Modulare Smartphones à la Phonebloks: Motorola im Wettrennen mit Xiaomi

Andreas Floemer
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Mit „Project Ara“ hat der US-amerikanische Smartphone-Hersteller Motorola ein viel versprechendes Produkt in der Entwicklung, mit dem der komplette Smartphone-Markt umgekrempelt werden könnte: Dabei geht es um modulare Smartphones, die seit der Vorstellung des Phonebloks-Konzepts vor einigen Monaten in aller Munde sind – ein erster Prototyp soll noch in diesem Jahr fertig gestellt sein. Doch nicht nur Motorola ist dabei, ein modulares Smartphone zu entwickeln, auch die Chinesen von Xiaomi möchten offenbar auf diesem Sektor ein Wörtchen mitreden.

Modulare Smartphones à la Phonebloks: Motorola im Wettrennen mit Xiaomi

Project Ara: Erster Prototyp beinahe fertig

Motorola scheint bei der Entwicklung des modularen Smartphones unter dem Dach von Project Ara rascher Fortschritte zu erzielen, als man annehmen könnte: Erst gegen Ende Oktober wurde vom US-Hersteller verkündet, dass man das Konzept Phonebloks des niederländischen Designers Dave Hakkens in das eigene Project Ara einfließen lassen wolle. Wenige Wochen später wurde bereits ein Partner genannt, der bei der Entwicklung der Produktionsanlage und dem Bau des modularen Phones mithelfen soll.

Weitere Einblicke in die Entwicklung des Ara-Phones gab Motorola-CEO Dennis Woodsite im Zuge eines Interviews mit Marques Brownlee von MKBHD. Seinen Aussagen zufolge sei ein erster Prototyp bereits so gut wie fertig – und dieser orientiere sich in der Tat am Phonebloks-Konzept. Hier und dort gäbe es allerdings noch ein paar Probleme, was unter anderem an den proprietären Interfaces und Protokollen der verschiedenen Komponenten liege. Bei Motorola sei man derzeit indes dabei, entsprechende Interfaces zu entwickeln, damit die einzelnen Komponenten miteinander „sprechen“ können.

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Ziel des ganzen Unterfangens sei, die Hardware genauso flexibel und modular werden zu lassen, wie Android es in der Software ist. So soll man beim modularen Phone idealerweise in der Lage sein, einzelne Komponenten nach dem Plug-n-Play-Prinzip nach eigenen Wünschen und Erfordernissen austauschen können: Ist man viel unterwegs, so soll man einen größeren Akku in das Basisskelett einschieben können. Falls eine bessere Kamera vonnöten ist, beispielsweise, wenn man in den Urlaub fährt, soll dieses Modul auch problemlos austauschbar sein.

Woodsite konnte und wollte vermutlich noch keine konkreten Angaben zur Verfügbarkeit machen, allerdings soll der Moto Maker, der Online-Store, in dem Motorolas aktuelles Flaggschiff Moto X nach eigenen Wünschen zusammengestellt werden kann, womöglich als Verkaufsplattform für das LEGO-Smartphone dienen.

Weitere interessante Informationen über Motorola liefert das Video – über Project Ara wird ab Minute 12:00 gesprochen:

Xiaomi „Magic Cube“: CEO zeigt eigenes Phonebloks-Konzept auf Weibo

Aber nicht nur Motorola ist allem Anschein nach derzeit dabei, ein zusammensteckbares Smartphone zu entwickeln, auch der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi, der sich kürzlich erst Android-Manager Hugo Barra ins Boot holen konnte, hegt Hinweisen zufolge ähnliche Pläne. Dies zumindest impliziert eine Reihe von Bildern, die Xiaomi-Gründer Lei Jun auf dem chinesischen Mikroblogging-Dienst Weibo veröffentlicht, kurze Zeit später aber wieder gelöscht hat.

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Die beiden Bilder erinnern deutlich an Hakkens Phonebloks-Konzept, scheinen jedoch bei weitem nicht so stark modifizierbar zu sein wie Motorolas Project Ara: Nur ein Teil der Rückseite ermöglicht den Austausch einzelner Bauteile, der andere Part, vermutlich das Mainboard inklusive SoC, bleibt mit dem Display-Element verbunden. Ob dieses Produkt, das offenbar den Namen „Magic Cube“ trägt, sich in der Entwicklung befindet ist oder nur eine Designstudie ist, lässt sich zu diesem Zeitpunkt schwer sagen. Eines steht aber fest: Modulare Smartphones haben die Aufmerksamkeit mehrerer Hersteller geweckt und wir werden über kurz oder lang erste Prototypen und schließlich vielleicht auch marktreife Geräte sehen — die Frage bleibt nur, wann dies der Fall sein wird und wer der Erste ist.

Quellen: MKBHD auf YouTube; GforGames [via PhoneArena]

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