OnePlus 5 im Test: Software, Performance, Akkulaufzeit und Fazit

OxygenOS 4.5: Die Software des OnePlus 5 im Test

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Bei der angepassten Android-Oberfläche OxygenOS 4.5 hat OnePlus nur vorsichtig Hand angelegt. Das Unternehmen hat dem OnePlus 5 einige neue Funktionen spendiert, die auch sinnvoll sind und das Smartphone nicht ausbremsen – was bei 8 GB RAM schon sehr schwierig wäre. Grundsätzlich bekommt man pures Android, das an einigen Stellen optimiert ist. Mit einem Wisch über das Display lässt sich beispielsweise die Benachrichtigungsleiste herunterziehen. Das ist praktisch, war aber natürlich schon bei den Vorgängern möglich. Der App-Drawer wird nun wie bei den Pixel-Smartphones von Google mit einem Wisch von unten nach oben hervorgeholt. Funktioniert gut und ohne Verzögerungen. Als Basis dient Android 7.1.1 Nougat.

Wirklich neu sind folgende Funktionen:

  • Lesemodus: Unter Einstellungen und Display findet man den neuen Lesemodus. Die Farbtemperatur wird anhand der aktuellen Lichtsituation eingestellt. Man kann Apps hinzufügen, in denen sich der Lesemodus automatisch aktiviert. Das ist praktisch, denn der Lesemodus wird im Grunde nur in bestimmten Anwendungen verwendet, beispielsweise beim Lesen von eBooks. Optional kann der Lesemodus über die Schnelleinstellungen aktiviert werden.
  • Nachtmodus: Der Nachtmodus kann nun automatisch aktiviert werden. Es stehen die Optionen „Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang automatisch aktivieren“ und „Benutzerdefinierter Zeitrahmen“ zur Verfügung. Damit können die Zeiten selbstständig eingestellt werden, in denen sich der Nachtmodus automatisch einschaltet. Die Intensität des Blaulichtfilters kann zudem mit einem Schieberegler verändert werden.
  • Anpassbare Vibration: Das OnePlus 5 besitzt einen um 20 Prozent leiseren Vibrationsmotor und bietet nun drei verschiedene Vibrationsstärken, die sich je nach Anwendungsfall einstellen lassen.
  • Spielt – Nicht stören: Unter Einstellungen und Erweitert findet sich der neue „Spielt – Nicht stören“-Modus. Dort lassen sich Spiele wählen, in denen sämtliche Benachrichtigungen ignoriert werden, um den Spielgenuss nicht zu stören. Verlässt man das Spiel, wird der Modus deaktiviert. Man kann auch festlegen, dass die kapazitiven Navigationstasten deaktiviert werden, um nicht versehentlich aus dem Spiel zu fliegen. Das ist praktisch.
  • Secure Box: OnePlus hat den Dateimanager um einen sicheren Ordner mit der Bezeichnung „Secure Box“ erweitert. Dort können private Dokumente und Dateien sicher verstaut werden. Der Ordner wird durch einen sechsstelligen PIN abgesichert.

Die neuen Funktionen des OxygenOS 4.5 halten sich also in Grenzen. OnePlus gibt aber auch an, dass das komplette System optimiert wurde, um noch schneller, zuverlässiger und besser zu laufen – das spürt man auch. Das Betriebssystem läuft schnell und ohne merkliche Verzögerungen. Das könnte natürlich auch an den 8 GB RAM liegen und dem schnellen UFS-2.1-Speicher. Doch die Oberfläche des OnePlus 5 gehört zu den schnellsten Android-UIs, die mir bisher untergekommen sind.

OnePlus-5-Test-Android-02

Themes für das OnePlus 5 gibt es nicht. Neu ist nur die Möglichkeit, auf Hintergrundbilder zugreifen zu können, die von der Community mit OnePlus-Smartphones gemacht wurden. So kann man die Optik des Smartphones individualisieren. Auch die Wahl der Icon-Packs funktioniert nun etwas einfacher.

Einen eigenen persönlichen Assistenten hat OnePlus nicht entwickelt, die Nutzer haben aber natürlich Zugriff auf Google Now und vermutlich auch bald auf den Google Assistant. Dieser war auf unserem OnePlus 5 aber noch nicht aktiviert.

