Moto X: Wenn Individualität vor Pathos trieft

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Motorola macht derzeit wirklich sehr neugierig. Nachdem gestern bereits ein paar grobe Infos zum Motorola Droid Ultra veröffentlicht wurden, legt das amerikanische Unternehmen jetzt nach und macht viel Appetit auf das Moto X, das erste unter Googles Schirmherrschaft entwickelte Smartphone.

Moto X: Wenn Individualität vor Pathos trieft

Motorola hat mit dem Moto X gleich mehrere sehr interessante Fakten anzubieten: Zum einen ist es das erste offizielle Android-Smartphone, welches das Unternehmen seit der Übernahme durch und mit Google gebaut hat. Außerdem wurde und wird das Moto X im Gegensatz zu seinen zahlreichen Konkurrenten nicht in Asien, sondern im Heimatland Amerika konzipiert, entwickelt und produziert.

Moto X: Made in USA

Dem Amerikaner als solchem (um mal in solchen Stereotypen zu sprechen) dürfte so ein Argument natürlich sehr gut gefallen, kein Zufall also, dass Motorola die Werbung pünktlich einen Tag vor dem 4. Juli, dem Independence Day, in verschiedenen amerikanischen großen Zeitungen schaltet. Die New York Times, das Wall Street Journal, die Washington Post und USA Today, alle sind sie dabei, um gemeinsam mit Motorola und Google den Tag der Unabhängigkeit und eines neuen Smartphones zu zelebrieren.

Aber es geht noch weiter. Was ist für den gemeinen US-Amerikaner neben Unabhängigkeit noch von großem Wert? Natürlich die Freiheit. Und auch dies bedient das Moto X-Konzept. Um noch einmal die Klischée-Klatsche auszupacken: Das Motto “Designed by you. Assembled in the USA” wirkt einfach so schmalzig ur-amerikanisch, das es fast weh tut. Und es wird noch schlimmer. Der einleitende Satz des Advertorials, das Motorola anlässlich des Moto X veröffentlicht, bringt es auf die Spitze:

Tomorrow, you'll eat burgers, watch fireworks and celebrate the freedom to be whoever you want to be. It's with this same spirit that we're bringing you something new“.

Bäh. Das ist einfach zu viel. Das toppt sogar Samsungs “Designed for humans, inspired by nature“. Mir läuft es kalt den Rücken runter, und das meine ich alles andere als positiv. Und das sogar, obwohl ich neben deutschen auch amerikanische Wurzeln habe. Natürlich bin ich trotzdem sehr neugierig, was Motorola da genau vorstellen wird, die Form der Präsentation ist mir aber ein „too much“, wie der Amerikaner in mir sagen würde.

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Moto X: Das (komplett?) individualisierbare Smartphone?

Motorola verspricht mit dem Moto X also ein Smartphone, das man selbst gestalten kann. Was genau das bedeutet, bleibt erst einmal unklar, vielleicht kann man ja einfach farbige Hüllen nach eigenem Gusto auswählen. Oder geht die ganze Sache wirklich soweit, dass man sich die gesamte Hardware nach eigenem Belieben zusammenstellen kann? Ein echtes Smartphone nach dem Baukasten-Prinzip vielleicht, bei dem man Prozessor, RAM, internen Speicher, ja, vielleicht sogar die Display-Größe selbst bestimmen kann?

Aktuellen Infos zufolge soll es leider nicht ganz so weit sein. Wie ich gerade bei den Mobile Geeks gelesen habe, soll sich das zu Individualisierende auf das Material des Gehäuses und auf die Farbe des Gerätes beschränken. Am Innenleben soll bis auf ein bisschen Software aber nichts geändert werden können: So sollen Wallpaper, vorinstallierte Apps und Klingeltöne schon vor dem Kauf frei konfigurierbar sein. Nichts Weltbewegendes, aber immerhin. Vor allem die Tatsache, dass man das Gehäusematerial aussuchen kann, klingt aber doch ziemlich gut. Interessant klingt auch die Aussage, von Taylor Wimberley, der die Infos offenherzig auf Google+ preis gibt: “Special sauce will be “always-on” listening mode and contextual awareness actions. Think Google Now phone actions on steroids.”

Zusätzlich sind gerade auch noch ein paar technische Spezifikationen aufgetaucht. Ein 720p-Display, 2 GB RAM Arbeitsspeicher und ein Snapdragon S4 Prozessor würden das Moto X als Smartphone im oberen Mittelfeld ansiedeln, für die meisten Nutzer dürften diese technischen Details aber durchaus reichen. Und der Akku, ja, der soll alles bisher Gesehene in den Schatten stellen. Gut. Vor allem der Preis dürfte dabei auch interessant sein, denn dieser soll bei nur 300 Dollar liegen.

Ein ganz klein wenig enttäuscht bin ich angesichts dieser Merkmale jetzt aber schon, bei all dem Pathos habe ich mir irgendwie mehr erhofft.  Immerhin liest man in der Anzeige die Aussage “We knew this would be a challenge. In fact, some people said it couldn't be done. But we're not just any company. And nothing this exciting ever comes easily”, was man ja auch als Hinweis auf eine noch ausgedehntere Anpassungsfähigkeit des Moto X  interpretieren könnte. Aber wer weiß, vielleicht kommt da ja doch noch was.

Das Moto X könnte bereits am 10. Juli offiziell vorgestellt werden, erscheinen könnte es außerdem im Laufe des August. Das würde auch zu dem „Coming soon“ in der Anzeige passen. Gespannt bin ich allemal, auch wenn die Werbung mir einfach zu viel ist.

Quelle: t3n, Mobile Geeks

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