Motorola RAZR: Testberichte zeigen Schwächen des Kevlar-Superphones

Das Motorola RAZR wurde nur ein paar Stunden vor dem Galaxy Nexus vorgestellt, entsprechend stand das neue Motorola-Flaggschiff etwas im Schatten des Ice Cream Sandwich-Vorreiters. Nichtsdestominder konnte das Smartphone auf Anhieb das Interesse einiger Android-Fans auf sich ziehen. Nun trudeln die ersten Testberichte zum RAZR ein und dämpfen die Vorfreude auf das superdünne Gerät mit Kevlar-Rückseite ein wenig.

Motorola RAZR: Testberichte zeigen Schwächen des Kevlar-Superphones

Zunächst aber erst einmal der Zuckerguss: Nein, das Motorola RAZR (in der US-amerikanischen Variante als DROID RAZR von Verizon getestet) ist kein schlechtes Gerät. Jonathan Geller von BGR lässt sich sogar zu der Aussage hinreißen, dass es das beste Smartphone sei, das er jemals verwendet hat – noch vor dem Samsung Galaxy S II. Besonderes Lob erhält das RAZR für seine sogenannten „Smart Actions“, mit denen man bestimmte Geräteeinstellungen abhängig vom Standort setzen kann (zum Beispiel: Ton aus, wenn man im Büro ist). Die LTE-Performance ist, wenn auch für Deutschland (noch) nicht relevant, sehr gut. Einhellig loben sowohl The Verge als auch BGR die Verarbeitungsqualität des Geräts, insbesondere die extrem stabile Kevlar-Rückseite. Ein YouTube-Video zeigt, dass das Motorola RAZR zudem recht resistent gegenüber Wasser ist.

Das Gerät ist mit 7,1 mm an der dünnsten Stelle das flachste 4G-fähige Smartphone überhaupt. Die Probleme des Motorola RAZR liegen jedoch im Detail, wie die Tester feststellen:

  • Das Gerät ist zwar sehr dünn, dennoch muss sehr viel Technik darin unterkommen. Aus diesem Grund ist beim Motorola RAZR der Abstand zwischen dem 4,3-Zoll-Display und Rahmen sehr groß. Dadurch liegt es aber schlechter in der Hand. So ist es beispielsweise nicht mehr möglich, die Benachrichtigungsleiste oder die URL-Leiste im Browser mit nur einer Hand zu erreichen.
  • Der 1780 mAh-Akku ist fest verbaut und nicht auswechselbar.
  • Das Display besitzt zwar Super AMOLED-Technologie, ist jedoch aufgrund der PenTile-Matrix und eines allgemein schlechteren Bilds dem des Samsung Galaxy S II deutlich unterlegen.
  • Im Gegensatz zum Standard-Gingerbread (das RAZR wird noch nicht mit Ice Cream Sandwich ausgeliefert, soll jedoch bald nach seinem offiziellen Release am 11.11. aktualisiert werden) besitzt das RAZR eine eigene Benutzeroberfläche. Die heißt zwar nicht mehr Motoblur, ist aber dem Vernehmen nach genauso inkonsistent und nervig.
  • Das Gerät lässt sich, im Gegensatz zum Vorgänger Atrix, nicht mehr in das Lapdock einlegen, sondern muss über einen Adapter per Kabel angeschlossen werden.

Aller Kritik zum Trotz zieht BGR folgendes Fazit (Übersetzung von uns):

Mit seinem wunderschönen Design, einem tollen Display, seiner dünnen Silhouette und der Tatsache, dass es bis zum Anschlag mit neuester Technik vollgestopft ist, kann das Motorola DROID RAZR zu Recht als das Verizon-Flaggschiff über die Feiertage zum Jahreswechsel gelten. Die Maße mögen größer sein, als ich es mir gewünscht hätte und die einhändige Bedienung komplizierter als gedacht, wenn man nicht an die aktuellen Riesendisplays gewöhnt ist. Dennoch gibt es für das DROID RAZR deutlich mehr Für- als Gegenargumente.

The Verge ist kritischer, vergibt 7 von 10 möglichen Punkten und geht mit dem RAZR hart ins Gericht:

Ist das Droid RAZR den Marketing-Buzz von Motorola wert? Ist dies das Smartphone, das man besitzen muss? Nun, eher nicht. Während die Leistung der Hardwareabteilung, die Innereien des DROID Bionic in das dünnste Smartphone-Gehäuse am Markt zu pressen, schlicht erstaunlich ist, ist der dafür notwendige Kompromiss hinsichtlich der Displayqualität es einfach nicht wert. Zwischen der Qualität des LCD 4,3-Zoll-qHD-Displays im Droid Bionic und dem Super AMOLED-Panel im RAZR herrscht ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das Bionic mag nicht ganz so sexy wie das RAZR sein, ich bevorzuge aber ein augenfreundliches Display gegenüber einer Kevlar-Rückseite. Die übertriebene Anpassung der Android-Oberfläche im RAZR macht aus dem schlechten Display sogar ein noch schlechteres.

Das Fazit, welches wir aus den Fazits ziehen ist: Wer große Hände hat, kann sich auf das Motorola RAZR trotzdem freuen, denn mit entsperrtem Bootloader ist es nur eine Frage der Zeit, bis man das Smartphone von der Motorola-UI befreien kann. Wer aber vor einer Neuanschaffung steht und zwischen dem Galaxy Nexus und dem Motorola RAZR schwankt, dem raten wir (vorerst) zum Samsung-Gerät.

Reviews des Motorola (DROID) RAZR bei The Verge | BGR

>> Motorola RAZR vorbestellen: |

Dieser Artikel ist ursprünglich auf androidnext.de erschienen. androidnext und GIGA ANDROID sind jetzt eins. Mehr erfahren.

Weitere Themen: Motorola

Neue Artikel von GIGA ANDROID

GIGA Marktplatz