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Performance des OnePlus 5: Snapdragon 835 und 8 GB RAM

Unser Testgerät des OnePlus 5 besitzt die bestmögliche Ausstattung, also 8 GB RAM und 128 GB internen Speicher. In Kombination mit dem Snapdragon-835-Prozessor von Qualcomm, dem schnellen Speicher und der Full-HD-Auflösung ist die Performance im Betriebssystem, in Apps und Spielen hervorragend. Alles wird unverzüglich geladen, läuft absolut flüssig und bleibt auch im Arbeitsspeicher aktiv, sofern die App die Funktion unterstützt. Hier gibt es absolut nichts zu kritisieren.

Um die Leistung des OnePlus 5 in Zahlen festzuhalten, haben wir einige Benchmarks durchlaufen lassen:

OnePlus-5-Test-Benchmarks

OnePlus 5: Technische Daten im Überblick

Display 5,5 Zoll, AMOLED, 1.920 x 1.080 Pixel, 401 ppi, Gorilla Glass 5
Prozessor Snapdragon 835, Octa-Core mit 2,45 GHz
Arbeitsspeicher 6/8 GB RAM
Datenspeicher 64/128 GB UFS 2.1 (nicht erweiterbar)
Hauptkamera Hauptsensor: 16 MP, Sony IMX398, Pixelgröße 1,12 µm, Electronic Image Stabilization (EIS), Blende f/1.7, 4K-Videoaufnahme bei 30 fps
Zweitsensor: 20 MP, Sony IMX350, Pixelgröße 1,0 µm, Blende f/2.6
Frontkamera 16 MP, Sony IMX371, Pixelgröße 1,0 µm, Electronic Image Stabilization (EIS), Blende f/2.0, 1080p-Videoaufnahme bei 30 fps
Akku 3.300 mAh mit „Dash Charge“-Schnellladefunktion
Konnektivität LTE, 2×2 MIMO WiFi-ac, Bluetooth 5.0, NFC, GPS, Glonass, BeiDou, USB Typ C (USB 2.0)
Abmessung 154,2 x 74,1 x 7,25 mm
Gewicht 153 Gramm
Betriebssystem Android 7.1.1 Nougat mit OxygenOS
Farben Midnight Black, Slate Gray
Besonderheiten Dual-SIM, Dual-Kamera, Kopfhöreranschluss
Verfügbarkeit 27. Juni 2017
Preis 499 Euro (6 GB RAM und 64 GB interner Speicher), 559 Euro (8 GB RAM und 128 GB interner Speicher)

Akkulaufzeit des OnePlus 5

Die Kapazität des festverbauten Akkus im OnePlus 5 beläuft sich auf 3.300 mAh und ist damit 100 mAh kleiner als im OnePlus 3T. Die Akkulaufzeit hat sich trotz der leistungsstärkeren Komponenten nicht verändert. Wir kamen im Test auf eine durchschnittliche Display-On-Zeit von 7 Stunden. Damit kommt man bei normaler Nutzung locker durch den Tag und hat auch am nächsten Tag noch etwas von seinem Smartphone.

OnePlus-5-Test-Akkulaufzeit

Wie schon beim OnePlus 3T macht aber die Schnellladetechnologie „Dash Charge“ den Unterschied. Nächtliches Laden fällt weg, da man den Akku in kürzester Zeit einfach so zwischendurch aufladen kann. Das funktioniert genauso schnell wie bei den Vorgängern. Es wird aber der spezielle Ladeadapter von OnePlus benötigt, der sich im Lieferumfang befindet. Möchte man das Smartphone im Auto schnell aufladen, benötigt man ebenfalls einen speziellen Adapter.

