckungen müssen geschlossen sein”. Dann gibt es auch noch verschiedene Folien, Klebeplaste und überall sind Illustrationen auf den Einzelteilen zu sehen. Der Akkudeckel ist separat verpackt; der Akku muss laut der roten Defy+-Papphalterung erst einmal geladen werden. Puh, ganz schön viele Informationen auf einmal. Neben einem USB-Kabel befindet sich noch das Netzteil und ein Headset im Karton. Ganz unten liegen ein paar Anleitungen und schon geht es los.

Die Folien sind sehr klebrig und fest mit dem Defy+ verpappt. Ich habe das gute Stück direkt in der U-Bahn ausgepackt und überall hing die Klebefolie an den Fingern. Es ist mit 3,7 Zoll genauso handlich wie mein HTC Desire, dennoch ein bisschen kleiner am unteren Bereich. MotoBlur begrüßt mich nach 35 Sekunden, Swype ist vorinstalliert. Ohne eine MotoBlur-Registrierung lässt uns Motorola übrigens gar nicht erst auf das Gerät, unschön.

Die ersten Blicke und Griffe gehen an die vielen geschraubten Bereiche. Die Spaltmaße sind so breit, so dass man nach zwei Stunden alles vollgeflust hat. Der Deckel hat eine harte Gummierung und ist dadurch sehr griffig. Sehr interessant: Der Akkudeckel hat einen geölten Bereich, der nicht berührt werden darf. Dazu gibt es natürlich eine Illustration auf der Akkudeckelfolie. Ein Schieberaster zieht den Deckel sanft, aber sicher in die Scharniere — dies geschieht definitiv staubfrei. Die Frage ist nur, wie die diversen Laschen auf dauerhafte Belastung reagieren.

Hardware

Der interne Speicher ist mit 1,2 GB ausreichend groß, um genügend Apps auf dem neuen Outdoor-Smartphone zu installieren. Zudem hat das Defy+ DLNA und 200 MHz mehr als sein Vorgänger vorzuweisen — 1GHz werkeln in dem staubfreien, verschraubten Gummiplastikbomber.

Kamera

Schauen wir uns die Kamera an: Sobald man mit dem Defy+ ein Bild schießen will, erscheint ein spezieller, fast schon nostalgisch erscheinender Auslöseton. Keine Bange: Natürlich kann man diesen auch abstellen. Die Kamera schießt passable Bilder von meinem HTC Desire, so ganz das Wahre ist es aber nicht — wer also mit dem Defy+ seine digitale Spiegelreflexkamera ersetzen wollte, wird wohl enttäuscht sein. Aber schaut euch doch selbst die Beispielbilder an:

Display

Das Display hat eine angenehme Haptik und wirkt qualitativ. Das schwarz ist schwarz, knallige Farben wirken aber irgendwie etwas blass — das war mir schon beim ersten Defy aufgefallen. Das tut dem Smartphone aber nichts Schlechtes, denn für diese Preisklasse kann man eben nicht die Qualität eines Super AMOLED Plus-Bildschirms erwarten. Dafür ist allerdings, wie es sich auch für ein Outdoor-Phone gehört, Gorilla Glas drauf verbaut. Ob dies einen wirklichen Praxisvorteil ergibt, konnte ich allerdings noch nicht ausführlich testen.

Software

Auf dem Motorola Defy+ finden wir Android in Version 2.3.3 sowie die neueste Variante der MotoBlur-Oberfläche vor. Diese Hersteller-UI sorgt allerdings zum Leidtragen der Nutzer dafür, dass das neue Outdoor-Smartphone nicht komplett ruckelfrei läuft. So viele feine, professionelle und vorinstallierte Apps wie beim Sony Tablet S  gibt es leider nicht. Erwähnenswert finde ich die Sport-App CardioTrainer. Zudem interessant: die tolle Übersicht im Automodus, welche automatisch startet, sobald das Defy+ in die KFZ-Halterung gesteckt wird. Auch ist QuickOffice sowie ein Task Manager vorinstalliert. Außerdem sind sehr viele Widgets von Motorola schon vorinstalliert. Wer vorher Notizzettel-Apps suchte, Statusmeldungen im Verbund senden möchte, das aktuelle Wetter sucht oder einen aktiven Bilderrahmen wünscht, ist hier bestens aufgehoben.

Fazit

Mich persönlich überzeugt jedenfalls das Gesamtpaket von Motorola. Für einen Durchschnittspreis von 235€ hat das Defy+ eine gute Ausstattung im Mittelfeld der Androiden vorzuweisen und könnte für Grobmotoriker, Naturfreunde und “Papa auf der Baustelle“ das perfekte Weihnachtsgeschenk darstellen. Mehr werdet ihr dann in unserem ausführlichem Testbericht erfahren — derweil könnt ihr gleich mal auf GIGA Live vorbeischauen, dort wir unter anderem nämlich auch das neue Defy zu sehen sein. Die vollständige Bildergalerie werden wir morgen für euch nachreichen.

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