Fazit: OnePlus 5 im Test – Der Preis entscheidet

Das OnePlus 5 konnte im Test überzeugen. Es ist ohne Zweifel das bisher beste Smartphone des chinesischen Herstellers. Die Dual-Kamera funktioniert sehr gut, die Akkulaufzeit ist hoch und die Schnellladetechnologie ermöglicht das Aufladen des Smartphones in kürzester Zeit. OnePlus hat die eigene Android-Oberfläche weiter optimiert und bietet damit eines der schnellsten Android-Smartphones auf dem Markt an. Die Performance ist hervorragend. Ob man die 8 GB RAM wirklich benötigt, sei mal dahingestellt. Es sieht immerhin gut auf dem Datenblatt aus.

Doch es gibt auch einige Punkte, die beim OnePlus 5 unverändert geblieben sind. Das AMOLED-Display mit Full-HD-Auflösung wirkt im Vergleich zum Vorgänger zwar einen Tick lebendiger, die Helligkeit könnte aber trotzdem noch etwas höher ausfallen. Ohne Cover wirkt das Smartphone unnötig kantig. Man hat den Eindruck, als hätte OnePlus die Kante in den Rahmen nur eingelassen, um sich vom Design des iPhone 7 Plus unterscheiden zu wollen – wenn schon die Rückseite wie bei der Konkurrenz aussieht. Bedauerlich ist auch, dass das kleine Modell „nur“ 6 GB RAM besitzt. Damit führt OnePlus eine kleine Zweiklassengesellschaft ein – obwohl die 2 GB RAM mehr wohl keinen spürbaren Unterschied machen dürften.

Im Endeffekt muss man sich fragen, ob der Preis von mittlerweile 500 Euro noch gerechtfertigt ist. Es gibt beispielsweise immer noch keine kabellose Ladefunktion, das Smartphone ist zumindest offiziell nicht wasserdicht und es liegt kein Zubehör bei – nicht einmal Kopfhörer. Wenn man das OnePlus 3T heranzieht, dann bekommt man beim OnePlus 5 (Modell mit 64 GB und 6 GB RAM) nur den neuen Prozessor und eine bessere Dual-Kamera für den Preis. Die Software-Features könnte und dürfte OnePlus den älteren Smartphones mit einem Update ebenfalls spendieren.

Trotz der kleinen Makel ist das OnePlus 5 in meinen Augen das bisher beste Android-Smartphone, das keinen unnötigen Schnickschnack mitbringt. Es macht einfach Spaß, das Smartphone zu nutzen. Da einige Features fehlen, kann OnePlus das Smartphone im Vergleich mit der Konkurrenz günstiger anbieten. Wer mehr Funktionen und ein anderes Design möchte, greift zu den bekannten Mitbewerbern.

OnePlus-5-Wertung

Pro Kontra
  • Performance
  • Kein Wireless-Charging
  • Dual-Kamera
  • Keine IP-Zertifizierung
  • Dual-SIM
  •  iPhone-ähnliche Rückseite
  • Akkulaufzeit
  • Software
  • Verarbeitungsqualität
  • Schnellladefunktion
  • Preis

Samsung Galaxy S8 als Alternative

Das Samsung Galaxy S8 hat im Test die gleiche Punktzahl wie das OnePlus 5 erreicht. Beide Smartphones haben aber Vor- und Nachteile. So ist das Display des Galaxy S8 besser bewertet, die Software hingegen etwas schlechter. Beim Akku und im Alltag schneidet das OnePlus 5 etwas besser ab, das Samsung Galaxy S8 hingegen bei den Telefonie- und Audio-Features. Optisch ist das Galaxy S8 dem OnePlus 5 mit dem fast randlosen Dual-Edge-Display aber überlegen, denn Samsung hat ein eigenes, unverkennbares Design entwickelt. Der Preis ist mittlerweile schon deutlich gesunken:

Allein das Samsung Galaxy S8 Plus hat im Test eine noch bessere Bewertung von uns erhalten. Das lag in erster Linie am größeren Akku und der daraus resultierenden etwas besseren Laufzeit. Das 6,2-Zoll-Smartphone kostet aber auch spürbar mehr:

Bewertung: OnePlus 5 mit 8 GB RAM und 128 GB internem Speicher

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Display: 4/5
  • Kameras: 5/5
  • Software: 5/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 4/5
  • Konnektivität und Speicher: 5/5
  • Akku und Alltag: 4/5

Gesamt: 90 %

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